März 2013: Eiskalt und rekordverdächtig

Wetterbericht Deutschland
Frostig und gar nicht frühlingshaft: Der März 2013 war so kalt wie seit 130 Jahren nicht mehr. © dpa, Patrick Pleul

Frostige Monatsbilanz

Meteorologisch hat am 20. März der Frühling begonnen - nur leider haben wir davon nichts gemerkt, da die Temperaturen überhaupt nicht frühlingshaft waren. Deutschland erlebte stattdessen den kältesten März seit Jahrzehnten. In einigen Landesteilen war es sogar der kälteste März seit 130 Jahren.

Insgesamt war der Monat 3,3 Grad kälter als im langjährigen Durchschnitt der Jahre 1961 bis 1990. Normalerweise bringt die Großwetterlage feuchte und milde Atlantik-Luft nach Europa, in diesem Jahr trieb der Luftstrom allerdings aus Norden und Osten arktische Luft zu uns.

Die Temperatur- und Schneerekorde purzelten vor allem im Osten und Norden. Mitte März fiel das Quecksilber im sächsischen Deutschneudorf-Brüderwiese auf ein bundesweites Minimum von minus 21,3 Grad. Die Bundeshauptstadt Berlin liegt seit dem 10. März unter einer dichten Schneedecke, die bis zu 20 Zentimeter erreichte - so viel Schnee gab es dort zuletzt im Jahre 1892.

Allerdings ist der März 2013 nicht nur ein Ausreißer bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, denn in Düsseldorf wurden Anfang des Monats 20,2 Grad plus gemessen. Die Frühlings-Wärme konnte sich aber nicht lange halten, schon sieben Tage später betrug der Temperaturunterschied 32,1 Grad: Düsseldorf bibberte wieder bei minus 11,9 Grad.

Einen zarten Hauch von Frühling erlebten nur die mittleren und südlichen Regionen. Insgesamt war der Winter trüb mit extrem wenig Sonnenschein. Zumindest das hat sich im März geändert, denn was den Sonnenschein betrifft wurden Rekorde gebrochen. In Grünow, nordöstlich von Berlin schien die Sonne mit 189 Stunden bundesweit am längsten. Ein schwacher Trost, denn das Osterwochenende war eisig und brachte Neuschnee. Der zweite Frühlingsmonat April startet leider nicht sehr viel anders, findet allerdings langsam zum Durchschnitt zurück.

Viele Teile Europas leiden unter dem hartnäckigen Winter. In der ukrainischen Hauptstadt Kiew droht nach Rekordschneefällen jetzt Hochwasser. Es wird befürchtet, dass der Wasserpegel des durch die Stadt fließenden Dnjepr um bis zu 2,60 Meter ansteigt. In Moskau kann das bevorstehende Tauwetter ebenfalls zur Gefahr werden, dort wird vor herabstürzenden Eiszapfen und Dachlawinen gewarnt.