Angst vor der nächsten Sturmflut

Steigender Meeresspiegel bedroht unsere Halligen

Wettermoderator Christian Häckl über die bedrohten Halligen in der Nordsee

Der Dichter Theodor Storm nannte sie einst „schwimmende Träume“: Die Halligen in der Nordsee. Sie sind weltweit einzigartig. Es sind vor allem die schwimmenden Salzwiesen, die für Tausende Seevögel ein Paradies ohne Fressfeinde darstellen. Wenn nun aber der Meeresspiegel ansteigt, dann versinken nicht nur die Südseeparadiese im Wasser, sondern auch unsere Halligen vor der Küste. Wie gefährdet sind die kleinen Eilande vor der Küste und was können wir gegen ihr Verschwinden tun?

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Bei Sturmfluten wird es jetzt schon eng

Landunter auf der nordfriesischen Hallig Langeneß (Schleswig-Holstein) in der Nordsee. Bei Sturmflut an der Nordsee sind die Halligen am meisten gefährdet.
Hallig Langeness während einer Sturmflut. Bei steigendem Meeresspiegel werden die Halligen zuerst unbewohnbar, dann verschwinden sie ganz in der Nordsee. © dpa, Maja Hitij

Die Halligen sind also vom steigenden Wasser bedroht. Der Grund für den steigenden Meeresspiegel ist die Klimaerwärmung. Gigantische Mengen an Eis und Schnee schmelzen vor allem auf Grönland und in der Westantarktis. Bis zum Ende des Jahrhunderts wird bei ungebremsten CO2-Emissionen der Meeresspiegel um etwa einen Meter ansteigen.

Spätestens dann ist das Aus der Halligen mehr oder weniger besiegelt. Eng wird es aber jetzt schon, nämlich dann wenn an der deutschen Küste eine Sturmflut aufzieht. Dann werden auch die sogenannten Warften, das sind Wohninseln, also die höchsten Stellen der Halligen, überflutet. Auf denen haben die Menschen ihre Häuser. So werden die Halligen zuerst unbewohnbar, bevor sie schließlich ganz im Meer versinken.

Was können wir tun? Es ist eigentlich immer gleich: wir müssen schlichtweg die CO2-Emissionen runterfahren. Je schneller und je tiefer, umso besser für das Klima.

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Es gibt auch lokale Anpassungsmaßnahmen

Kühe stehen bei einem heftigen Sturm im Wasser auf einer Warft auf der Hallig Nordstrandischmoor.
Landunter auf der Hallig Nordstrandischmoor. Irgendwann werden die Halligen unbewohnbar sein. © dpa, A9999 Ruth Hartwig

In erster Linie geht es also darum, die Pariser Klimaziele auch wirklich zu erreichen, denn nur eine möglichst geringe Erderwärmung schützt die Halligen vor ihrem Ende.

Es gibt aber auch Anpassungsmaßnahmen, die vor Ort durchgeführt werden können. Dazu gehören laut WWF steuerbare Sieltore, eine grünere Uferbefestigung sowie an einigen Stellen unterstützende Sandaufspülungen.

Durch ein steuerbares Sieltor kann immer wieder Schlick und Sand der Hallig zugeführt werden. Da wirkt es dem steigenden Meeresspiegel entgegen und hält die Wiesen salzig – wichtig für die Seevögel. Sandaufspülungen sind ein weniger harter Eingriff in die ursprüngliche Welt der Halligen als steinerne Befestigungen.

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(osc)