Extreme in den Wintermonaten?

Wetter und Klima im Winter: Arktisches Meereis wird immer weniger

Das arktische Meereis-Minimum wird in den nächsten Wochen erreicht. Und es liegt schon jetzt wieder weit unter dem Durchschnitt der vergangenen Jahre. Einen neuen Negativ-Rekord wird es wohl nicht geben, aber die Folgen und Auswirkungen auf unser Klima und auch auf das Wetter im Winter werden wir zu spüren bekommen. Werden die Extreme auch in den Wintermonaten anhalten?

Oben im Video: Frost-Fakten für den Winter – mit wie viel eisigen Tagen müssen wir in Deutschland durchschnittlich rechnen?

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Im Sommerhalbjahr wird das Eis in der Arktis immer weniger

Die Grafik zeigt die Anomalie des arktischen Meereises bis zum 26.08.2022
Auch im Jahr 2022 liegt die arktische Meereis-Ausdehnung deutlich unter dem Mittel (rote Kurve)

Obwohl die Meereis- Ausdehnung in der Arktis die höchste in den letzten 8 Jahren ist, fehlt laut dem Arctic Data Archive System (NIPR) im Vergleich zur Langzeitklimatologie auch im Jahr 2022 sehr viel Eis. Die arktische Meereis-Ausdehnung betrug am 26. August 2022 noch ganze 5,478 Millionen Quadratkilometer. Somit liegt die Meereisausdehnung etwa 1,5 Millionen Quadratkilometer unter dem Durchschnitt von 1981-2010 und 1,9 Millionen Quadratkilometer unter dem Durchschnitt von 1979-1990.

Im Sommerhalbjahr werden die arktischen Meereis-Flächen kleiner. Das ist normal und betrifft grob den Zeitraum von April bis September, in dem das Minimum im Jahr normalerweise erreicht wird. Im Oktober beginnt hingegen das rasante Wachstum der Eisflächen.

Lese-Tipp: Bald eisfreie Arktis und die Folgen für Deutschland und die Welt – Interview mit Klima-Forscherin Dr. Stefanie Arndt

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Welche Auswirkungen wird das auf den Winter 2022/2023 haben?

Diese Frage lässt sich natürlich zu diesem Zeitpunkt noch nicht beantworten. Fakt ist aber, dass bei einer geringeren Ausbreitung des Meereises die Vitalität und die Aktivität des Polarwirbels gestört werden könnte. Dieser ist mitverantwortlich für den Verlauf unseres Winters. Bei einem starken Polarwirbel und einem intensiven Jetstream wird das Wetter in Deutschland und Europa im Winter eher von milden westlichen Winden bestimmt. Ist der Wirbel geschwächt oder gar geteilt, dann haben andere Wetterlagen eher ein Chance. Sowohl sehr kalte auch sehr milde Lagen. Das Wetter hat somit den Hang zu mehr Extremen.

Lese-Tipp: Weichenstellung für den Winter – kommt der Polarwirbel in Fahrt?

Wetterlagen-Roulette im Winter: Der Winter 2012 war eher kalt

Nimmt man die geringe Ausdehnung des Meereises des bisherigen Negativ-Rekordhalters das Jahr 2012 mal als Referenz, dann könnten wir im Winter 2020/2021 häufiger mal die dicke Jacke brauchen. Denn die kalte Jahreszeit zog gerade gegen Ende im Februar und März 2013 nochmals richtig an. Im März 2013 sorgte nämlich ein Polarsplitt für eine Temperaturabweichung von mehr als drei Grad nach unten. Am kältesten war der Osten unseres Landes, wo es um die fünf Grad kälter war als im langjährigen Mittel

Auch Extreme der anderen Art sind denkbar

Doch nicht nur kalte Wetterlagen mit nördlichen oder östlichen Winden sind in diesem Szenario denkbar. Mit von der Partie wären wohl ebenso Wetterlagen der Kategorie Süd-Nord. Also deftig milde Phasen. Grundsätzlich ist dementsprechend die Wahrscheinlichkeit für einen Winter der Wetter-Extreme aus jetziger Sicht deutlich erhöht.

Lese-Tipp: Gefährlicher Herbst am Mittelmeer – Unwetterextreme und mögliche Medicanes

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(oha)