Das waren die fünf teuersten Stürme in Deutschland

'Kyrill' unangefochten - 'Lothar' der zweitteuerste Sturm

In der vergangenen Woche wurde ein Streifen von Nordwestdeutschland bis zur polnischen Grenze vom Sturmtief 'Xavier' heimgesucht. Weil der Sturm mitten an einem Werktag über dicht besiedelte Gebiete zog, waren die Schäden hoch. Viele Menschen waren unterwegs, die an einem Wochenende vielleicht zu Hause geblieben wären. So verloren sieben Menschen in dem Sturm ihr Leben. Die materiellen Schäden waren auch deshalb so hoch, weil die Bäume noch stark belaubt sind Anfang Oktober. Die vielen Blätter bieten dem Wind eine große Angriffsfläche, große Äste brechen leicht ab oder der ganze Baum wird entwurzelt. Viele Äste und Bäume fielen auf die Oberleitung der Bahn – das Chaos für die Bahnfahrer war daher besonders groß. Stürme, die früh im Herbst stattfinden, haben also ein großes Gefahren- und Schadenspotenzial. 

Mehr als zwei Milliarden Euro Schaden durch 'Kyrill'

Ob 'Xavier' es in die Top Fünf der verheerendsten Stürme in Deutschland schafft, steht jetzt noch nicht fest. Wie der GDV (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft) mitteilte, ist 'Kyrill‘ nach wie vor der teuerste Sturm der vergangenen 20 Jahre. 'Kyrill' wütete vom 18. bis 19. Januar 2007 und kostete die Versicherungen mehr als zwei Milliarden Euro. Die Zahl der Schäden ist mit mehr als zwei Millionen ebenfalls ein Rekord. 13 Menschen starben damals durch 'Kyrill'.

Orkan 'Lothar‘ pfiff an Weihnachten 1999 mit teilweise mehr als 250 km/h (!) über den Schwarzwald. 550.000 Schäden wurden durch diese Naturkatastrophe gemeldet, die kosteten 800 Millionen Euro. In Deutschland starben 13 Menschen, in Frankreich und der Schweiz aber insgesamt mehr als 100. Fast eine Million Schadensfälle gab es durch 'Jeanett'. Der Orkan zog über große Teile Deutschlands, richtete die größten Schäden aber in Tschechien an. Dennoch starben am 27. und 28. Oktober 2002 elf Menschen in Deutschland durch den Sturm. 760 Millionen Euro Schaden gab es für die Versicherer.

Hochwasser teilweise noch teurer als die Stürme

Das waren die fünf teuersten Stürme in Deutschland
Orkan 'Kyrill' hinterließ 2007 eine Schneise der Verwüstung. © obs, WDR/dpa/Oliver Berg

Tief 'Niklas' zog vom 30. März bis 1. April 2015 über Europa. Neun Deutsche kostete der Sturm ihr Leben, die Versicherungen bezahlten 590 Millionen Euro, um die Schäden zu beseitigen. Der Orkan traf besonders Nordrhein-Westfalen. Dort wurde der komplette Zugverkehr eingestellt. Tief 'Xynthia' vom 28. Februar 2010 kostete immer noch 510 Millionen Euro. Am schlimmsten wütete der Wintersturm in Frankreich, wo eine Million Haushalte ohne Strom waren. Im Süden und Westen Deutschlands starben sieben Menschen.  

Bezieht man nicht nur Stürme in die Berechnungen mit ein, dann liegen hinter 'Kyrill' zwei Hochwasser und ein Hagelsturm. Das August-Hochwasser der Elbe und ihrer Zuflüsse von 2002 – auch die Jahrhundertflut von 2002 genannt - kostete die Versicherungen 1,8 Mrd. Euro. Mit 1,65 Mrd. Euro war das Juni-Hochwasser von 2013 an Elbe und Donau nur unwesentlich günstiger.

Das Tief 'Andreas' brachte im Hochsommer 2013 einen fürchterlichen Hagelsturm über Baden-Württemberg und Bayern. Besonders betroffen das beschauliche Reutlingen. Daher wird das Ereignis auch der 'Hagelsturm von Reutlingen' genannt. Das Unwetter zog über den Schwarzwald Richtung Ostalb ins Nördlinger Ries und hinterließ entsetzliche Schäden, die mit 1,6 Mrd. Euro beziffert wurden. Mehrere Hundert Menschen wurden durch das Unwetter verletzt.