Schnee und Glätte sind zurück
Winter-Wetter in Deutschland: Wie heftig und wie lange?
Und da ist es passiert: Die Kaltluft hat regional für Schnee bis in tiefe Lagen gesorgt. Der Schwerpunkt des Winterwetters verlagert sich aktuell. In einigen Regionen Deutschlands drohen Schnee und Glätte auf Straßen und Wegen, bevor sich die sehr milde Luft mit Regen und Tauwetter wieder durchsetzt.
Im Video: Das Wetter der nächsten 7 Tage mit unserem Meteorologen Björn Alexander
Und plötzlich ist es weiß in Deutschland

Am Mittwochmorgen gab es ihn mal wieder, den „plötzlichen Wintereinbruch“, von dem ihr natürlich schon wusstet. Im Westen schneite es morgens nasse Flocken bis Bochum und Dortmund – zumindest kurzzeitig. In den höheren Lagen des Sauerlandes ist es richtig weiß geworden. Auch im Harz winterte es ein.
Bis Mittwochabend rutscht der Schwerpunkt etwas weiter südlich. Vom Siegerland über den hessischen Vogelsberg und die Rhön sowie weite Teile Thüringens bis ins bayerische Vogtland und ins Erzgebirge fällt Schnee. Zum Morgen kann sich teils sogar eine Schneedecke bis rund 5 Zentimeter Höhe ausbilden.
Tückisches Glatteis zum Donnerstag

In der Nacht ziehen auch in Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern Schneeschauer durch, die eine weiße Spur hinterlassen können. Die Glättegefahr ist in den Schneeregionen in der Mitte und im Norden selbstverständlich. Aber auch sonst kann es in der Nordhälfte Deutschlands glatt werden.
Die skandinavische Kaltluft ist in der kommenden Nacht bis nach NRW und Sachsen vorangekommen. Damit gibt es zum Morgen häufig Frost – nicht streng, aber eben vorhanden. Die Böden sind nach den letzten Tagen noch sehr mild, dennoch kann sich gelegentlich Glatteis bilden. Besonders tückisch sind Kaltluftsenken, wenig befahrene Straßen und vor allem Brücken. Hier wärmt sich der Boden nicht auf.
Verbreitet Schneefälle im Norden von Deutschland möglich

Und dann geht’s erst richtig los. Nach einem regnerischen Donnerstagmorgen in der Südhälfte Deutschlands verschiebt sich das Regengebiet nach Norden. Es zieht zurück in die Kaltluft. Aus Regen wird Schneeregen oder Schnee und die Glättegefahr steigt.
Um die Mittagszeit gilt das zunächst nur für die Regionen vom Sauerland bis zum Thüringer Wald. Am Nachmittag verschiebt sich die Zone nach Ostwestfalen, eventuell sogar bis zum Münsterland, ins nordhessische Bergland, in den Harz und nach Nordthüringen. Auch im Erzgebirge gibt es in den Hochlagen noch Schnee. In den südlicher gelegenen Bergen herrscht von hier auf jetzt starkes Tauwetter. Die deutlich wärmere Luftmasse setzt sich mit intensivem Regen durch.
Am Donnerstagabend gibt es dann einen Streifen vom Emsland bis nach Sachsen-Anhalt, eventuell sogar bis nach Berlin und Brandenburg, in dem es Schneeregen oder Schnee geben kann. Der Konjunktiv ist hier wichtig, denn die Luftmasse ist gerade so kalt, dass wir knapp auf der „Schneeseite“ der Niederschläge sind. Ein Grad mehr und der Niederschlag kommt als Regen runter. Ein Grad weniger und der Schnee bleibt sogar zentimeterweise liegen. Wir sollten uns dementsprechend auf Behinderungen durch Glätte einstellen.
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Freitag: Winter und Tauwetter geben sich die Klinke in die Hand

In der Nacht zu Freitag kann es von Niedersachsen bis nach Berlin-Brandenburg örtlich recht winterlich sein. Die Schneefälle werden zum Morgen aber oft durch kräftiges Tauwetter mit Regen abgelöst. Die Schneezone rutscht weiter nach Norden. Zum frühen Berufsverkehr könnte Bremen noch im Schneeband sein, zur Rushhour ist es eher eine Zone von der Elbemündung und Hamburg bis in die Nordhälfte Brandenburgs. Berlin rutscht dann auch schon langsam ins Tauwetter.
Im Laufe des Freitags rutscht die Schneezone immer weiter nach Nordosten. Wie schnell das gelingt, ist nicht ganz klar. Gerade im Norden von Schleswig-Holstein und Mecklenburg sowie in Vorpommern dürfte es länger dauern. Hier kann es dann auch mal eine dünne Schneedecke mit Glätte geben. Von Süden wischt der Tauwetter-Regen feucht durch – und den Schnee weg. Die Temperaturen steigen in der Nacht zu Samstag weiter.
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Samstag ist der Spuk vorbei, aber wie lange?

Am Samstagmorgen ist es dann auch im äußersten Nordosten zu mild für Schnee. Tagsüber erwarten wir immerhin 5 bis 8 Grad, im Rest Deutschlands sind es eher 10 bis 16 Grad – Frühling anstatt Winter. Die Schneereste tauen, selbst in den höheren Lagen der Mittelgebirge.
Für die Zeit danach sind zwei Dinge entscheidend: Zum einen sind wir mitten im Februar. Auch wenn man es aktuell wenig merkt, ist das eigentlich einer der Wintermonate schlechthin. Im Norden und Nordosten Europas bleibt der Winter bestehen und er könnte bei entsprechender Wetterlage von dort zu uns zurückkommen. „Könnte“ – das ist der zweite Punkt. Manche Modelle berechnen in der nächsten Woche noch einmal einen Streifschuss, so langsam sind sie aber in der Minderheit. Der Rest sieht eine Fortsetzung des feucht-milden Wetters
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(phe)