Wärme aus Sonnenenergie

Ist das Heizen mit einer Photovoltaikanlage sinnvoll?

von Karim Belbachir

Der Wetter war zuletzt wiederholt frostig kalt und die Sorge über die steigenden Heizkosten gingen einher damit. Viele Menschen machen sich Gedanken, ob fossile Ressourcen auf Dauer bezahlbar bleiben. Erneuerbare Energien geraten deshalb wieder in den Fokus. Eine Möglichkeit stellt eine Photovoltaikanlage dar. Doch kann damit wirklich gespart werden?

Öl und Strom werden teurer - Gestiegene Heizkosten führen zum Umdenken

SYMBOLBILD - 22.02.2022, Berlin: Eine Person dreht am Thermostat einer Heizung in einer Wohnung. Steigende Energiekosten sind schon jetzt eine Belastung für viele Haushalte. Macht die Zuspitzung des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine Gas unb
Die Kosten für das Heizen sind enorm gestiegen. Gerade die Ukraine-Krise führte zu einem weiteren Preissprung.

Die Preise für den ins Netz eingespeisten Strom einer Phovoltaikanlage sinken zusehends. So macht es Sinn, den überschüssigen Strom in Wärme umzuwandeln. Somit könnte beispielsweise Heizöl überflüssig werden. Ein Hausbesitzer, der diese Gedanken bereits gefasst hat ist Lukas Kielkowski aus Hürth (bei Köln). Bisher hat er sein Haus mit Heizöl gewärmt, doch die steigenden Preise haben ihn zum Umdenken bewegt.

Lukas Kielkowski: „Heizöl ist momentan zu teuer und gefühlt vier Mal so teuer wie zuvor. In meinem Haus habe ich bisher rund 1.600 Euro im Jahr bezahlt für rund 2000 Liter Heizöl. Nun komme auf einen Preis von 960 Euro für die Mindestabnahmesumme von 500 Litern. Das wären hochgerechnet mehr als 3.800 Euro aufs ganze Jahr gerechnet.“ Eine Umrüstung ist bei den Summen nachvollziehbar.

Unabhängig von schwankenden Energiepreisen - diese Vorteile haben Solarzellen

Photovoltaikanlage
Die Photovoltaikanlage eines Wohnhauses. Foto: Uwe Anspach/dpa-tmn/Symbolbild

Kielkowski plant eine Umrüstung in seinem Haus. Diese Umrüstung wird von der Bundesförderung für effiziente Gebäude subventioniert mit bis zu 45 Prozent, wenn von Heizöl auf erneuerbare Energien umgestiegen wird. Bereits jetzt hat der 40-Jährige eine Photovoltaikanlage in seinem Garten stehen über die er Strom erzeugt und auch ins Netz einspeist. Der Ausbau liegt auf der Hand, auch wenn das erst mal hohe Kosten bedeutet.

Kielkowski führt weiter aus: „Ich brauche mehr Solarzellen, um Strom in zusätzlichen Akkus speichern zu können für die Zeit, wo die Sonne nicht mehr scheint. Zusätzlich brauche ich noch eine Wärmepumpe. Die modernsten Wärmepumpen sind effizienter in der Umwandlung von Strom in Wärme. Das sind zwar erst mal hohe Anschaffungskosten, die auf mich zu kommen, aber auf Dauer wird es sich rentieren. So dass ich im besten Fall unabhängig schwankenden Energiepreisen bin.“

Verbesserte CO2-Bilanz

Wärmepumpe als Heizung
Eine Wärmepumpe (r) und ein Energiespeicher (l) stehen in einem Keller.

Bei einer Wärmepumpe wird die überschüssige Energie aus der Photovoltaikanlage betrieben werden. In Kombination mit einem Stromspeicher kann eine Solaranlage 50 bis 70 Prozent des Stromverbrauchs einer Wärmepumpe decken. Zwar wird der Stromverbrauch momentan nicht komplett gedeckt, aber mit der Weiterentwicklung der Wärmepumpen und eines ausreichend großen Stromspeichers ist es wohl nur noch eine Frage der Zeit. Hinzu kommt die verbesserte CO2-Bilanz des Hauses.

Eine weitere Option zumindest die Warmwasserkosten zu senken, ist es, mit der überschüssigen Solarenergie einen Pufferspeicher zu betreiben. Der Strom heizt den Heizstab, der schließlich das Wasser im Haus erhitzt. Immerhin sind so bis zu 100 Euro Ersparnis im Jahr drin.

Wann lohnt sich das Heizen mit einer Photovoltaikanlage?

Stromzähler
Das Wärmen mit einer Photovoltaikanlage lohnt sich nur, wenn es auch effizient genutzt werden kann.

Die dritte Möglichkeit Solarenergie in Wärme umzuwandeln ist die Elektroheizung. Statt den überschüssigen Strom ins Netz zu speisen, könnte damit eine E-Heizung betrieben werden. Ob das allerdings so sinnvoll ist, bleibt fraglich. Meist reicht der von der Solaranlage erzeugte Strom nämlich nicht aus, um eine elektrische Heizung am Laufen zu halten. Es muss also für teuer Geld Strom hinzugekauft werden. Bei den steigenden Strompreisen erscheint das nicht sehr effizient.

Es braucht also einerseits große Flächen für die Solarpaneele und außerdem noch ausreichend Speichermöglichkeiten (Akkus), um auch dann genügend Strom und Wärme zu Verfügung zu haben, wenn die Solaranlage weniger produziert. Das ist dann natürlich die Nacht, sowie die dunkle Jahreszeit. Sprich: Genau dann, wenn die Heizung am ehesten gebraucht wird. Das Wärmen mit einer Photovoltaikanlage lohnt sich also nur, wenn es auch effizient genutzt werden kann. Die sinkenden Preise für Stromspeicher und Wärmepumpen machen jedoch Hoffnung.

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(kfb)