Tag des Waldes

Deutschland in Sorge um den eigenen Baumbestand

von Karim Belbachir

Dürre, Borkenkäfer und die Februarstürme haben dem Wald in Deutschland zuletzt sehr zugesetzt. Die noch fehlende Belaubung macht das Ausmaß des Waldsterbens offenkundig. Zum Tag des Waldes schauen wir darauf, wie es um den Wald steht und was getan wird.

Die Grüne Lunge stirbt

ARCHIV - 15.02.2019, Brandenburg, Treuenbrietzen: Deutlich sichtbar sind verbrannte und noch grüne Kiefern eines Waldes nahe der Bundesstraße 102 (Luftaufnahme mit einer Drohne). (zu dpa «Trocken und sonnig: Waldbrandgefahr in Brandenburg steigt») Fo
Trocken und sonnig: Waldbrandgefahr in Brandenburg steigt

Wer dieserzeit über die deutschen Autobahnen fährt, könnte den Eindruck gewinnen, dass es den deutschen Wald nicht mehr gibt. Kahle Baumskelette säumen die Straßen. Das liegt zum Einen natürlich an der noch fehlenden Belaubung, zum Anderen aber auch an den sterbenden Bäumen. Borkenkäfer, Stürme und Dürre haben dem deutschen Wald in den vergangenen Jahren enorm zugesetzt. Nun kommt durch den im März fehlenden Regen noch die erhöhte Waldbrandgefahr hinzu. Die Grüne Lunge stirbt zusehends ab.

Erst kürzlich hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt eine Auswertung ihrer Satellitenbilder über die Baumverluste veröffentlicht. So seien von Januar 2018 bis einschließlich April 2021 in Deutschland auf rund 501.000 Hektar Fläche Bäume verloren gegangen. Der Verlust entspräche fast fünf Prozent der gesamten Waldfläche und sei damit erheblich höher als bisher angenommen. Gerade Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen trifft es dabei besonders heftig. Dort stehen häufig Nadelwälder, die stark betroffen sind. In NRW gab es in den Fichtenwäldern Verluste von bis zu 25 Prozent.

Februarstürme und Borkenkäfer machten dem Wald zu schaffen

Borkenkäfer
Ein Borkenkäfer krabbelt über eine Ein-Cent-Münze.

Was der Wind der Februarstürme nicht umgeworfen hat, holte sich schließlich der Borkenkäfer. Mit großräumigen Kahlschlägen wurde versucht der Lage Herr zu werden und eine Ausbreitung des Schädlings einzudämmen. Die von der Dürre in den vergangenen Jahren angeschlagenen Bäume waren dem Borkenkäfer ausgeliefert, der sich gerade in trockenen Zeiten unvermindert vermehrt.

So erklärte auch Frank Thonfeld vom Earth Observation Center (EOC) des Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR): „Die jährlichen Waldzustandsberichte der Behörden machen bereits deutlich, dass sich der Zustand der deutschen Wälder schon seit längerer Zeit kontinuierlich verschlechtert. Aber die Schäden der letzten wenigen Jahre sind beispiellos".

Pflanzaktionen zum Tag des Waldes

02.03.2022, Niedersachsen, Oechtringen: Durch die Stürme umgeworfenen Bäumen liegen auf dem Waldboden (Aufnahme mit einer Drohne). Die Stürme der vergangenen Wochen haben in den Wäldern einiges zerstört. Bevor die Temperaturen im Frühling klettern un
Die Februarstürme haben etliche Bäume entwurzelt.

Die Forstbetriebe waren gerade nach den Februarstürmen sehr beschäftigt, angeschlagene Bäume zu fällen. Das Holz wurde anschließend aufgeschichtet. So sieht man beim Vorbeifahren viele gestapelte Baumstämme in den ehemals bewaldeten Schneisen herumliegen. Die Schneisen sollen wieder bepflanzt werden und das möglichst mit robusteren Baumarten.

Zum internationalen Tag des Waldes am Montag, 21. März haben mehrere Forstbetriebe zu Mitmachaktionen aufgerufen. Der Staatsbetrieb Sachsenforst hat beispielsweise neben Pflanzaktionen auch zum gemeinsamen Müllsammeln aufgerufen.

Es gibt aber noch weitere Aktionen, die zeigen, dass der Wald Unterstützung braucht. So hat der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater im Rahmen seiner Initiative #Verbandswald in Kooperation mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald mit der Erstaufforstung einer ehemals landwirtschaftlichen Nutzfläche am Rande von Mehlingen in Rheinland-Pfalz begonnen. Damit soll ein Beitrag zum Aufbau neuer Wälder in Deutschland geleistet werden. Auch andere Unternehmen haben solche Pflanzaktionen gestartet.

Bäume als CO2-Speicher unersetzlich

Wenn alte Bäume weiter absterben, weil sie nicht in der Lage sind, durch die trockenen Böden an Wasserreserven zu gelangen oder Schädlingen zum Opfer fallen, gehen sie als wichtiger Sauerstofflieferant und Kohlenstoff-Speicher verloren. Sie sind als CO2-Speicher in Zeiten des Klimawandels unersetzlich. Bis die Verluste aber nachgewachsen sind, wird es allerdings noch eine Weile dauern. Pflanzaktionen sind aber bereits ein guter Schritt in die richtige Richtung.

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(mit dpa)