Darum lohnt sich die Energiewende dennoch

Umbau auf erneuerbare Energie wird so teuer wie die Wiedervereinigung

Energiewende: Gute Chancen auf neue Jobs in neuen Technologien

Wenn unser Planet für uns Menschen – und vor allen Dingen für diese große Zahl an Menschen – bewohnbar bleiben soll, müssen wir aufhören, fossile Energieträger wie Kohle, Öl und Gas zu verbrennen. Dazu müssen wir unsere Wirtschaft, eigentlich unser gesamtes Leben, auf Erneuerbare Energien umstellen. Wind, Sonne, Biomasse, Wasser – und auch grüner Wasserstoff, das sind die Energieträger der Zukunft. Nur leider kommt uns der Umbau auf die Erneuerbaren teuer – in etwa so teuer wie die Wiedervereinigung. Aber die war uns das Geld ja auch wert, oder? Hier erklären, warum sich der Umbau dennoch lohnt.

Deutschland muss die Chancen nutzen - neue Technologien, neue Jobs

Beim Extremwetterkongress in Hamburg erklärten Experten, wie wir aus der Krise eine Chance machen. Aber dazu braucht es Innovationskraft, Mut, Ideen und wir müssen die alten Zöpfe abschneiden. Und die alten Zöpfe sind eben Verbrennungsmotoren und Kohlekraftwerke.

Das wird teuer – keine Frage: „Der Energieumbau wird so teuer wie die Wiedervereinigung“, sagte Prof. Hans Schäfers vom „Competence Center für Erneuerbare Energien“ in Hamburg. Aber sie wird sich lohnen, glaubt der Experte: „Unter günstigen Bedingungen gleichen die Einsparungen die Mehrkosten aus. Nur: Je langsamer wir sind, umso teurer wird es und umso geringer ist die Dividende daraus“, erklärte der Professor.

Das sieht auch eine Studie von McKinsey so: Verläuft der Weg der Dekarbonisierung, also der Weg zur Klimaneutralität, optimal, kann das für Deutschland ein Sprung in ein neues technologisches Zeitalter sein. Neue Technologien bedeuten neue Jobs.

So funktionieren Wärmepumpen – auch im Altbau

Solarenergie ist sehr günstig geworden - Es gibt viel zu tun, packen wir's an

Handwerker bringen Solarzellen auf einem Hausdach an.
Solarenergie ist in den letzten zehn Jahren sehr günstig geworden. Außerdem ist das Investitionsumfeld gut: Denn Geld ist billig. © MEV-Verlag, Germany, MEV

Die Vorzeichen stehen gut: Denn in nur zehn Jahren hat sich Solarenergie von der teuersten zur billigsten Energieform gewandelt. Dank immer besserer Technologien ist Erneuerbare Energie nicht mehr teurer als die vielgepriesene und angeblich billige Kohle. Das macht ein Investment in fossile Energien nicht nur unnötig, sondern sogar unwirtschaftlich. Darin liegt eine große Chance bei der Energiewende. Das Investitionsumfeld ist günstig, denn Kapital gibt es zu attraktiven Bedingungen.

Dennoch stehen wir am Beginn eines Marathons. Denn Energie ist das eine, aber Verkehr und Landwirtschaft sind immer noch sehr schmutzig. Auch unsere Gebäude setzen beim Heizen wahnsinnig viel CO2 frei. Auf Wärmepumpen kommt eine Schlüsselfunktion zu, um die Treibhausgasemissionen im Gebäudesektor zu senken. Wärmepumpen nutzen die natürliche Wärme aus Boden, Luft oder Grundwasser.

„Bisher sind nur 1,5 Mio. Wärmepumpen in Gebäuden verbaut, wir brauchen bis 2030 aber 4,5 Mio“, so Schäfer. Eine Mammutaufgabe in nur acht Jahren, die allein wegen der fehlenden Facharbeiter nicht gelingen kann.

Aber bange machen gilt nicht: Nur wenn wir alle Sektoren zügig und konsequent angehen, können wir die Erderwärmung so begrenzen, dass wir Menschen weiterhin auf unserer Erde leben können: Verkehr, Industrie, Wohnen, Landwirtschaft. Hier dient ausgerechnet ein alter Werbespruch eines Öl-Multis als geeignetes Motto: „Es gibt viel zu tun, Packen wir's an“.

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(osc)