Grüne Lunge des Meeres

Seegras-Wiesen: So wichtig für den Küsten- und Klimaschutz

Seegras-Wiesen in Gefahr

Seit etwa 60 bis 80 Millionen Jahren halten Seegräser den Boden unserer Küstengewässer sauber, bieten vielen kleinen Tieren Schutz, größeren Nahrung und schützen vor Erosion, weil sie das Sediment am Meeresboden festigen. Und: Das Seegras kann CO2, also Kohlendioxid, aus der Atmosphäre aufnehmen und speichern. In den letzten Jahrzehnten sind aber bis zu drei Viertel der Seegras-Wiesen-Flächen verloren gegangen. Der Grund: Zu viele Nährstoffe im Wasser.

Im Video sehen Sie, wie in der Kieler Förde daran gearbeitet wird, Seegras-Wiesen wieder anzupflanzen.

Seegras schafft ein ganz eigenes Ökosystem

Seegras hat ganz wichtige ökologische Funktionen. Viele Fische, Schnecken und Krebstiere finden dort Schutz, viele Tiere legen ihre Eier im Dickicht ab. Denn die langen Blätter bremsen die Wellenbewegungen ab und reduzieren die Strömung. So können Gelege oder frisch geschlüpfter Nachwuchs nicht so leicht fortgespült werden. Seegras schafft die Grundlage für ein eigenes Ökosystem. Stirbt das Seegras, ist auch die Existenz einiger Tierarten bedroht.

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Phosphate und Stickstoff bedrohten die Seegras-Wiesen

Die übermäßigen Nährstoffeinträge mit Stickstoff aus der Landwirtschaft und Phosphate aus Waschmitteln hatten die Bestände des Seegrases lange Zeit dramatisch reduziert. Seegras ist nämlich eine Pflanze, die sehr viel Licht braucht. Wenn das Wasser aber überdüngt ist, trüber wird und Algen wuchern, dann hat das Seegras sehr schnell nicht mehr genug Licht für die Photosynthese und verkümmert.

Seegras als Kohlenstoff-Senke

Seegras - der unterschätzte Kohlenstoffspeicher.
Seegras - der unterschätzte Kohlenstoffspeicher. © Getty Images, lindsay_imagery

Seegras kann aber noch mehr, als eine Kinderstube für Lebewesen im Meer sein. Es könnte auch ein wichtiges Mittel im Kampf gegen den Klimawandel sein. Denn es ist ein guter Kohlenstoffspeicher. Forschende des GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel haben herausgefunden, dass ein Quadratmeter Meeresboden unter Seegras etwa 27 bis 52 Gramm organischen Kohlenstoff pro Jahr speichert. Hochgerechnet auf die 285 Quadratkilometer Seegras, die es aktuell in der Ostsee gibt, sind das 29 bis 56 Tonnen gebundenes CO2 im Jahr.

So ist auch Seegras eine Kohlenstoff-Senke. Es kann das Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) aus der Atmosphäre aufnehmen und damit den Treibhauseffekt abfedern.

Seegras muss sich erholen: Aufforstung und Aussaat

Die gute Nachricht: die Seegras-Flächen haben sich zuletzt wieder leicht erholt. Vor allem dank strengerer Auflagen in der Landwirtschaft verbessert sich die Wasserqualität – langsam. Diverse Projekte wollen diese Erholung zu beschleunigen. Durch Aufforstung mit Seegras-Setzlingen und später durch Aussaat von Seegras-Samen beispielsweise.

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(ctr)