So schützen wir die Erde

Wie sich die Welt gegen Asteroiden wie Apophis verteidigen kann

HANDOUT - 26.06.2020, ---: Die Computersimulation zeigt die Sonde Hera im Anflug auf den Asteroiden Didymoon. Die europäische Raumfahrtbehörde ESA hat in ihrem Kontrollzentrum in Darmstadt den Startschuss für ihre erste Mission zur Asteroiden-Abwehr
ESA-Mission zur Asteroiden-Abwehr, Hera, kommt 2024 am Asteroiden Didymos an. © dpa, Mark Fittock OHB, fie abl

Knapp 50 Jahre Zeit für eine Verteidigungsstrategie

Asteroid 99942 Apophis (auch 2004MN4) ist auf dem Weg zu uns. Die Frage, die sich stellt, trifft er uns irgendwann oder fliegt er an uns vorbei. Dass es irgendwann soweit kommt, ist laut Meinung vieler Experten nur eine Frage der Zeit. Doch könnten wir etwas gegen Asteroiden tun? Aktuell können wir nur zuschauen, doch bleiben noch knapp 50 Jahre bis Apophis uns zu nahe kommt. Wir zeigen, was die Weltraumbehörden tun, um eine Kollision zu verhindern.

Bedrohung aus dem All ist real

Ölbohrexperte Harry S. Stamper (Bruce Willis 3.v.l) und seine Crew in einer Filmszene des Weltraumthrillers
Bruce Willis in Weltraum-Thriller "Armageddon": Ein solches Szenario zur planetaren Verteidigung ist unwahrscheinlich. © picture-alliance / dpa, dpa-Film buena Vista

Immer wieder warnen Fachleute vor einer Bedrohung aus dem All. Ein Asteroid von rund 100 Kilometern Durchmesser könnte bereits das Ende bedeuten für die Welt, wie wir sie heute kennen. Als recht sicher gilt die These, dass ein solcher Planetenkiller bereits die Dinosaurier vernichtet hat. Zumindest alle Nichtvogelartigen. Bisher ist es uns nur möglich gefährliche Asteroiden wie beispielsweise Apophis zu beobachten und deren Bahn zu berechnen. 

Die Abwehr durch den Beschuss mit Atomraketen hat man mittlerweile verworfen. Ein Szenario, ähnlich wie im Film Armageddon, wird es also eher nicht geben. Zu hoch erscheint das Risiko, dass die entstehenden Asteroidensplitter trotzdem auf der Erde einschlagen und nicht viel gewonnen würde. Eine weitere Idee ist es, einen Satelliten mit hoher Geschwindigkeit gegen einen Asteroiden zu lenken, um ihn so von seinem Kurs abzubringen. Maßgeblich beteiligt an diesem planetaren Verteidigungssystem ist die Nasa. 

NASA und ESA mit gemeinsamer Mission

HANDOUT - Das Handout-Foto der European Space Agency (ESA) vom 31.03.2015 zeigt das Wärmebild eines Kraters, der nach dem Einschlag der von der US-Raumfahrtbehörde NASA gesteuerten DART-Sonde auf dem Asteroiden «Dydimoon» im Jahr 2022 entstehen könnt
Die Graphik der ESA zeigt, wie ein Einschlagskrater der Sonde Dart auf Didymos aussehen könnte. © picture alliance / dpa

Nach dem Absturz eines Meteors in Tscheljabinsk, bei dem 1500 Menschen verletzt wurden, haben sich nun Raumfahrtbehörden darauf verständigt gemeinsam eine Verteidigungsstrategie zu erarbeiten. Konkreter wird es 2022 mit der gemeinsamen Mission AIDA – Asteroid Impact & Deflection Assessment (Asteroiden Einschlags- und Ablenkungseinschätzung) von NASA und ESA. Dabei soll 2022 die Raumsonde „Dart“ an dem erdnahen Doppel-Asteroiden (65803) Didymos eintreffen und den kleineren des Asteroidengespanns (umgangssprachlich Didymoon genannt) mit einem gezielten Absturz von dessen Bahn ablenken.

Etwa drei Jahre später soll dann die die ESA-Sonde „Hera“ die Auswirkungen vermessen. Sollte die Mission gelingen und  Didymoon tatsächlich von seiner Bahn abgelenkt werden können, wäre ein erster Schritt zur planetaren Verteidigung geschafft. Dann geht es darum eine Strategie zu entwickeln, wie man auch größere Asteroiden ablenken kann, denn Didymoon hat „nur“ einen Durchmesser von 170 Metern.

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