Winter hat noch nicht fertig

Polarwirbel-Split! Neue arktische Kälte in Sicht

von Paul Heger

Sonnenaufgang über dampfenden Wasser in Winter-Landschaft mit Schnee und Eis an einem Fluss
Auch wenn die Tage länger werden, heißt das noch lange nicht, dass die Kälte weicht.

Der Wettertrend in der Mittelfrist ist an Spannung kaum zu überbieten. Während vom Atlantik milde und feuchte Luftmassen zu uns strömen wollen, könnte der schwächelnde Polarwirbel neue Kälte nach Deutschland schicken. Wer gewinnt? Und mit welchen Folgen?

Gestörtes Wetter sorgt für „Wie Früher“-Winter

Wir erleben einen Winter, wie es ihn schon eine Weile nicht mehr gab – zumindest in der Nordosthälfte Deutschlands. Und auch die Amerikaner können ein eisiges Lied davon singen. Hauptverantwortlich sind die fehlenden Westwinde, welche normalerweise durch einen kräftigen Jetstream unseren Wetter bestimmen.

Immer wieder schwächelt der Jetstream, es bilden sich große blockierende Hochs und große kaum bewegliche Sturmtiefs, welche Süd- und Nordwinde produzieren. Damit gibt es extrem milde und extrem kalte Regionen. Der Grund für diese Störung findet sich in höheren Schichten der Atmosphäre. Der Polarwirbel schwächelt immer wieder und lässt die sonst im hohen Norden gefangene Polarluft nach Süden entweichen. Und das dicke Ende könnte im Februar erst noch bevorstehen.

Polarwirbel könnte komplett zusammenbrechen

Auf das ständige Stottern des Polarwirbels mit seinen kalten Folgen auch in Deutschland Ende November oder seit dem Jahreswechsel folgt nun eventuell ein Polarwirbel-Split, vielleicht sogar der komplette Zusammenbruch. Das deuten die zwei großen und wichtigsten Wettermodelle seit längerem für Mitte Februar an.

Der Polarwirbel scheint die Grätsche zu machen. Gerade in den höheren Schichten rutscht der Wind ins Minus - er dreht also von West auf Ost. Damit kann die Kälte in südlichere Breiten ausbüchsen.
Der Polarwirbel scheint die Grätsche zu machen. Gerade in den höheren Schichten rutscht der Wind ins Minus - er dreht also von West auf Ost. Damit kann die Kälte in südlichere Breiten ausbüchsen.

Die Auswirkungen dürften heftig sein. In den USA kann man sich schon halbwegs sicher sein, dass es einen Nachschlag der historischen Eisluft geben dürfte, die zuletzt sogar Florida flutete. Auch Über Europa soll erneut Arktisluft gen Süden rauschen. Nach einer leichten Milderung im Nordosten Deutschlands könnte es also bald wieder eisiger werden? Auch für den Rest des Landes?

Rauscht die Arktisluft über Deutschland hinweg?

Eine Sache könnte durchaus anders verlaufen. Wie schon Mitte Dezember 2025 könnte die Kaltluft über den Nordosten der USA auf den Nordatlantik strömen und bei Grönland und Island heftige Stürme erzeugen. Wir wären dann plötzlich auf der milden Seite des Wetters mit Südwestwinden vom Atlantik. Die Kälte würde östlich an uns vorbei rauschen, eher Ost-Polen und das östliche Mittelmeer erwischen. In den letzten Berechnungen der Wettermodelle mehren sich diese Varianten für Mitte Februar.

Die Amerikanische NOAA berechnet den gesamten Februar im Norden Europas zu kalt - teils sogar extrem kalt. Auch der Norden und Nordosten Deutschlands sind nach diesen Berechnungen weiterhin in der Kälte. Ähnlich wie aktuell wäre der Südwesten auf der deutlich milderen Seite.
Die Amerikanische NOAA berechnet den gesamten Februar im Norden Europas zu kalt - teils sogar extrem kalt. Auch der Norden und Nordosten Deutschlands sind nach diesen Berechnungen weiterhin in der Kälte. Ähnlich wie aktuell wäre der Südwesten auf der deutlich milderen Seite.

Gleichzeitig sind Nord- und Osteuropa wie auch unser Nordosten komplett eingefroren. Kältehochs halten sich zudem oft länger, als es die Wettermodelle zunächst glauben wollen. Und Langfristmodelle sehen zumindest den Nordosten Deutschlands weiterhin in der Kaltluft. Eventuell könnte der Nordosten also doch die neue Arktisluft abbekommen. Damit gäbe es eine Verlängerung der aktuellen Wetterlage mit einer Luftmassengrenze quer über Deutschland und ständigen Glatteisphasen wir in der aktuellen Woche.

Spannende Momentaufnahme: Der aktuelle 42-Tage-Trend sieht Chancen für zwei kräftige Kaltlufteinbrüche bis in den tiefen Westen Deutschlands (Beispiel Köln) samt Schnee.
Spannende Momentaufnahme: Der aktuelle 42-Tage-Trend sieht Chancen für zwei kräftige Kaltlufteinbrüche bis in den tiefen Westen Deutschlands (Beispiel Köln) samt Schnee.

Aber auch der Durchbruch polarer Kälte bis in den Westen und Südwesten Deutschlands ist noch nicht vom Tisch. Wenn der Polarwirbel-Split tatsächlich richtig „reinhaut“, dann könnte er auch bis zum Ende des Winters immer wieder straucheln und weitere Kältewellen selbst im März begünstigen.

Verwendete Quellen: wetter.de