Musik wie nicht von dieser Erde

NASA-Team bringt den Weltraum zum Klingen

von Valerie Dörner

Ein Funkeln hier, ein Klingeln da – und ein beruhigendes Grundrauschen: Forschende der NASA haben einige der beeindruckenden Bilder des neuen James-Webb-Teleskops in verträumte Klanggebilde übersetzt. Anhören können Sie sich die fast übernatürlich klingende Musik oben in unserem Video.

NASA wandelt James-Webb-Aufnahmen in Musik um

Sie sind Tausende Lichtjahre entfernt – und trotzdem können wir sie sehen: Hochleistungs-Teleskope wie das neue James-Webb-Teleskop zeigen uns beeindruckende Bilder von Galaxien und Sternnebeln in unserem Universum. Die NASA hat jetzt zu einigen der Bilder passende Musik veröffentlicht, die zusammen mit Musikern und Musikerinnen sowie sehbehinderten Menschen komponiert wurde.

Das James-Webb-Teleskop betrachtet seine Objekte unter anderem im Infrarotspektrum – ein Lichtspektrum, das das menschliche Auge nicht sehen kann. Um die beeindruckenden Bilder zu erzeugen, werden die rohen Daten so umgewandelt und kombiniert, dass sie ein für uns sichtbares Bild ergeben.

Lese-Tipp: Das macht das James-Webb-Teleskop so besonders

James-Webb-Weltraumteleskop vor einer Galaxie
Die Bilder, die anhand der vom James-Webb-Teleskop gesammelten Daten erstellt werden, verblüffen die Wissenschaftler immer wieder.

Helligkeit, Dichte und Farben werden in Töne übersetzt

Um aus diesen Bildern schließlich Musik zu machen, wurden die Daten des Teleskops quasi erneut übersetzt. Werte wie Farben, Helligkeit, Dichte oder Sternpositionen wurden dafür in Klänge umgewandelt. Diesen Prozess nennt man auch Sonifikation.

„Musik spricht unsere Emotionen an. Unser Ziel ist es, die Bilder und Daten des Webb-Teleskops durch Klang und Ton erlebbar zu machen, damit sich jeder ein eigenes Bild im Kopf kreieren kann“, erklärt Matt Russo, Musiker und Physik-Professor an der Universität von Toronto die Absicht des Projekts.

Helles Licht gleich hohe Töne, Gas und Staub werden zu tiefen Tönen - so klingt der Carina-Nebel

Eins der so umgewandelten Bilder sind die „Cosmic Cliffs“ im sogenannten Carina-Nebel. Besonders hellem Licht auf der Aufnahme werden hohe Töne zugeordnet, dunklerem Licht eher tiefere Töne. Um ein Musikstück zu erzeugen, wird das Bild dann von rechts nach links gescannt. Trifft der Scanner beispielsweise auf helle Sterne, ertönt ein kurzes, hohes Klingen. Dunklere Gas und Staubgebilde klingen dabei eher wie ein dunkles Grundrauschen im Hintergrund.

Hören können Sie die beiden Stücke oben im Video!

Carina-Nebel, aufgenommen vom James-Webb-Teleskop
7.700 bis 9.600 Lichtjahre von der Erde entfernt: Der Carina-Nebel

Südlicher Ringnebel hört sich tief und rauschend an

Auch die Aufnahmen des Südlichen Ringnebels wurden so in eine Melodie verwandelt. Hierbei wurden den verschiedenen Lichtfrequenzen auf dem Bild von den Forschenden passende Tonfrequenzen zugeordnet. Licht mit kurzen Wellenlängen unterhalb des Infrarot-Bereichs bekam dabei höhere Tonfrequenzen, Licht mit längeren Wellenlängen tiefere.

In der zweiten Hälfte des Musikstücks lässt sich deshalb eine tiefe Note kurz vor einer hohen Note hören. Die tiefe Note repräsentiert den Stern, der Licht im Infrarot-Bereich ausstrahlt und den Nebel erschaffen hat. Der hohe Ton steht für einen zweiten Stern, der auf der Aufnahme visuell heller und größer erscheint.

Südlicher Ringnebel, aufgenommen vom James-Webb-Teleskop
NGC 3132, oder auch "Südlicher Ringnebel" ist knapp 2.000 Lichtjahre von der Sonne entfernt.

Töne stammen nicht wirklich aus dem Universum

Wichtig dabei ist: Die Musik, die wir hören, sind keine wirklich im Universum aufgenommenen Töne, sondern nur die menschengemachte Interpretation von Daten. Denn die traurige Wahrheit ist leider: In den meisten Teilen des Universums herrscht eine alles umfassende, gespenstische Stille. Es ist ein Vakuum, in dem Schallwellen sich nicht ausbreiten können.

Lese-Tipp: So klingt ein Schwarzes Loch

Akustischer Blick in den Sternenhimmel

Trotzdem wirken die Melodien harmonisch, fast übernatürlich – und schaffen es, den Zauber des Universums auf die Erde zu holen. Vor allem für Menschen, die nicht sehen können. Christine Malec, die an dem Projekt mitgearbeitet hat und sehbehindert ist, beschreibt ihre Erfahrung beim Hören der Stücke so: „Als ich die Musik zum ersten Mal gehört habe, hat sie mich in meinem Innersten berührt. So muss es sein, als sehender Mensch in den nächtlichen Sternenhimmel zu blicken.“

Unsere Wettertrends und Themenseiten

Sollten Sie Interesse an weiteren Wetter-, Klima- und Wissenschaftsthemen haben, sind Sie bei wetter.de bestens aufgehoben. Besonders ans Herz legenkönnen wir Ihnen auch den 7-Tage-Wettertrend mit der Wetterprognose für die kommende Woche. Dieser wird täglich aktualisiert. Falls Sie weiter in die Zukunft schauen möchten, ist der 42-Tage-Wettertrend eine Option. Dort schauen wir uns an, was auf uns in den kommenden Wochen zukommt. Vielleicht interessiert Sie eher wie sich das Klima in den vergangenen Monaten verhalten hat und wie die Prognose für das restliche Jahr aussieht. Dafür haben wir unseren Klimatrend für Deutschland.

Damit Sie auch unterwegs kein Wetter mehr verpassen, empfehlen wir unsere wetter.de-App für Apple- und Android-Geräte.

Mission Weltall - Die Serie im Online Stream auf RTL+

Streaming-Tipp auf RTL+: Mission Weltall

(vdö)