Hoffnungsschimmer oder massives Problem?

Regen in Deutschland - aktuelle Trends für das Ende des Sommers und den Herbst

von Björn Alexander

Die Dürre spitzt sich durch Hoch OSCAR aktuell weiter zu. Doch in der zweiten Augusthälfte könnte sich das Blatt endlich drehen. Allerdings haben die Wettermodelle sehr unterschiedliche Ansätze. Hier der Blick auf die Prognosen.

Oben im Video: Rheinpegelstände fallen immer weiter – der Schifffahrt droht eine Zwangspause

Die Ausgangslage: Dürre extrem - aber Hoch OSCAR schwächelt

Ab Sonntag wird unser aktuelles Hoch OSCAR schwächer und lässt einen ersten Tiefausläufer nach Deutschland kommen. Kräftige Gewitter könnten somit ab Montag eine erste Linderung der Trockenheit bringen. Allerdings sind die Böden oftmals knochentrocken und somit können sie den möglichen Starkregen nicht rasch genug aufnehmen. Damit drohen zum Teil Überflutungen – aber eben auch eine erste Linderung im Dürre-Sommer 2022.

Wie viel Regen ist beim Wetterwechsel zu erwarten?

Vorhersage und Prognose für den Regen in Deutschland am Montag, 15. August 2022
Der Wetterwechsel am Montag bringt Schauer nach Deutschland

Den Gewittern am Montag folgen zur Mitte der nächsten Woche in schwüler Luft weitere, teilweise kräftige Gewitter – Unwetter sind weiterhin nicht nur denkbar, sondern auch wahrscheinlich. Dabei haben die verschiedenen Wettermodelle sehr unterschiedliche Ansätze, wie viel Regen in Deutschland tatsächlich möglich ist.

Eines der Computermodelle hatte zwischenzeitlich sogar Regenmengen von bis zu 200 Liter pro Quadratmeter im Westen Deutschlands dabei - eine Berechnung, die mit massiven Problemen einhergehen würde. Diese enormen Mengen sind momentan wieder herausgerechnet. Aber es zeigt eben auch das Potenzial der Wetterlage und der kurzfristigen Entwicklung.

Was ist bis zum Monatsende möglich?

Unabhängig von diesen extremen Ausreißern scheint sich was zu tun in Sachen Niederschlag. Der meteorologische Sommer dauert noch bis zum August-Ende an und könnte den Tiefausläufern mehr Chancen einräumen. Binnen der kommenden zehn Tage sieht beispielsweise das Europäische Wettermodell insbesondere im Süden und Osten Deutschlands durchaus Regenmengen von 35 bis 70 Litern pro Quadratmeter.

Das Thema Waldbrand wäre damit auf jeden Fall schon mal passé. Das Amerikanische Wettermodell, das jetzt schon bis zum 28. August schaut, wirft in seinem aktuellen Trend flächendeckend verbreitet 30 bis 70, teils auch über 90 Liter auf den Quadratmeter in den Ring. Und Niederschläge in dieser Größenordnung wären zumindest ein Hoffnungsschimmer für die zum Teil enorm ausgedörrte Vegetation.

Lese-Tipp: Deutschland im August jetzt vier Grad zu heiß

Problemfeld Schifffahrt - da müsste noch mehr kommen

Bange Blicke gehen in diesen Tagen in Richtung unserer Wasserstraßen. Die Pegelstände gehen in Richtung Rekord-Niedrigwasser. Eigentlich eine Situation, die wir eher aus dem Spätsommer oder dem Herbst kennen. Und eine wirkliche Entspannung dürfte der August – zumindest mit den durchschnittlich berechneten Regensummen – noch nicht bringen. Hier wird der Herbst entscheiden.

Lese-Tipp: Extreme Dürre auch in anderen Teilen Europas – Gardasee trocknet weiter aus

Stichwort: Langfristvorhersage - welche Regenmengen könnte der Herbst bringen?

Die experimentellen Langfristprognosen das Amerikanischen Wetterdienstes NOAA lassen in den derzeitigen Trends die Hoffnung weiter keimen: der September und der November durchschnittlich nass, der Oktober teilweise sogar zu nass. Für einen schönen Spätsommer oder den goldenen Oktober vielleicht kein gutes Signal, aber für die deutsche Wasserbilanz auf jeden Fall notwendig und ein weiterer Hoffnungsschimmer. Wir dürfen somit gespannt und hoffnungsvoll sein, dass das Problem der Trockenheit schrittweise gelindert werden könnte.

Aus dem Wetterlexikon: Sommer endet zweimal – meteorologisch und kalendarisch

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(bal)