Ist auch hier der Klimawandel schuld?

Ein Tornado pro Woche, 50 Tornados im Jahr in Deutschland

Christian Häckl über Tornados in Deutschland

Der zerstörerische Tornado in Tschechien rückte das Thema Wirbelstürme im Juni wieder ins Bewusstsein der Europäer. Auch in Deutschland gibt es im Jahr rund 50 Tornados, statistisch gesehen also wöchentlich einen. In Teil 4 der RTL-Reihe „Klima Update“ erklärt Christian Häckl, ob die Wirbelstürme durch den Klimawandel nun häufiger bei uns vorkommen.

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Wissenswertes rund um Tornados

Tornado, Wirbelsturm, Windhose
Gefürchtet sind Tornados wegen der Spur der Zerstörung, die sie auf ihrem Weg hinterlassen. © iStockphoto

Bei einem Tornado handelt es sich um eine Luftsäule mit vertikaler Achse. Sie sind bekannt durch ihre typische Windhose, die sowohl mit der Erdoberfläche als auch mit einer Cumulonimbus-Wolke oder in seltenen Fällen mit einer Cumulus-Wolke verbunden ist. Tornados gibt es in vielen Formen und Größen. Sie sind erkennbar an ihrem Kondensationstrichter aus rotierenden Trümmern und Staub. Die meisten Tornados drehen sich mit Windgeschwindigkeit bis 180 Kilometern pro Stunde und einem Durchmesser von rund 80 Metern. Es gibt aber auch größere Wirbelstürme mit Geschwindigkeiten von mehr als 480 km/h und einem Durchmesser von 3 Kilometern. Die dadurch verursachte Zerstörung, die ein Tornado auf seinem Weg bis zu 100 Kilometern anrichtet, ist dementsprechend größer.

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Klassifizierung von Tornados in Europa

04.07.2021, Tschechien, Hrušky: Die Dächer der durch den Tornado zerstörten Häuser in der Region Breclav sind mit Planen abgedeckt. Die Aufräumarbeiten nach dem zerstörerischen Tornado im Südosten Tschechiens werden fortgesetzt. Foto: Šálek Václav/CT
Der Tornado in Tschechien wird momentan noch mit der Stärke F4 der Fujita-Skala geführt. Nach der Torro-Skala wäre das zwischen T9 und T10. Es werden allerdings noch die Schäden ausgewertet. © dpa, Šálek Václav, xrj alf

In Europa werden Tornados nicht wie in den USA nach dem Ausmaß ihrer Zerstörung gemessen, sondern nach Geschwindigkeit. Dafür arbeitete die britische „Tornado and Storm Research Organisation“ (TORRO) eine Tabelle aus, die von T0 bis T10 reicht. Wobei es auch bei geringen Geschwindigkeiten einen negativen Wert wie T-1 geben kann oder auch T11.

Die Geschwindigkeiten Torro-Skala in der Übersicht:

  • T0: ca. 61–87 km/h
  • T1: 88–116 km/h
  • T2: 117–148 km/h
  • T3: 149–184 km/h
  • T4: 185–220 km/h
  • T5: 221–260 km/h
  • T6: 261–299 km/h
  • T7: 300–342 km/h
  • T8: 343–385 km/h
  • T9: 386–432 km/h
  • T10: 433–482 km/h

Klassifizierung von Tornados in Nordamerika

Dieses Videostandbild zeigt zwei Trichterwolken. Tornados brauchen Bodenkontakt.
Unwetter in Oklahoma: In den USA werden Tornados nach der Fujita-Skala eingeordnet. © dpa, Uncredited, nwi

In Nordamerika werden Tornados anhand ihrer Geschwindigkeit und Zerstörung gemessen und klassifiziert. Die Windgeschwindigkeit kann oft nicht genau bestimmt werden, weshalb die Einordnung der Windhosen oft nach den Schäden geschieht, die verursacht wurden. Dafür wird die Fujita-Skala genutzt, die sich in 13 Ebenen (F0 bis F12) aufteilt. Wobei die meisten Tornados sich im Bereich von F0 (63–117 km/h und leichte Schäden beispielsweise an Schornsteinen) und F5 (419–512 km/h, abgeschälte Straßen und verschobene Holzhäuser) bewegen. Die höchste Stufe F12 bewegt sich mit Windgeschwindigkeiten von 1188 bis 1316 km/h und ist damit schneller als der Schall. Diese Geschwindigkeiten wurden allerdings nur im Überschall-Windkanal gemessen.

In den USA wurde die Fujita-Skala weiterentwickelt. In dieser Enhanced Fujita Scala (EF-Skala) gibt es nur noch sechs Stufen (EF0 bis EF5) und sie bezieht sich auf 28 Schadensindikatoren.

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(kfb)