Sehr wertvoll in Zeiten der Gasknappheit

Good News: Sonne und Wind liefern Ökostrom über das gesamte Jahr

von Christian Häckl und Oliver Scheel

Es gibt auch noch gute Nachrichten. Denn die Erneuerbaren Energie, allen voran Photovoltaik und Windenergie, bilden über das Jahr gesehen ein tolles Gespann. Sie liefern zuverlässig Ökostrom. Wenn im Winter die Sonne etwas auf Tauchstation geht, übernimmt der Wind, während im Sommer mehr Sonnenenergie geliefert wird, wenn der Wind nur ein laues Lüftchen ist.

Im Video sehen Sie, wie gut Wind- und Sonnenenergie sich ergänzen

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Sonne und Wind decken das Jahr über gut ab

Marsberg: Windkraftanlagen stehen im Windpark Meerhof. Nordrhein-Westfalen hat im dritten Quartal 20 neue Windräder an das Netz angeschlossen.(zu dpa "20 neue Windräder in NRW - Erneuerbaren-Branche ist unzuf
Neuer Windpark in Meerhof in NRW. Windenergie hat im Gespann mit Solarstrom, in diesem Jahr sehr zuverlässig Energie geliefert.

In Zeiten der Gasknappheit und inmitten dieser ausgewachsenen Energiekrise sind die Erneuerbaren Energien ökonomisch so wertvoll wie nie. Auch wenn wir noch weit davon entfernt sind, unseren Energiehunger zum Großteil durch Windkraft und Photovoltaik zu stillen, so können wir uns jetzt schon einen großen Vorteil dieser beiden Erneuerbaren zu nutze machen - denn Solar- und Windstrom ergänzen sich über das Jahr gesehen sehr gut.

Bis ins Frühjahr hinein ist die Windenergie bei der Stromproduktion führend, im Sommerhalbjahr übernimmt dann die Sonne - ehe im Herbst und Winter wieder die Windräder die meiste Energie liefern.

Kein Wind, keine Sonne – Droht uns wirklich die Dunkelflaute?

Bisher ist die Dunkelflaute nicht eingetreten

Photovoltaik
Das Potenzial für Sonnenenergie ist riesig.

Einziges Problem: Hierbei handelt es sich um Mittelwerte - bei einem stabilen Kältehoch im Winter oder einer windschwachen Starkregenlage im Sommer braucht es irgendwann größere Speicher für die Erneuerbare oder kurzfristig weiterhin noch andere Energieträger.

Bisher ist also von der Dunkelflaute, die von vielen Skeptikern gern herbeigeredet wird, also keine Spur. Im Gegenteil: Sonne und Wind ergänzen sich. Dennoch brauchen wir natürlich noch viel mehr davon, denn fossile Energien sind so teuer wie nie und die Verbrennung befeuert die Erderwärmung.

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Wind, Wasser und Sonne stellen keine Rechnung

Das Tolle an Wind- und Solarenergie ist, dass sie unerschöpflich sind. So viel Energie wir auch verbrauchen, es steht immer noch mehr zur Verfügung. Und: Die Erneuerbaren werden immer billiger. Solarenergie ist derzeit die günstigste Energieform in Deutschland. Das liegt vor allem an den fallenden Großhandelspreisen für die Module und an der hohen Nachfrage, die von vielen Playern bedient wird. Außerdem gilt Photovoltaik als wartungsarm. Auch Windenergie wird billiger, die Wartung ist aber aufwändiger. Deshalb produzieren vor allem die auf dem Meer installierten Offshore-Anlagen den Strom noch recht teuer.

Wichtig zu wissen: Reden wir von Stromerzeugung, dann spielen die Erneuerbaren schon eine große Rolle. Im Jahr 2021 kamen die erneuerbaren Energien auf einen Anteil von 41,1 Prozent des Bruttostromverbrauchs. Doch blicken wir auf den gesamten Energieverbrauch Deutschlands, dann werden nur 19,7 Prozent aus erneuerbaren Energien gedeckt.

Denn hier spielen noch die Sektoren Verkehr und Wärme, also Heizen, mit und da sind die Erneuerbaren nur ganz kleine Lichter. Im Verkehr wurden 2021 6,8 Prozent mit Erneuerbaren Energien angetrieben, im Wärmesektor waren es 16,5 Prozent. Das zeigt, welch große Wegstrecke wir noch vor uns haben zu einer klimaneutralen Zukunft.

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(osc)