Jetzige Nachtwerte werden zu Höchstwerten

42-Tage-Wettertrend: Hitze-Nachschlag bevor der Herbst zuschlägt

von Oliver Hantke

Die jahreszeitlichen Dinge übernehmen in diesem Jahr sehr pünktlich. Denn mit dem klimatologischen/meteorologischen Herbstbeginn am 1. September kommt der Herbst mit aller Wucht zu uns. Die Temperaturen stürzen regelrecht ab, teilweise um bis zu 15 Grad. Die letzten Augusttage zeigen sich dementsprechend noch einmal hochsommerlich heiß mit knapp 35 Grad. Und wie geht es mit dem Regen weiter? Ab September sind mehr Niederschlagsechos zu sehen, aber das wird lange nicht reichen, um das Defizit auszugleichen. Immerhin scheint es das Wasserproblem ein wenig zu lindern.

Oben im Video: Sommertage, Hitzetage, Tropennächte – das ist normal in Deutschland

Das Wetter im Norden: Hitze kommt wieder zurück, doch dann macht der Herbst ernst

Der 42-Tage-Wettertrend: Wann kommt Regen? Wann wird es kühler?
Der 42-Tage-Wettertrend für den Norden Deutschlands am Beispiel von Hamburg (Stand der Vorhersage 17. August 2022)

Der Norden kann in den nächsten Tagen den aktuellen Berechnungen des 42-Tage-Trends nach etwas durchatmen. Doch die Hitze von über 30 Grad kommt auch in den hohen Norden Richtung Monatswechsel noch einmal zurück. Pünktlich zum meteorologischen Herbstbeginn Anfang September ist dann aber Schluss mit Hitze, Hochsommer und Werten über 30 Grad. Selbst die Sommermarke von 25 Grad ist nicht mehr in Sichtweite. Meist sind es nur noch 15 bis 20 Grad, im letzten Septemberdrittel tauchen sogar nur noch Höchstwerte von knapp mehr als 10 Grad auf. Der Herbst macht ernst. Ernst bleibt auch das Thema Trockenheit, denn die Niederschläge bleiben sehr übersichtlich und lassen das Dürreproblem weiter ansteigen.

Das Wetter im Westen: Noch einmal Hitze um die 35 Grad

Der 42-Tage-Wettertrend: Endspurt der Hitze in Köln mit über 35 Grad
Der 42-Tage-Wettertrend für den Westen Deutschlands am Beispiel von Köln (Stand der Vorhersage 17. August 2022)

Auch im Westen werden die letzten Augusttage heiß, nein sehr heiß. Denn das Quecksilber könnte noch einmal auf um die 35 Grad steigen – und das gleich mehrere Tage lang. Aber auch hier rauschen die Temperaturen Anfang September nach unten. Die ersten drei Septemberwochen soll dann nicht einmal mehr die 20-Grad-Marke überschritten werden. Und auch die Nächte werden frisch mit Werten um die 10 Grad. Die Trockenheit bleibt im Westen dabei weiterhin bestehen. Zwar sind einige Niederschlagssignale zu erkennen, aber die Mengen, die da zusammenkommen, sind einfach zu wenig, um das Defizit zu lindern.

Das Wetter im Osten: : Anfang September geht es auch hier steil bergab

Der 42-Tage-Wettertrend: Anfang September geht es steil bergab.
Der 42-Tage-Wettertrend für den Osten Deutschlands am Beispiel von Berlin (Stand der Vorhersage 17. August 2022)

Im Osten geht es nach einem kleinen Durchhänger am dritten August-Wochenende bis zum Monatsende mit Hitze und Temperaturen von meist über 30 Grad weiter. Aber auch hier geht es Anfang September steil bergab. Dazu gesellen sich endlich ein paar Regentage, die die Höchstwerte langfristig auf unter 20 Grad drücken. Mitte September soll ein weiterer kleiner Absturz folgen, kleiner Niederschlagsereignisse inklusive. Dann stehen nur noch Temperaturen unter 15 Grad auf dem Programm. Und in den Nächten drohen tiefe einstellige Werte um die 5 Grad. Kaum vorstellbar in diesen Tagen, wo die Tiefstwerte in der Nacht nicht auf weniger als 20 Grad absinken.

