Torferde - besser nicht

Wie Sie nachhaltig und klimafreundlich in die Garten-Saison starten

von Bernd Fuchs und Letizia Vecchio

Der Frühling steht vor der Tür und auf den Balkonen und in den Gärten werden schon jetzt eifrig Samen gesät und Blumen gepflanzt. Die Nachfrage an Blumenerde steigt. Die Deutschen kaufen jedes Jahr mehrere Millionen Kubikmeter (1 Kubikmeter = 1000 Liter) davon. Das Problem dabei: Die Blumenerde, die man im Gartencenter oder Baumarkt kauft, besteht immer noch zum größten Teil aus Torf.

Im Klima Update-Video erklärt Bernd Fuchs, warum das so problematisch ist und welche Alternativen es gibt.

Erde ist nicht gleich Erde 

Moorlandschaft
Eine Moorlandschaft in Polen.

Blumenerde enthält oft Torf - und um den zu gewinnen, müssen Moore trockengelegt werden. Das ist aber aus mehreren Gründen problematisch, denn hier werden nicht nur ganze Ökosysteme zerstört, in denen viele Pflanzen- und Tierarten leben, sondern auch riesige CO2-Speicher wieder „geleert". Warum? Weil Moore große Mengen an CO2 binden, sogar noch mehr als Wälder. Die Pflanzen, die sich hier über die Jahrhunderte weg zersetzt haben und sich schließlich zu Torf entwickelten, speichern den Kohlenstoff. Wenn der abgebaute Torf dann im Blumenbeet - oder Kasten landet, wird genau dieser wieder freigesetzt – ähnlich wie bei der Verbrennung von Feuerholz.

Wir brauchen wieder mehr Moore als CO2-Speicher

Nachhaltige Alternativen zu Torf-Erde

Blumenerde - torffrei ist sie am klimaneutralsten.
Lebensstoff: Pflanzen brauchen gute Erde zum Wachsen. Viele Blumenerden enthalten aber immer noch Torf - selbst wenn sie als "torfreduziert" oder "torfarm" deklariert sind.

Dabei ist Torf-Erde noch nicht mal besonders gut für das Beet-Klima: Es übersäuert den Boden und speichert kaum Wasser. Zusätzliches Gießen ist dann angesagt. Zwischen-Fazit: Torferde ist weder für das Klima gut, noch für den Garten unentbehrlich. Und wer Alternativen sucht, muss nicht extra in den Spezial-Handel: In jedem Garten-Center findet sich torffreie Erde, die auch so gekennzeichnet ist. Die besteht dann aus kompostierten Stoffen wie Rindenhummus, Holzfasern oder Grünschnitt und ist ökologisch unbedenklich. Am besten achtet man hier auf die Güte-Siegel „RAL" und die Bezeichnung „torffrei". Nicht täuschen lassen sollte man sich dagegen von den Bezeichnungen „torf-reduziert" - hier stecken oft immer noch bis zu 80 Prozent Torf. Auch bei „Bio-Erde" ist oft mehr Schein als Sein der Fall. Hier wird nicht zwangsläufig auf Torf verzichtet.

Wetter-Check: Wie sieht es in den nächsten Tagen für die Garten-Arbeit aus

Wie torffreies Gärtnern gelingt

Da sich torffreie Erde von der konventionellen unterscheidet, sollten einige Dinge für ein erfolgreiches Gärtnern beachtet werden:

  • Torffreie Erde hält sich – wegen der vielen Mikoorganismen – deutlich kürzer: Daher nicht ewig lange lagern!
  • Wegen der Zusammensetzung ist oft zusätzliches Düngen wichtig: Beispielsweise mit Horngrieß oder Hornspänen oder Mineralien-Düngern
  • Bei Topf- oder Kübelpflanzen helfen Wasserspeicher oder Messfühler, damit der Wasserbedarf richtig eingeschätzt werden kann.

Jetzt steht dem erfolgreichen Gärtnern nichts mehr im Wege.

Lese-Tipp: Welttag der Feutchtgebiete im Klima Update

Nachfrageanstieg während der Corona-Krise im Jahr 2020 in der Schweiz

NonFood-Produkte mit dem größten Nachfrageanstieg während der Corona-Krise in der Schweiz im Frühjahr 2020
Covid-19 hat viele Menschen zu Hobby-Gärtnern gemacht, Die Nachfrage in der Schweiz nach Blumenerde stieg um 550 % im Vergleich zum Vorjahr.

Unsere Wettertrends und Themenseiten

Sollten Sie Interesse an weiteren Wetter-, Klima- und Wissenschaftsthemen haben, sind Sie bei wetter.de bestens aufgehoben. Besonders ans Herz legenkönnen wir Ihnen auch den 7-Tage-Wettertrend mit der Wetterprognose für die kommende Woche. Dieser wird täglich aktualisiert. Falls Sie weiter in die Zukunft schauen möchten, ist der 42-Tage-Wettertrend eine Option. Dort schauen wir uns an, was auf uns in den kommenden Wochen zukommt. Vielleicht interessiert Sie eher wie sich das Klima in den vergangenen Monaten verhalten hat und wie die Prognose für das restliche Jahr aussieht. Dafür haben wir unseren Klimatrend für Deutschland.

Damit Sie auch unterwegs kein Wetter mehr verpassen, empfehlen wir unsere wetter.de-App für Apple- und Android-Geräte.

Wüstenstaat Deutschland - Die Doku im Online Stream auf RTL+