Pfui-Wetter bläst Winter weg

Tiefs übernehmen und die Sturmgefahr steigt deutlich an

von Carlo Pfaff & Björn Alexander

Vielerorts erwartet uns ein schönes Wochenende, das wir bestmöglich genießen sollten. Denn der nächste Wetterwechsel scharrt schon mit den Hufen. Und das wird leider ein ganz anderer Schnack.
Oben im Video: Regen, Stürme und zweistellige Temperaturen nahen heran

Die Ausgangslage: Hoch Corvin bringt Ruhe, Sonne und eiskalte Nächte

Wetterlage
Hoch Corvin streckt seine Fühler aus - ein Sonnenwochenende steht bevor

Deutschland wird verbreitet zum Winter Wonderland. Denn zum Schnee, der inzwischen nahezu überall liegt, gesellt sich tagsüber die Sonne, während es nachts zum Teil bitterkalt ist. Einzig im Norden sorgt Tief Helga, das von der Nordsee herüber zur Ostsee zieht, für aufgewühltere Aussichten. Damit bleibt es hier im Gegensatz zum großen Rest unseres Landes auch am Samstag wechselhafter und windig, bevor es am Sonntag im Westen und Nordwesten ebenfalls ruppiger wird.

Die Tiefs gehen ins Rennen

Verantwortlich für die turbulentere Entwicklung sind die Tiefdruckgebiete, die in der Folge ebenso im übrigen Land für nasses, windiges bis stürmisches und mildes Wetter sorgen. Wiederholt zieht Regen durch, der vom Wind ordentlich aufgewühlt und von teils vorfrühlingshafter Luft begleitet wird. Am Montag bei bis zu 11, am Dienstag mit bis zu 13 und am Mittwoch bei Spitzen bis zu 15 Grad. Hierdurch ist die weiße Pracht im Flachland von Westen her rasch passé. Und selbst in den Berglagen setzt mit heftigem Wind massives Tauwetter ein und ruft altbekannte Gefahren auf den Plan.

Sturm- und Orkanböen

Prognose und Vorhersage: Windspitzen und Sturmgefahr Deutschland am 22. Januar 2024
Eine erste Sturmspitze trifft uns am Montag, eine zweite könnte spätestens am Mittwoch folgen

Der Wind lebt stark bis stürmisch auf. Noch ist unsicher, wie die genaue Zugbahn der Sturmfelder über Deutschland sein wird. Dennoch wird es ein krasser Gegensatz zum winterlich ruhigen Traumwetter des Wochenendes. Den Nordlichtern sind hierbei Sturmböen ziemlich sicher, die Kammlagen der Mittelgebirge bekommen zum Teil Orkanböen bis um oder über 120 km/h. Eine nachhaltige Beruhigung ist bis zur Wochenmitte nicht in Sicht.

Sturm trifft Deutschland - wie sind die Gefahren?

Regen und Tauwetter könnte Hochwassergefahr verschärfen

Dass es reichlich Schmelzwasser gibt, ist ebenfalls sicher. Und hätten wir nicht zwischendurch mal trockenere Phasen gehabt, dann wäre auch ein umfangreicheres Hochwasserereignis sehr wahrscheinlich. So bleibt aber der Regen das Zünglein an der Waage, wenn es um eine Erhöhung der Pegelstände geht. Und an dieser Stelle sind die Prognosen des Wettercomputer derzeit glücklicherweise gnädig. Auch wenn uns zwischendrin absolutes Pfui-Wetter erwartet, so halten sich die Regensummen zum Glück wohl noch in Grenzen.

Wie viel Regen ist drin?

Je nach Wettermodell sind bis Mitte nächster Woche verbreitet 10 bis 30, in Staulagen gelegentlich bis 50 Liter je Quadratmeter prophezeit. Damit könnte es zwar in einigen Gebieten eine knappe Kiste werden. Aber die ganz massiven Regenfälle berechnen die Modelle momentan nicht. Hoffnung macht außerdem, dass sich ab Donnerstag wieder kältere Luft ins Spiel bringen möchte, was wiederum die Schneefallgrenze sinken lassen würde. Dennoch bleibt die Weichenstellung für den Monatswechsel und den Februar 2024 eine spannende Geschichte, bei der die Unsicherheiten aktuell enorm groß sind.

Wasserhaushalt Deutschland - Dürremonitor aktuell

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(bal, apf)