Selbst Tornados nicht ausgeschlossen

Nach der Hitze kommen Unwetter mit Gewitter, Starkregen und Hagel

von Björn Alexander und Oliver Scheel

Die ewige Hitze zermürbt das Land. Ständig 30 Grad, der Sommer 2022 kennt keine Gnade mit uns, erbarmungslos brutzelt die Sonne vom strahlend blauen Himmel. Auch für uns von wetter.de waren das zähe Tage: Die Hitze nagt an der Leistungsfähigkeit und der Kreativität und stets mussten wir wieder das gleiche erzählen: Kein Regen in Sicht, aber viel zu heiß, alles zu trocken, die Pegel fallen und wir sind mitten in einer schweren Dürre. Schuld hat derzeit Hoch OSCAR.

Nun aber kommt endlich Bewegung in die Sache. Wir sehen deutliche Anzeichen für eine Wetteränderung: Regen ist möglich, örtlich sogar sehr viel Regen. Und der könnte einmal mehr mit dem für diesen Sommer klassischen Hitzeabgang „Gewitter mit Unwetter, Starkregen, Hagel und eventuell sogar Tornados“ daherkommen. Es wird spannend.

Wie lange sind 30 Gad eigentlich möglich?

Tief JELENA kommt zum Montag - und es ist ein Gewittertief

Gewitterrisiko am Montag
Das Gewitterrisiko am Montag. Da ist schon Musik drin.

Auch wenn die Modelle in der Ausprägung des Wetters noch große Unterschiede aufweisen, eines ist klar: Da kommt was! Zunächst aber steuern wir auf den Höhepunkt der Hitze zu. Und dann? Dann kommt das Gewittertief JELENA.

Ab Montag wird die Wetterlage also brisant. Fragen wir unseren wetter.de-Meteorologen Björn Alexander: „Spätestens am Montag erreicht uns das Gewittertief mit Unwetterpotenzial. Zuvor sind einerseits Spitzen bis zu 36 Grad drin. Andererseits wird es immer schwüler – eine mitunter intensive Gemengelage. Teilweise drohen von Frankreich und Benelux her nämlich heftige Gewitter mit der Gefahr von Starkregen, Hagel und Sturmböen. Da die Böden aufgrund der Trockenheit versiegelt sind und nicht so schnell so viel Wasser aufnehmen können, drohen bei den zum Teil intensiven Platzregen stellenweise auch Überflutungen.“

Überflutungen. Normales Wetter scheint in diesem beispielhaften Sommer der Klimakrise also nicht möglich. Das bestätigt uns auch Alexander: „Selbst einzelne Tornados sind bei dieser Wetterlage nicht auszuschließen.“

Immer mehr Hitzetage: Rasante Entwickung in Deutschland

Starkregen, Hagel und Sturmböen beenden die Hitzewelle

ARCHIV - 05.06.2021, Hessen, Frankfurt/Main: Starkregen prasselt während eines Gewitters auf eine Straße im Stadtteil Sachsenhausen.    (zu dpa «Frankfurt und Offenbach haben Starkregengefahrenkarten») Foto: Arne Dedert/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Das Wetter macht in der kommenden Woche eine Kehrtwende. Unwetter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen könnten mit von der Partie sein.

Am Dienstag wird es dann insgesamt wieder ruhiger und vor allem im Süden und Osten nochmals heiß mit Höchstwerten bis 34 Grad, bevor am Mittwoch und Donnerstag weitere Gewitter und eine echte Abkühlung folgen.

Dazu noch einmal Alexander: „In der mitunter schwülen und energiegeladenen Luft von West nach Ost wiederholt sich die Unwettergefahr durch die üblichen Verdächtigen – also Starkregen, Hagel und Sturmböen. Stand jetzt ist die Hitzewelle am Donnerstag überall vorbei. Ob oder wann die Heißluft wieder nach Deutschland zurückkehrt ist derzeit vollkommen offen.“

Und dann? Lesen Sie auch unseren 7-Tage-Wettertrend

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(bal, osc)