Das Wetter im Süden: Im September ist abrupt Schluss mit Sommerwerten

Der 42-Tage-Wettertrend: Im September ist Schluss mit Sommerwerten
Der 42-Tage-Wettertrend für den Süden Deutschlands am Beispiel von München (Stand der Vorhersage 17. August 2022)

Der Wetterverlauf in den nächsten sechs Wochen sieht im Süden ähnlich aus wie in allen anderen Gebieten von Deutschland. Denn nach einer kleinen Pause des Hochsommers am vorletzten Wochenende im August, zeigen sich die Temperaturspitzen wieder bei rund um die 30-Grad-Marke. Dann folgt – wie schon bekannt – der Absturz mit einigen Niederschlägen. Zwar lassen die Niederschläge im weiteren Verlauf des Septembers nach, doch die Temperaturen erholen sich nicht mehr und bleiben mehr oder weniger an der 15-Grad-Marke hängen.

Klimacheck: Wie ist das Wetter im Sommer in Deutschland?

Hier ein kleiner Klimacheck für unsere Sommermonate Juni, Juli und August:

  • meteorologischer Sommeranfang ist der 1. Juni, das Ende ist am 31. August
  • in dieser Zeit bekommen wir im Deutschlandschnitt normalerweise um die 230 Liter Regen pro Quadratmeter
  • in Sachen Sonnenschein ergattert jeder Sommermonat im Schnitt um die 210 Sonnenstunden, so dass es am Ende gerne mal um die 630 Stunden Sonne sind
  • besonders heiße Sommer waren beispielsweise der Sommer 2003 (Durchschnittstemperatur über 19,5 Grad) oder die Sommer 2018 und 2019 (im Mittel knapp 19,3 Grad)
  • außergewöhnliche Trockenheit brachten uns in Summe unter anderem die Sommermonate in den Jahren 2018 und 2019
  • sehr nass verliefen zum Beispiel die Sommer 2011, 2017 oder 2021. Aber auch in den Sommern 2015 oder 2016 gab es regional etliche regenintensive Unwetterlagen
  • die heißeste Phase mit vielen Stationen von um die 40 Grad und mehr erlebten wir im Juli 2019 als mit 41,2 Grad in Duisburg-Baerl auch der aktuelle deutsche Hitzerekord aufgestellt wurde
Lese-Tipp: Das Wetter im Juni – das alles kann der erste Sommermonat

Wettervorhersage: So funktioniert unser 42-Tage-Wetter

Bevor sich die Menschen Gedanken um die Vorhersage von Wetter gemacht haben, sind ihnen schon gewisse Regelmäßigkeiten aufgefallen. Hieraus sind dann auch Bauernregeln entstanden. Das waren – wenn man so will – auch die ersten Formen der Langfrist-Wettervorhersagen. Bis heute ist in diesem Gebiet natürlich rasant viel passiert und wir sind Lichtjahre von den Ursprüngen entfernt.

Erste Wetterbeobachtungen und das Erkennen von Zusammenhängen und physikalischen Gesetzen gründeten die moderne Form der Wettervorhersage. Und die hat definitiv richtig viel zu bieten. Ein Teil der Vorhersagen zielt dabei auf Langfristprognosen ab. Ursprünglich vor allem für die Energiewirtschaft entwickelt, halten sie auch in unserer alltäglichen Wetterwelt mehr und mehr Einzug. Die experimentellen Monats- und Jahreszeiten-Vorhersagen des Amerikanischen Wetterdienstes NOAA beispielsweise. Und auch unser 42 Tage-Trend geht – basierend auf dem europäischen Wettermodell – in den Bereich von mehreren Wochen mit den Charts für Höchsttemperatur, Tiefsttemperatur und Niederschlag. Kombiniert mit dem Fachwissen unserer Meteorologen/-Innen und Redakteure/-Innen, um Ihnen einen Blick über die aktuellen Trends und Fakten für die kommenden sechs Wochen zu geben.

Unsere Wettertrends und Themenseiten

Sollten Sie Interesse an weiteren Wetter-, Klima- und Wissenschaftsthemen haben, sind Sie bei wetter.de bestens aufgehoben. Besonders ans Herz legen können wir Ihnen auch den 7-Tage-Wettertrend mit der Wetterprognose für die kommende Woche. Wie sich das Wetter kurzfristig entwickelt, können Sie in unserem Wetterbericht für drei Tage lesen. Diese werden täglich aktualisiert. Vielleicht interessiert Sie eher wie sich das Klima in den vergangenen Monaten verhalten hat und wie die Prognose für das restliche Jahr aussieht. Dafür haben wir unseren Klimatrend für Deutschland.

Damit Sie auch unterwegs kein Wetter mehr verpassen, empfehlen wir unsere wetter.de-App für Apple- und Android-Geräte.

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Woher bekomme ich alte Wetterdaten?

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(oha)