Verteidigung der Erde

NASA-Sonde DART soll am 26. September mit Asteroiden kollidieren

von Karim Belbachir

Nicht erst die anfängliche Kollisionsgefahr, die vom Asteroiden Apophis ausging, verdeutlichte, wie wenig die Menschheit momentan gegen den Einschlag eines Weltraumbrockens tun kann. Es wurde Zeit für den Aufbau einer planetaren Verteidigung. Mit „Dart“ (Double Asteroid Redirect Test) steht nun ein weiterer und entscheidender Schritt bevor.

Im Video: Wie sich die Erde vor einem Asteroid schützen kann

Schnelle Infos über gefährliche Asteroiden elementar

Asteroid Didymos und sein Mond Dimorphos von Draco aufgezeichnet
Die Asteroiden Didymos und seines umkreisenden Mondes Dimorphos (linker, kleinerer Kreis) ist eine Zusammenstellung aus 243 Bildern, die am 27. Juli von der DRACO-Kamera aufgenommen wurden.

Das Thema treibt Wissenschaftler weltweit um: Wie können wir uns gegen den Einschlag eines Asteroiden wehren? Tatenlos zusehen ist keine Option mehr und so schlossen sich Weltraumbehörden auf der ganzen Welt zusammen, um Möglichkeiten zu finden, die Konsequenzen eines Aufpralls zu verhindern oder zumindest zu minimieren. Wichtig dabei ist unter anderem auch das schnelle Sammeln von Informationen über einen gefährlichen Weltraumbrocken.

So geschehen bei einem groß angelegten Test im März 2021, bei dem Asteroid Apophis wie ein unbekanntes Objekt behandelt wurde. Dafür wurde der nahe Vorbeiflug des Asteroiden an der Erde genutzt, um Daten zu sammeln. Der nächste uns nahe Passage Apophis‘ findet erst wieder 2029 statt. Daten sammeln ist das eine, doch ist es nur die Grundlage für weitere Maßnahmen. Eine davon ist die „Dart“-Mission der NASA in Zusammenarbeit mit weiteren Weltraumbehörden.

Kollision mit Doppelasteroiden

HANDOUT - 15.11.2021, ---, --: Eine grafische Darstellung zeigt, die Mission «Dart» (Double Asteroid Redirection Test), mit der erstmals eine Sonde absichtlich in einen Asteroiden gesteuert werden soll. Agebildet ist der Asteroid (65803) Didymos (r)
Mission Erdverteidigung: Das NASA-Raumschiff Dart steuert den kleineren Asteroiden Dimorphos an und soll dessen Flugbahn ändern.

„Dart“ ist ein Satellit, der gezielt auf das Doppelasteroidensystem Didymos und dessen Dimorphos gelenkt wird. Mit Letzteren wird „Dart“ kollidieren, um dessen Umlaufbahn und möglicherweise auch Geschwindigkeit zu verändern. Da Dimorphos als Mond seinen größeren „Bruder“ Didymos umkreist, sollte dadurch auch dessen Flugbahn beeinflusst werden. Die Daten werden nach der Kollision gesammelt, um die Auswirkungen einschätzen zu können.

Didymos stellt keine Gefahr für die Erde dar und eignet sich gut für diesen Test, der für den 26. September geplant ist. Dafür soll auch die bordinterne Kamera „Draco“ (Didymos Reconnaissance and Asteroid Camera for Optical Navigation) genutzt werden. Sie hilft das Ziel autonom anzuvisieren und schließlich auch zu treffen. An Bord des Satelliten befinden sich ansonsten nur Instrumente, die für die Fortbewegung im All, sowie einer punktgenauen Kollision notwendig sind.

Lese-Tipp: NASA lässt uns auf dem Asteroiden Apophis reiten

Erstes Bild vom Asteroidenpaar

Die „Draco“-Kamera war es auch, die am 27. Juli ein Bild von Didymos und Dimorphos schoss, das die NASA zuletzt veröffentlichte. Das Bild ist zwar nicht weiter außergewöhnlich, wie die „Dart“-Systemingenieurin Elena Adams von der John Hopkins Applied Physics Laboratory erklärt: „Die Bildqualität ähnelt der, die wir von bodengestützten Teleskopen erhalten könnten“, und trotzdem sei es wichtig zu zeigen, „dass ‚Draco‘ ordnungsgemäß funktioniert und sein Ziel sehen kann, um alle erforderlichen Anpassungen vorzunehmen, bevor wir beginnen, die Bilder zur Führung des Raumfahrzeugs zu verwenden autonom in den Asteroiden einfliegen.“

Das Bild entstand in einer Entfernung von 32.000.000 Kilometern. Alle fünf Stunden werden weitere Aufnahmen dafür genutzt, um die Flugbahn des NASA-Raumschiffs festzustellen und gegebenenfalls zu korrigieren. Das letzte Mal geschieht dies am 25. September einen Tag vor Aufprall. Die letzten zwei Kilometer wird „Dart“ autonom fliegen oder besser gesagt abstürzen. Das Ereignis überträgt die NASA sogar live. Spätestens dann werden wir eine Antwort auf die Frage haben, ob der gezielte Absturz eines menschengemachten Raumschiffes ein probates Mittel ist, um einen Weltraumbrocken von seinem Kurs Richtung Erde abzulenken.

Lese-Tipp: Asteroiden sind Fluch und Segen für die das Leben auf der Erde

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(kfb)