Nur mal kurz die Welt retten

Geoengineering: Mit neuer Technik den Klimawandel einfach austricksen

von Bernd Fuchs und Claudia Träger

Liegt die Lösung der Klimakrise vielleicht einfach nur in der Entwicklung neuer Technologien? Es wird munter geforscht in Sachen Geoengineering. Das zielt darauf ab, bewusst und massiv in das Klimasystem der Erde einzugreifen. Bernd Fuchs zeigt anhand eines Beispiels, wie clever Geoengineering sein kann. Aber auch wie durch Geoengineering neue Probleme entstehen.

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Zwei Arten von Geoengineering

Es wird üblicherweise zwischen zwei Gruppen von Geoengineering-Methoden unterschieden:

  • Solar Radiation Management (SRM) – Methoden zur Beeinflussung der Sonnenstrahlung
  • Carbon Dioxide Removal (CDR) – die Entnahme von Kohlendioxid aus der Atmosphäre

SRM: Sonnenstrahlung reduzieren - Temperatur senken

Das solare Geo-Engineering funktioniert wie ein Sun-Blocker: In die obere Atmosphäre eingebrachte Partikel reflektieren mehr Sonnenstrahlen, wodurch die Erde sich nicht mehr so stark erwärmt.

Die Idee stammt von Beobachtungen nach Vulkanausbrüchen, bei denen Schwefeldioxid in die Stratosphäre gelangt. Bei besonders starken Eruptionen, bewirkten die Aerosole eine Abkühlung der gesamten Erde. So war beispielsweise dem sogenannten Jahr ohne Sommer 1816 ein Ausbruch des indonesischen Vulkans Tambora im April 1815 vorausgegangen.

Eine andere Vision: Riesige Spiegel aus Siliziumscheiben im Weltall zwischen Sonne und Erde platzieren, die die Erde vor dem Sonnenlicht abschirmen.

Weniger spektakulär – und vielleicht sogar ganz hübsch: Siedlungen und ganze Städte durch z.B. das Weißen von Dächern aufhellen und das Sonnenlicht reflektieren lassen. Schwarzer Asphalt absorbiert dagegen das Sonnenlicht.

CDR: CO2 aus der Atmosphäre holen

Wie das ganze CO2, dass der Mensch in die Athmosphöre geblasen hat, wieder raus soll, dazu gibt es ebenso fantastische, aber auch ganz simple Vorschläge. Hier ein paar Beispiele:

Probleme und Gefahren von Geoengineering

Der Glaube, dass die Forschung schon Wege finden wird, die globale Erwärmung zu stoppen, behindert Anstrengungen zur Emissionsvermeidung. Ähnlich wie der Umstieg auf Erneuerbare Energien als Allheilmittel propagiert wird. Nur mit Energie einsparen, wird es gehen.

Auch wie immer: Einfach mal machen und später sehen, welche Nebenwirkungen auf Wettersysteme, Ökologie und Biodiversität entstanden sind.

Das Umweltbundesamt sieht zudem die Gefahr, dass grundsätzliche Konzepte des Umweltvölkerrechts, wie die Minderung des Schadstoffeintrags in die Umwelt, am Ende über Bord geworfen werden.

Weil Geoengineering-Maßnahmen vermutlich globale Auswirkungen haben, ist eine globale Regulierung notwendig.

Lässt sich das Klima zu unseren Gunsten manipulieren?

Die Klimaziele sind nur zu erreichen, wenn wir der Atmosphäre CO2 entziehen. Da sind sich viele Forscherinnen und Forscher einig. Doch viele der Technologien sind unausgegoren, teuer und bergen eben die oben genannten Risiken. Die Methoden, die Sonneneinstrahlung zu reduzieren sind noch umstrittener. Was also tun? Vielleicht Energie einsparen? Weniger konsumieren? Weniger fliegen, mit dem Auto fahren, Videos streamen? Nur mal so eine Idee...

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(ctr)