Hitze-, Dürre- oder Schaukelsommer für Deutschland?
Prognose und Vorhersage Sommer 2021: Wie wird das Wetter? Das sagen die Modelle
Nach dem sehr unterkühlten Frühjahr und dem zum Teil sehr nassen Mai richten sich nun unsere Blicke und Wünsche vielleicht noch viel mehr auf den Sommer als es in den letzten Jahren der Fall gewesen ist. Wann kommt er endlich mal richtig in Fahrt und was können wir vom Sommer 2021 erwarten? Wir schauen auf die verschiedenen Wettermodelle und -vorhersagen und werten diese aus.
Mehr zum Sommer 2021: Der Blick in die Wetterstatistik – Das können wir vom Sommer in Deutschland erwarten.
Die Sommerprognose und wie sie entsteht

Es ist jetzt kurz vorm meteorologischen Sommerbeginn 2021 und eine wichtige, aber auch große Frage ploppt unweigerlich auf: Wie wird der Sommer 2021? Schließlich wagen wir den Blick auf drei Monate und damit ein großes Stück weit in die meteorologische Glaskugel. Und natürlich können selbst die besten Wettercomputer es nicht leisten, uns das detaillierte Wetter für einen beliebigen Tag im Juli oder August zu geben.
Aber es gibt eben langfristige Prognosen, die der Sommervorhersage zu Grunde liegen und die eben auch erste Trends für die heiße Jahreszeit zulassen. Vielleicht wird es aber auch gar nicht so heiß. Wir haben uns die Langfristprognosen angeschaut und was sie über den Charakter des Sommers 2021 aussagen.
Wird der Sommer 2021 ein Hitzesommer?

Unser RTL-Meteorologe Björn Alexander hat sich die Computermodelle angesehen: „Nachdem was uns beispielsweise die Berechnungen der experimentellen Langfristvorhersage des Amerikanischen Wetterdienstes NOAA zeigen, deutet sehr vieles auf einen sehr durchschnittlichen Sommer in weiten Teilen Europas und auch in Deutschland hin.”
Können wir damit einen Hitzesommer jetzt schon ausschließen? „Die Wahrscheinlichkeit für einen ausgewachsenen Hitzesommer ist damit deutlich geringer als für einen durchschnittlichen Sommer. Das zeigt uns zum Beispiel auch die längerfristige Vorhersage des ECMWF. Allerdings sind natürlich hier auch durchaus heiße Phasen im Sommer 2021 in den Prognosen.”
Wir bekommen wohl im Durchschnitt einen Sommer mit heißen Phasen, also einen klassischen Wechsel- oder Schaukelsommer. Die Sommerprognose des Amerikanischen Wetterdienstes NOAA mit dem CFS-Modell haben wir hier für Sie aufbereitet.
Durchschnitt mit heißen Phasen - Der klassische Wechselsommer

Dass der Sommer 2021 am Ende ein Durchschnittskandidat ist, ist also sowohl in der Statistik als auch durch die Vorhersage die wahrscheinlichste Prognose. Doch wie sieht es mit den heißen Phasen aus: Wie heftig können die werden? Experte Björn Alexander erklärt das so: „Dass es nach einem durchschnittlichen Sommerverlauf einen richtigen Hitzehammer geben kann, hat uns der August 2020 gezeigt. Und solche Extremwetterlagen kann eine Langfristprognose natürlich auch nicht machen. Aber die Trends zeigen eben für den Sommer 2021 eine durchschnittlichen Verlauf und damit dürfte der Juli – nach jetzigem Stand – der beste Monat des Sommers werden.”
Der Sommer 2020 war ein abwechslungsreicher Sommer wie wir ihn selten erlebt haben: Lesen Sie mehr dazu.
Die Prognose für den Juni 2021: Schafskälte grätscht dem Sommer dazwischen

In den Langfristprognosen treten zwar wiederholt auch Hitzephasen im Juni 2021 auf. Doch nach jetzigem Stand scheint es maximal auf eine richtig heiße Phase im letzten Juni-Drittel hinaus zu laufen. Zuvor könnte die Schafskälte dem leisen Auflodern des Sommers noch einmal fies dazwischen grätschen. Derweil weisen die Computermodelle alles in allem übrigens auf ein durchschnittliches Regenangebot hin. Und das wären im langjährigen Mittelwert um die 75 bis 80 Liter pro Quadratmeter.
Wir schauen direkt in die Juni-Prognose mit dem 42-Tage-Wettertrend.
Der Juli 2021 könnte der Sommermonat werden

Bei den Berechnungen der Langfrist kristallisiert sich derzeit heraus, dass es ein klassischer Sommerverlauf werden könnte. Damit stände der Juli bis in die ersten Tage des Augusts hinein an der Spitze des Sommers. Die sogenannten Hundstage würden demnach im kommenden Sommer ziemlich zeitig kommen und hätten mit hoher Wahrscheinlichkeit auch über 30 Grad im Programm.
Im August 2021 ebbt der Sommer langsam ab

Nach allem, was die Langfristmodelle für den August 2021 berechnen, dürfte sich der dritte Sommermonat nach einem heißen Beginn langsam abkühlen. Und nachdem der Juli mit den Hundstagen tendenziell beständiger verlaufen sollen, steigen auch die Anzeichen in den Vorhersagen, dass es wechselhafter werden könnte. Im langjährigen Mittel sind in Deutschland im August um die 80 bis 90 Liter Regen pro Quadratmeter drin. Und sollten diese ebenso zusammenkommen, wie der durchschnittliche Regen im Juni, dann würde uns definitiv auch ein erneuter Dürresommer erspart bleiben.
Der August 2020 ragt aus dem Wetterjahr 2020 herauf: Das Wetterjahr 2020 im Überblick.
Fazit: Kein Sommermärchen, aber ein guter Sommer mit Aufs und Abs

Viele von uns werden angesichts der bevorstehenden Fußball-EM wohl an das Sommermärchen von 2006 denken. Und gewisse Parallelen weißt der Blick auf die Wetterstatistik tatsächlich auf. Denn auf einen unterkühlten Frühling folgte die volle Sommer-Dröhung im Juli. Allerdings damals alles andere als durchschnittlich mit 5 Grad über dem Durchschnitt. Übrigens ähnlich verlief auch der Sommer 2010. Ganz nach der Formel: Unterkühltes Frühjahr und dann folgte im Juli die Sommerspitze. Insofern und aufgrund der aktuellen Vorhersagen liegen die größten Wahrscheinlichkeiten aktuell bei einem klassischen Sommerverlauf mit eher durchschnittlichen Temperaturen.
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Sommerfakten im Überblick
- Meteorologisch beginnt der Sommer immer am 1.Juni
- Der kalendarische Sommerbeginn ist rund drei Wochen später
- Die Durchschnittstemperatur liegt im Juni bei etwa 15 Grad
- Im Juli und August bewegt sich die mittlere Temperatur bei um die 17 Grad
- Normalerweise bringt uns der Sommer insgesamt gerne mal 600 bis 650 Sonnenstunden
- Beim Regen liegen die langjährigen Mittelwerte in den drei Sommermonaten Juni, Juli und August insgesamt bei um die 250 Liter pro Quadratmeter
- Die höchsten Temperaturen brachte uns der Sommer 2019 mit zum Teil mehr als 41 Grad mit einer außergewöhnlichen Hitzewelle
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