Hälfte der Landfläche wird Wüste

Was passiert auf unserer Erde bei einer Erwärmung von vier Grad?

In einer Vier-Grad-Welt vergeben wir für Stürme neue Kategorien

Die Erderwärmung ist das zentrale Element der Klimakrise, die unseren Erdball erfasst hat. Das Pariser Klimaabkommen von 2015 sieht vor, die Erderwärmung auf nicht mehr als 2 Grad ansteigen zu lassen, bestenfalls nur 1,5 Grad. Das macht einen großen Unterschied. Was aber passiert in einer Welt, die ein, zwei, drei oder gar fünf Grad wärmer ist als wir sie kennen? Das wollen wir Ihnen in einer kleinen Serie erläutern. Schnallen Sie sich an.

Lesen Sie auch Teil 1 der Serie: Was passiert auf der Erde bei einer Erwärmung von einem Grad?

Teil 2: Bei 2 Grad wird unsere Ernährung bereits beeinträchtigt

Teil 3: In einer Drei-Grad-Welt wird es langsam eng auf dem Planeten

Europa wird zur Wüste - unsere Wälder verschwinden

wetter.de temperaturen anstieg
Das geschieht mit unserer Welt, wenn sie sich immer weiter erwärmt

Vier Grad mehr sind schon fast apokalyptisch. Es wird ein massives Massensterben einsetzen. Die Menschheit ist noch da, aber der Lebensraum wird immer kleiner und reicht bei Weitem nicht mehr für die Ernährung aus. Das hat schwerwiegende Folgen – und ist daher unbedingt zu vermeiden.

  • Die Hälfte der Landfläche wird bei einer Erwärmung von vier Grad zur Wüste. Auch in Europa greift die Desertifizierung um sich. Weite Teile von Südeuropa werden arid, also trocken.
  • Es gibt enorme Migrationsströme auf der Welt, die Zahl der Trockengebiete wird immer größer genauso wie die Zahl der Menschen, die nicht mehr ernährt werden können.
  • Wissenschaftler haben berechnet, dass bei 4 Grad mehr ganz Europa mit Ausnahmen von Island unter schwerwiegenden Extremdürren leiden wird. Unsere Wälder werden nicht mehr wiederzuerkennen sein, denn Nadelwälder werden bei 4 Grad Erwärmung Opfer von Bränden und Schädlingen.
  • Riesige Einzugsgebiete von großen Flüssen, zum Beispiel in Bangladesch, Indien und Vietnam, werden immer wieder von enormen Überflutungen heimgesucht werden, weil durch die Erwärmung gigantische Mengen an Energie in die Atmosphäre geraten.
  • Die Weltbevölkerung wird in zunehmendem Maße nicht mehr mit Süßwasser zu versorgen sein. Auch um das Salzwasser steht es schlecht. Bei 4 Grad mehr gibt es schon lange keine Korallen mehr, die Weltmeere werden von riesigen Todeszonen ohne Sauerstoff durchzogen.
  • Parallel dazu könnten sich über dem warmen Wasser Stürme von nicht gekanntem Ausmaß entwickeln. Auch hier spielt die Energie eine große Rolle. Manchen Berechnungen zufolge reichen die Stufen 1 bis 5 für die Superstürme beziehungsweise Hurrikane oder Tropenstürme nicht mehr aus. Für jetzt schon oft von Stürmen betroffene Länder wie die Philippinen oder die USA eine Horror-Meldung.

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In einer um 4 Grad erwärmten Welt wird die Hälfte der Landfläche zur Wüste.
Ein Ausflug in die Wüste mag noch Spaß machen. Aber in einer um 4 Grad erwärmten Welt ist nichts mehr lustig. Die Hälfte der Landfläche wird zur Wüste.

Eine Vier-Grad-Welt ist nicht mehr lebenswert. Die Menschen in Gegenden, in denen die Ernährungssituation noch erträglich ist, werden riesigen Migrationswellen ausgesetzt sein. Zivile Konflikte sind eine logische Folge. Verteilungskämpfe um Ressourcen, man mag es sich gar nicht vorstellen. Abgesehen davon wird unsere Erde rein äußerlich kaum mehr wiederzuerkennen sein. Regenwälder verschwunden, Mega-Wüsten und Todeszonen im Meer. Die hier verwendeten Studien basieren auf seriösen Berechnungen. Das zeigt, dass wir in Sachen Klimaschutz unbedingt schnell und radikal handeln müssen.

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(osc)