Wetterlexikon: Erkältungswetter

Erkältungswetter: Wir frieren, wenn unsere gefühlte Temperatur zu niedrig ist.
Erkältungszeit: Gerade im Winter ist das Risiko von Erkältungen sehr hoch. © picture alliance / dpa Themendie, Christin Klose, RK

Erkältungswetter: Was ist das?

„Typisches Erkältungswetter“ hört man immer wieder, wenn auf dem Arbeitsplatz, zuhause bei der Familie oder im Freundeskreis die Nase trieft, der Hals kratzt und die Grippe umgeht. Doch gibt es das Erkältungswetter überhaupt? Laut einer wissenschaftlichen Studie haben nicht nur tiefe Temperaturen und nasses Wetter, sondern auch die gefühlte Temperatur einen starken Einfluss auf das Entstehen einer Erkältung.

Das Erkältungsrisiko ist in den Wintermonaten besonders hoch, auch weil unser Körper großen Temperaturschwankungen ausgesetzt wird. Minusgrade oder nasskaltes Wetter draußen sowie warme Heizungsluft über 20 Grad drinnen in der Wohnung sind für jeden Organismus eine Herausforderung. Weil die Sonne in den Wintermonaten kaum oder nur schwach scheint, kommt zudem noch der Mangel an Vitamin D ins Spiel.

Gefühlte Temperatur: Draußen ist die richtige Kleidung entscheidend

Faktoren wie Lufttemperatur, Windgeschwindigkeit, Luftfeuchtigkeit und Sonnenstrahlung haben entscheidenden Einfluss auf die körpereigene Wärmebalance, sprich unsere gefühlte Temperatur. Berücksichtigt werden sollte dabei auch der eigene Aktivitätsgrad, besonders wenn wir uns draußen fortbewegen.

Denn durch körperliche Aktivität in der Kälte verändert sich die gefühlte Temperatur. Durch die Bewegung wärmt sich der Körper auf. Daher ist es nicht empfehlenswert, in warmer Daunenjacke zu joggen oder Rad zu fahren. Die richtige Kleidung für Drinnen und Draußen ist entscheidend, um die Wärmeaufnahme und die Wärmeabgabe in Balance zu halten.

Das Klima-Michel-Modell beschreibt die Energiebilanz eines Durchschnittsmenschen (Männlich, 1,75m groß, 75 Kilogramm schwer, 35 Jahre alt) und zeigt somit auf inwiefern Körpergröße, Gewicht und Alter auf die gefühlte Temperatur einwirken. Der Körper reguliert über den Stoffwechsel unseren Wärmehaushalt, um nicht zu stark aufzuheizen oder abzukühlen. Deswegen schwitzen wir oder fangen an zu zittern. Bei minimaler Aktivität der Thermoregulation fühlen wir uns behaglich und verlieren weniger Energie (ideal für den Klima-Michel sind 20 Grad Außentemperatur). Daher sollten wir drinnen nicht zu stark heizen und draußen stets richtig, also weder zu kalt noch zu warm, gekleidet sein.

Erkältung & Grippe: Wie kann man sich schützen?

Die Symptome einer Erkältung kennt jeder. Halsschmerzen, Husten, Schnupfen oder Gliederschmerzen weisen auf einen grippalen Infekt hin. Wechselhaftes, nasskaltes Wetter kann zwar allein keine Erkältung oder Grippe verursachen. Da dem Körper jedoch durch das Wetter Wärme entzogen wird, ist das Immunsystem geschwächt und die Durchblutung gehemmt. Der Körper ist anfälliger für Infektionen durch Viren und Bakterien. Auch die trockene Heizungsluft in Gebäuden hat einen weiteren negativen Effekt: unsere Schleimhäute trocknen schneller aus.

So lässt sich das Risiko einer Erkältung minimieren:

  • Auf die richtige Outdoor-Kleidung achten
  • Die Vitaminzufuhr nicht vernachlässigen (frisches Obst!)
  • Gründliches Händewaschen
  • Genug Schlaf, damit sich der Körper regenerieren kann
  • Viel Bewegung, so verlockend und gemütlich Bett und Sofa auch sind
  • Ausgewogene Ernährung
  • Viel Trinken – damit die Schleimhäute nicht austrocknen
  • In Gebäuden regelmäßiges Lüften nicht vergessen
  • Menschenmengen vermeiden

Mit diesen Tipps ist man bestens vorbereitet, um dem nasskalten Erkältungswetter im Winter zu trotzen.