Regen-Soll ist übervoll

Nach dem Sturm droht Hochwasser

von Henning Liss und Martin Pscherer

Im Februar 2022 hat es reichlich geregnet – teils ist bereits jetzt die drei- bis vierfache Regenmenge eines durchschnittlichen Februars gefallen. Die Prognosen zeigen, dass in den nächsten Tagen noch einiges dazukommt. Das bedeutet für viele Flüsse Hochwassergefahr.

Das Regenradar zeigt aktuelle Niederschläge in Deutschland

Regionen an den Mittelgebirgen besonders von Hochwasser gefährdet

An den Mittelgebirgen ist viel Regen gefallen
Erhöhte Hochwassergefahr in der Mitte und im Norden Deutschlands

Die Böden sind in vielen Regionen derart durchnässt, dass sie kaum noch Wasser aufnehmen können. Meteorologe Martin Pscherer erklärt: „Nach den nassen letzten Tagen sind die Pegel an vielen kleineren und mittleren Flüssen vor allem rund um die Mittelgebirge gestiegen und haben bereits erste Meldestufen überschritten. Da heute und morgen noch weiterer Regen fällt, bleibt die Hochwassersituation auch erst einmal angespannt. Am Mittwoch macht der Regen vorübergehend Pause und die Lage sollte sich entspannen.“

An den Mittelgebirgen kommen zwei Faktoren zusammen: Dort stauen sich die Wolken und bringen deshalb viel Regenwasser, außerdem verschärft Schmelzwasser von den letzten Schneeresten die Situation.

Auch im Norden melden die Hochwasserzentralen erhöhte Warnstufen. Hier spielt aktuell der Wind noch eine Rolle.

Keine Hochwasser-Katastrophe - aber trotzdem nicht ungefährlich

Um Missverständnissen vorzubeugen: Eine großflächige Katastrophe wie im Juli 2021 ist natürlich überhaupt nicht zu erwarten. Doch auch kleinere Überschwemmungen können Keller fluten – und sind deshalb nicht ungefährlich.

Aktuelle Hochwasserwarnungen für kleinere Flüsse

An zahlreichen kleineren Flüssen gilt aktuell Meldestufe 2 – eine Warnung vor einem „Mittleren Hochwasser“. Neben anderen für:

  • Stepenitz (Wolfshagen, Brandenburg)
  • Bode (Wegeleben, Sachsan-Anhalt)
  • Leine (Poppenburg, Niedersachsen)
  • Lenne (Altena, NRW)
  • Steinach (Fürth am Berg, Bayern)
  • Fulda (Bronnzell, Hessen)
Hinzu kommen mehrere Warnungen vor einem „Großen Hochwasser“ aus verschiedenen Stationen Schleswig-Holsteins. Zum Beispiel:
  • Steinau (Pötrau, Schleswig-Holstein)
  • Stör (Willenscharen, Schleswig-Holstein)
Eine Station warnt sogar vor einem „Sehr großen Hochwasser“ an der:
  • Lecker Au (Leck, Schleswig-Holstein)
An den großen Flüssen, wie Donau, Rhein, Oder und Elbe ist die Lage hingegen noch relativ entspannt – sie können noch viel Wasser aufnehmen.

Wie viel Regen ist eigentlich normal?

Normalerweise bringt uns der Monat Februar im langjährigen Mittel um die 50 Liter Regen pro Quadratmeter. Einen der nassesten Februar-Monate erlebten wir dabei in den letzten Jahren im Februar 2020. Damals fielen fast 250 Prozent der ansonsten üblichen Regenmengen. Übrigens war auch der Februar 2020 ein Sturmmonat – geprägt durch Orkan SABINE. Und ebenso wissenswert: nach dem super nassen und sturmlastigen Februar 2020 folgte ein Sonnen-Frühjahr. Insbesondere im April 2020 mit fast doppelt so viel an Sonnenschein wie normalerweise üblich.

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(cli)