Herbst schließt zu warm, zu sonnig und zu trocken ab

Klima-Prognose: Zu warm oder zu kalt - wie wird das Klima dieses Jahr?

365-Tage-Klimatrend für Deutschland: Das sind die Temperaturmittel

Ist es zu warm oder zu kalt? Wie normal waren die letzten Wochen und Monate und das aktuelle Jahr bisher? Geht der Trend immer weiter, dass ein Jahr nach dem anderen zu warm wird? Wir vergleichen die aktuellen Messwerte in Deutschland und setzen diese in Bezug zum Klimamittel. Unsere Experten schätzen ein und beleuchten die Extreme und die Besonderheiten.

Außerdem gibt die Temperaturkurve des langjährigen Durchschnitts eine gute Prognose für das ab, was wir im laufenden Jahr noch zu erwarten haben. Und natürlich sagen Ihnen unsere Experten damit ebenfalls, ob es tendenziell zu warm, zu kalt oder am Ende normal temperiert durchs aktuelle Kalenderjahr gehen dürfte.

Oben im Video: Wann bleibt wo der erste Schnee in Deutschland liegen?

Klimatrend: Ein warmer und zu trockener Herbst mit reichlich Sonnenschein

Insgesamt war der Herbst 2021 etwas zu warm, zu trocken und etwas zu sonnenscheinreich. Mit 9,8 Grad lag im Herbst der Temperaturdurchschnitt um 1,0 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. So trat der bundesweit heißeste Tag im Herbst, am 9. September mit 30,0 Grad in Huy-Pabstorf, westlich von Magdeburg auf. Zum Tag der deutschen Einheit wurde mit Föhnunterstützung im Alpenvorland sogar nochmals ein Sommertag verzeichnet. Auch der November verlief meist mild, brachte aber auch besonders zum Ende Vorstöße kälterer Meeresluft aus Nordwesten. Am tiefsten sank das Quecksilber dabei in Zwiesel im Bayrischen Wald am 25. November mit -7,7 Grad.

Bundesweit summierten sich im Mittel rund 130 Liter pro Quadratmeter (l/m²) und damit knapp 30 Prozent weniger Niederschlag als im Durchschnitt der Referenzperiode 1961 bis 1990 (183 l/m²). Den insgesamt meisten Niederschlag erhielt im Herbst der Nordschwarzwald, die bayerischen Voralpen und der äußerste Norden mit teils bis zu 300 l/m², am wenigsten Nordhessen und das Lee der Schwäbischen Alb mit örtlich kaum 50 l/m².

Die Sonnenscheindauer blieb im Herbst mit rund 350 Stunden um 13 Prozent über ihrem Soll von 311 Stunden (Periode 1961 bis 1990). Am längsten zeigte sich die Sonne im Lee des Schwarzwaldes und im Alpenvorland mit teils über 580 Stunden, am wenigsten dagegen im äußersten Norden und der Lüneburger Heide mit örtlich weniger als 240 Stunden.

Klimatrend: Der November ist der achte zu warme Monat im Jahr 2021

Der September war wieder ein deutlich zu warmer Monat. Am Ende lag der September 2021 bei einem Plus von 1,8 Grad. Das ist das zweithöchste Plus in diesem Jahr. Nur der Juni hatte noch eine größere positive Abweichung mit 3,4 Grad. Und auch der Oktober endete mit einem leichten Plus von 0,7 Grad. Insgesamt sind dann sieben der neun Monate im Jahr 2021 zu warm ausgefallen.

Der November 2021 landet am Ende bei einem Wärmeüberschuss von +1,1 Grad. Da hat der Wintereinbruch am letzten Wochenende im November sich noch ganz schön niedergeschlagen. Somit ist der November der achte zu warme Monat im Jahr 2021.

Diagramm: Temperaturabweichung vom Durchschnitt in Deutschland

Temperaturanomalie in Deutschland für das Jahr 2021 (Stand 30.11.2021)
Das Diagramm zeigt die Temperaturabweichung in Deutschland vom Durchschnitt für das aktuelle Jahr 2021. Bis jetzt überwiegen die positiven Temperaturabweichungen. Und auch der November ist wieder zu warm. Es ist der achte zu warme Monat im Jahr 2021. © wetter.de

Klimatrend: Der Sommer 2021 unter den TOP 10 der wärmsten Sommer ever

Das Jahr 2021 hatte zwar kalte Phasen, aber die zu warmen Abschnitte überwiegen.

Der Winter: zu warm

Das Frühjahr 2021: zu kalt (Der April sogar so kalt wie seit 40 Jahren nicht)

Der Sommer 2021: zu warm

2021 war der wärmste Oktober auf der Nordhalbkugel seit 1880.

Nach aktuellem Stand wird 2021 jetzt um 0,8 Grad zu warm im Vergleich mit der Referenzperiode 1961 bis 1990, und bei Betrachtung der Temperaturen in Deutschland. Falls der Rest der Jahres durchschnittlich verläuft, und wir mit einem Plus von 0,8 Grad abschließen, wäre das immer noch ein vergleichsweise unauffälliger Wert. Seit 2000 hatten wir etliche Jahre, die mehr als 1 Grad und teilweise auch über 2 Grad zu warm waren. So gesehen, könnte 2021 ein Ausrutscher nach unten sein – und trotzdem noch zu warm!

Die Tendenz zu überdurchschnittlichen warmen Jahren ist nicht zu übersehen und bestätigt sich nach aktuellem Stand auch in diesem Jahr.

TOP 10 der wärmsten Jahre in Deutschland

Hier sind die TOP 10 der wärmsten Jahre in Deutschland mit ihrer Abweichung gegenüber der Durchschnittstemperatur der Referenzperiode 1961 bis 1990 (8,2 Grad):

  1. 2018: +2,25 Grad
  2. 2020: +2,23 Grad
  3. 2014: +2,13 Grad
  4. 2019: +2,08 Grad
  5. 2015: +1,74 Grad
  6. 2000: +1,67 Grad
  7. 2007: +1,65 Grad
  8. 1994: +1,50 Grad
  9. 2011: +1,44 Grad
  10. 2017: +1,38 Grad

Vorsicht! Klima ist nicht gleich Wetter - was ist der Unterschied?

Die Begriffe Klima und Wetter hängen zwar zusammen, sind aber natürlich nicht gleich zu setzen. Der Begriff Klima beschreibt das durchschnittliche Wetter über einen längeren Zeitraum. In der Regel sind es 30 Jahre. Hierzu wird bei unseren Grafiken noch das durchschnittliche Wetter, also das Klima, des Referenz-Zeitraumes von 1961 bis 1990 angezeigt. Hier erfolgt eine Umstellung in Kürze. Generell gilt aber: Die vergangenen 30 Jahre (1991 bis 2020) waren rund ein Grad wärmer als die davor liegenden Jahre im Zeitfenster von 1961 bis 1990.

Unsere Wettertrends und Themenseiten

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(oha)