Wissenschaftler schlagen Alarm

Satellitendaten zeigen: Waldsterben ist schlimmer als befürchtet

Kahlschlag
Manchmal müssen ganze Waldflächen kahlgeschlagen werden, um den Borkenkäfer aufzuhalten.

Das Waldsterben in Deutschland ist noch größer als befürchtet. Satellitendaten zeigen, dass innerhalb von drei Jahren fast fünf Prozent der Waldfläche verschwunden sind. Vor allem Hitze und Dürre (sowie der dadurch begünstigte Borkenkäfer) sind für das Baumsterben verantwortlich.

In wenigen Jahren „beispiellose“ Schäden in deutschen Wäldern

Die Empörung über die Abholzung im brasilianischen Regenwald ist hierzulande groß. Doch auch unsere deutschen Wälder sind bedroht. Luftaufnahmen zeigen beispielsweise das Waldsterben im Harz besonders drastisch. Mit Satellitendaten haben Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) sich einen Überblick verschafft – und kommen zu erschreckenden Ergebnissen.

„Die jährlichen Waldzustandsberichte der Behörden machen bereits deutlich, dass sich der Zustand der deutschen Wälder schon seit längere Zeit kontinuierlich verschlechtert. Aber die Schäden der letzten wenigen Jahre sind beispiellos,“ erklärt Dr. Frank Thonfeld vom DLR in einem Zitat auf der Seite des DLR.

Von Januar 2018 bis April 2021 seien demnach auf einer Fläche von 501.000 Hektar „Baumverluste“ registriert. Das würde fast fünf Prozent der gesamten Waldfläche in Deutschland entsprechen – und sei mehr als als bisher angenommen.

Nadelwälder in der Mitte Deutschlands besonders stark betroffen

Waldsterben
Die Grafik des DLR zeigt, dass das Waldsterben in der Mitte Deutschlands besonders drastisch zugeschlagen hat.

Überwiegend sind offenbar Nadelwälder in der Mitte Deutschlands betroffen. In Nordrhein-Westfalen seien mehr als ein Viertel der Fichtenwaldfläche verloren, in einigen Landkreisen sogar mehr als zwei Drittel! Hitze und Dürre haben den Wäldern schwer zugesetzt, und die Ausbreitung von Schädlingen begünstigt. Die Bäume sind gestorben oder mussten gefällt werden, um den Borkenkäfer zu stoppen.

Neben den besonders gefährdeten Fichtenwälder-Monokulturen sind auch andere Baumarten betroffen. „Unsere Analysen zeigen, dass auch Eiche, Buche und Kiefer – neben der Fichte die häufigsten Baumarten in Deutschland – starke Schäden aufweisen. Dasselbe gilt für seltenere Arten wie Bergahorn oder Lärche,“ wie Dr. Thonfeld erklärt.

Auch Sturmschäden haben den Wäldern zugesetzt, auch das kann mit Satelliten ausgewertet werden.

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Satelliten beobachten die Waldflächen mit einer Auflösung von 10 Metern

Das DLR verwendet für solche Untersuchungen Sentinel-2 und Landsat-8 Satelliten. Mehr als 20.000 Datensätze sind eingeflossen und erlauben eine Auflösung von zehn Metern. Die Technik wird weiter entwickelt und kann zukünftig auch für Waldbestände in anderen Ländern anwenden. Denn Klimaveränderungen und Waldschäden sind auch in unseren Nachbarländern ein Problem.

Das große Problem: Die Dürre in Deutschland - zumindest in tiefen Bodenschichten

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(cli)