NASA vertont Schallwellen

So gruselig klingt ein Schwarzes Loch

von Karim Belbachir

Die weit verbreitete Annahme, dass es keine Geräusche im All gibt, muss wohl etwas relativiert werden. Die NASA hat nun Töne eines Schwarzen Lochs übersetzt. Das Ergebnis könnte auch gut als Hintergrundgeräusch in einem Horrorfilm taugen.

Im Video: Schwarze Löcher tanzen miteinander

Schallwellen aus dem Weltall hörbar gemacht

Eigentlich ist es still im Weltall – sehr still. So zumindest ist die weit verbreitete Annahme, die daher rührt, dass sich Schallwellen im Vakuum nicht ausbreiten können. Offenbar gilt das jedoch nicht überall. Wie die NASA nun zeigt, ist es doch nicht so ruhig. Bei der Beobachtung des Schwarzen Lochs im Zentrum des Perseus-Galaxiehaufens haben die Astronomen Schallwellen entdeckt. Diese können sich in dem Gas, das die Galaxien umgibt, ausbreiten.

Da die Töne sich 57 und 58 Oktaven unterhalb des mittleren C liegen – also außerhalb unserer Hörreichweite – mussten die Töne angepasst werden. Ein Klavier hat üblicherweise 88 Tasten und umfasst knapp mehr als 7 Oktaven. Töne unterhalb der Tastatur kann das menschliche Ohr nicht mehr richtig erfassen. Die vom Chandra-Röntgenobservatorium 2003 aufgenommenen Schallwellen wurden also extrahiert und hörbar gemacht. Dieser Vorgang nennt sich Sonifikation. Mithilfe einer speziellen Bildverarbeitungstechnik wurden kleine Helligkeitsänderungen in den erfassten Röntgendaten hervorgehoben und in hörbare Töne übersetzt.

Lese-Tipp: Schwarze Löcher tanzen miteinander

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Das Bild zeigt den Perseus-Galaxiehaufen, den das Chandra-Röntgenobservatorium beobachtet
Die Schallwellen des massiven Perseus-Galaxiehaufens wurden nun am Chandra-Röntgenobservatorium hörbar gemacht.

Sonifikation von Messier 87 klingt harmonischer

Und die Töne des Schwarzen Lochs klingen, als gehörten sie zu den Hintergrundgeräuschen eines Gruselstreifens. Die Geräusche klingen dissonant. Verursacht werden sie von den Druckwellen aus dem Inneren des Schwarzen Lochs, die sich nach außen ausbreiten.

Neben der Sonifikation hat sich das NASA-Team im Chandra X-ray Center (CXC) die Mühe gemacht und den Sound des Schwarzen Lochs in der Riesengalaxie Messier 87 hörbar gemacht. Hinzugefügt wurden hierfür auch Daten des optischen Lichts eingefangen vom Hubble-Teleskops und Radiowellen vom Atacama Large Millimeter Array in Chile. Dabei wurden die Wellenlängen drei verschiedenen Bereichen hörbarer Töne zugeordnet wurden. Die tiefsten Töne stammen von den Radiowellen, mittlere Töne aus den optischen Daten und die hellsten Töne vom Chandra-Röntgenobservatorium. Das Ergebnis klingt schon wesentlich harmonischer.

Lese-Tipp: Schwarzes Loch stellt Verständnis über deren Entstehung auf den Kopf

So klingt die Riesengalaxie Messier 87

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(kfb)