Lebensgefahr in den Wäldern

Nachwirkungen der Sturmserie - massive Schäden und Hochwasser

von Björn Alexander und Karim Belbachir

21.02.2022, Mecklenburg-Vorpommern, Grevesmühlen: Entwurzelte und angebrochene Bäume liegen nach den Sturmtiefs der letzten Tage in dem großflächig zerstörten Fichtenbestand im Everstorfer Forst (Luftaufnahme mit einer Drohne). Die von Trockenheit un
Schäden durch Sturmtiefs in Norddeutschland

Gerade unsere Wälder haben in den letzten Jahren durch die Trockenheit extrem gelitten. Eine Ausgangslage, in der viele Bäume vorgeschädigt sind und kaum noch Widerstandskraft besitzen. Insbesondere im Hinblick auf die Sturmserie, die Deutschland getroffen hat. Im Wald herrscht dadurch leider weiterhin Gefahr für Leib und Leben. Und auch die Wassermassen sind in einigen Regionen noch nicht abgeflossen.

Orkanböen haben vor allem die Nordhälfte gebeutelt

„Das Sturmtrio, das Deutschland seit letzter Woche Donnerstag überquert hat, brachte vor allem der Mitte und dem Norden eine ganze Serie von schweren Sturm- bis Orkanböen, so der RTL-Meteorologe Björn Alexander. Zudem teilweise massiven Dauerregen, was schlussendlich die Böden aufgeweicht hat. Eine Kombination, der viele Bäume nicht standhalten konnten.

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Blick auf den Baumbestand: Unübersichtlich und mitunter lebensgefährlich

21.02.2022, Mecklenburg-Vorpommern, Grevesmühlen: Revierförster Dirk Meierfeld begutachtet die Schäden nach den Sturmtiefs der letzten Tage in dem großflächig zerstörten Fichtenbestand im Everstorfer Forst. Die von Trockenheit und Borkenkäferbefall g
Ein Bild der Verwüstung: Schäden durch die Sturmtiefs - vor allem in Norddeutschland

„Wer in diesen Tagen selber für die Verkehrssicherung seiner Wälder verantwortlich ist, der hat ein schweres Los”, weiß Alexander, der am Niederrhein selber mit den Sturmschäden zu kämpfen hat. Ein ganzer Teil der Bäume habe durch die Stürme YLENIA, ZEYNEP und ANTONIA im wahrsten Sinne des Wortes den Rest bekommen. Das gelte für freistehende Baumbestände. Aber besonders in den Wäldern sei die Lage „sehr unübersichtlich und mitunter lebensgefährlich”.

Erneut drohen starke bis stürmische Böen

Im Anschluss an größere Stürme ist die Lage in den Wäldern eigentlich immer brisant. Denn Bäume, die quer hängen oder sich beim Herabstürzen verkeilt haben, können zu Boden donnern. Auch bei teilweise zentnerschweren Ästen, die eigentlich schon abgebrochen sind und nur noch in den Baumkronen hängen, um auf die nächste Sturmböe zu warten, sieht der Alexander in den nächsten Tagen problematische Situation kommen: „Donnerstag und Freitag wird unser Wetter erneut ruppig mit Regen-, Schnee- und Graupelschauern sowie lokalen Gewittern.”

Gleichzeitig gehe damit abermals ein stark bis stürmisch auffrischender Wind einher. Das dürfte wiederum dazu führen, dass bereits geschädigte Äste und Bäume niederfallen können. „Und wenn man das Krachen neben sich hört, dann ist es leider oft schon zu spät zum Ausweichen”, erläutert des Wetterexperte mit Forsterfahrung weiter.

Bestes Ausflugswetter am Wochenende - aber bitte nicht im Wald

Für das Wochenende sehen die Wettercomputer viel Sonnenschein auf uns zukommen. Tolles Ausflugs- und Wanderwetter also. Aber leider gilt dabei auch weiterhin, dass es besonders in den Wäldern der Nordhälfte Deutschlands sehr gefährlich sein kann. Besser sieht es dementsprechend auf den freien Flächen aus – auch wenn hier zum Teil noch Wiesen unter Wasser stehen können.

Die Aussichten im Detail: So schön wird unser Wetter ab dem Wochenende

RTL-Meteorologe Björn Alexander

Das Bild zeigt den RTL-Meteorologen Björn Alexander
RTL-Meteorologe Björn Alexander

Überschwemmungen und Hochwasser

Mit den Stürmen kam auch reichlich Regen. Björn Alexander dazu: „Im Westen und Norden sowie generell in den Staulagen der Gebirge melden die Wetterstation im Februar 2022 bislang verbreitet über 100 bis an die 300 Liter Regen pro Quadratmeter. Normal wären im ganzen Monat um die 50 Liter auf jeden Quadratmeter.” Und während das Wasser in den Bergen rasch abfließen konnte, staut es sich im Flachland – zumal auch die Entwässerungsgräben prall gefüllt sind.

Hier ist leider weiterhin Geduld gefragt. Aber zumindest lässt die Hochdrucklage, die sich zum Wochenende und zu Beginn der nächsten Woche einstellt, darauf hoffen, dass vorerst einmal kein neuer Regen dazu kommt.

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Markierungsband der Feuerwehr sperrt eine Straße wegen Sturmschäden ab
Hier ist die Gefahr offensichtlich - doch nicht überall sind gefährdete Bereiche so klar gekennzeichnet.

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(bal, kfb)