Trends deuten durchwachsenen Sommer an

NOAA-Langfristvorhersage: So sind die aktuellen Computer-Prognosen für den Sommer 2021

Keine Sommer-Euphorie: Wettercomputer zeigen sich verhalten

Es wäre so einfach, wenn sich das teils extrem unterkühlte Frühjahr durch einen fabelhaften Sommer ausgleichen würde. Doch leider funktioniert es so eben nicht. Dennoch gibt es natürlich Wettercomputer, die mit ihren Langfristprognosen weit in die Zukunft schauen. Einige dieser Großrechner verwendet der Amerikanische Wetterdienst NOAA mit seinen CFS-Vorhersagen. Wir schauen auf die aktuellsten Vorhersagen und Berechnungen, um Ihnen einen Ausblick für den Sommer 2021 zu geben. Und eines sei schon mal verraten: Bisher sehen die CFS-Vorhersagen einen ziemlich durchschnittlichen Sommer kommen.

Oben im Video: So viele Sommer- und Hitzetage sind normalerweise möglich.

Prognose für den Sommer 2021: Die Temperatur-Abweichungen

Die Graphik zeigt die Computervorhersage des Amerikanischen Wetterdienstes NOAA anhand des CFS für den Sommer 2021. Demnach geht es durchschnittlich temperiert durch die Sommermonate Juni, Juli und August.
Die Vorhersage der Temperaturabweichungen für den Sommer 2021. Vergleichszeitraum 1991 bis 2020 (Stand: 18.05.2021, weiß = Durchschnitt, blau = zu kalt, orange oder rot = zu warm) © www.noaa.gov

Der Sommer 2021 kommt recht unauffällig um die Ecke

Die NOAA-Prognose für den Sommer 2021 mit den Monaten Juni, Juli und August zeigt sich ziemlich einheitlich im durchschnittlichen Bereich. Das würde somit einer durchschnittlichen Temperatur von rund 18 Grad entsprechen. Ob sich dabei allerdings sehr heiße und viel zu kühle Phasen abwechseln und somit ausgleichen, ist freilich nicht zu erkennen. Allerdings spricht vieles für einen eher gemächlichen Sommer ohne allzu viele Hitzephasen. Und auch die große Dürre ist derzeit nicht in Sicht. Ganz anders als in den letzten Jahren.

Berechnung für den Sommer 2021: Der Regen im Überblick

Die Graphik zeigt die Computervorhersage des Amerikanischen Wetterdienstes NOAA anhand des CFS für den Sommer 2021 und den zu erwartenden Regen. Demnach geht es häufig durchschnittlich nass durch die Sommermonate Juni, Juli und August.
Die Vorhersage der Abweichungen vom Regensoll für den Sommer 2021. Vergleichszeitraum 1991 bis 2020 (Stand: 18.05.2021, weiß = Durchschnitt, grün = zu viel, orange/rot = zu wenig Regen) © www.noaa.gov

Auch beim Regen zeigt sich ein meist ausgeglichenes Bild

Es scheint fast so, als wolle der Sommer 2021 mal ein ganz normaler Sommer werden zu wollen. Nach den aktuellen Computerberechnungen hätte nur der Süden Deutschlands in den Monaten von Juni bis August zu wenig Niederschläge zu erwarten. Ansonsten würde uns – nach jetzigem Stand – ein durchschnittliches Angebot an Regen blühen. Und das sind immerhin rund 270 Liter pro Quadratmeter im bundesweiten Durchschnitt für die drei Sommermonate.

Fazit: Der Sommer 2021 macht auf Hausmannskost

Es ist nicht das 5-Sterne-Sommer-Deluxe-Menü, das uns der Sommer 2021 nach den aktuellen Vorhersagen des Amerikanischen Wetterdienstes NOAA servieren möchte. Auf der anderen Seite wird es aber sicherlich auch im nahenden Sommer für einige schöne und warme Wochen reichen. Und wenn es dann mal eben nicht der durchgängige Hitze- und Sonnensommer ist, dann kann auch die Natur endlich mal längerfristig aufatmen. Normal ist schließlich auch mal wieder ganz schön.

Wann ist denn eigentlich Sommeranfang 2021?

Am 01.06.2021 ist meteorologischer Sommerbeginn. Und damit ist der drei Wochen vor dem kalendarischen oder auch astronomischen Sommeranfang. Doch warum dieser Unterschied?

RTL-Meteorologe Björn Alexander weiß die Antwort: „Einerseits ist der Juni wettertechnisch mit Sonnenhöchststand, langen Tagen usw. als Sommermonat zu sehen. Schon alleine deswegen würde es einen Sinn ergeben, ihn komplett mit dem Juli und dem August zum Sommer zu zählen. Andererseits - und das ist der Hauptgrund - variiert der kalendarische Jahreszeitenwechsel. Denn er ist vom Sonnenstand abhängig. In diesem Jahr ist die Sommersonnenwende am 21.Juni um 5:32 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit. Aber auch der 20. oder der 22.Juni sind möglich. Und diese Varianz ist extrem hinderlich, wenn es um die Vergleichbarkeit bei der Wetteraufzeichnung geht. Denn die Statistik mag solche Ungenauigkeiten gar nicht. Deshalb beginnt die meteorologische oder auch statistische Jahreszeit immer am Monatsersten, also immer rund drei Wochen vor dem kalendarischen oder astronomischen Jahreszeitenwechsel.”

Mehr zum Sommer im Wetterlexikon.

Warum gibt es überhaupt Langfristvorhersagen?

Die experimentellen Langfristprognosen haben ihre Berechtigung und auch ihre Grundlage eher in der Energiewirtschaft. Hier ist es wichtig, im Vorfeld längerfristige Trends bei den Temperaturen zu sehen und auf diese zu reagieren. Insofern sind sie durchaus tauglich, um längerfristige Tendenzen darzustellen.

Was man ihnen nicht entnehmen kann, das sind detaillierte Vorhersagen für bestimmte Tage, zum Beispiel, wie das Wetter an Silvester wird. Denn diese Art von Wetterprognosen, die wir aus den täglichen Wetterberichten kennen, ist natürlich für alle meteorologischen Parameter auch nur für einige Tage verlässlich möglich. Je nach Wetterlage sind das maximal drei bis neun Tage.

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