Vollmond am 15. November

Wenn der Nebelmond aus dem Dunst aufsteigt

von Karim Belbachir

Der November-Vollmond bringt eine mystische Stimmung und alte Namen mit sich, die spannende Einblicke in die Natur und Kultur vergangener Zeiten geben. Vom Bibermond bis zum Trauermond – dieser Mond markiert den Übergang zur Winterzeit und birgt faszinierende Geschichten.
Im Video: 10 Fakten zu unserem Mond

Warum heißt der November-Vollmond Bibermond?

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Der Vollmond im November wird in Deutschland auch Nebelmond genannt.

Die Algonkin, ein indigenes Volk Nordamerikas, nannten den Vollmond im November Bibermond. Dieser Name bezieht sich auf die kälter werdende Jahreszeit, in der sich die Menschen mit wärmenden Biberfellen eindeckten, um für den Winter gerüstet zu sein. Zudem sind Biber in dieser Zeit besonders aktiv. Passend dazu erreicht der Mond am Freitag, 15.11., um 22:28 Uhr seine volle Leuchtkraft und markiert symbolisch den Beginn der Wintervorbereitung.

Die vielen Namen des November-Vollmonds

Passend sind aber auch die Namen des November-Vollmonds in Deutschland. Hierzulande trägt er die Bezeichnungen Frostmond, da die kalten Nächte bereits den ersten Frost bringen können. In Deutschland nennt man ihn auch Nebelmond oder Nebelung – Namen, die auf das typische Wetter hinweisen, bei dem dichte Nebelfelder lange liegenbleiben und die Landschaft mystisch erscheinen lassen. Die sogenannte Omega-Wetterlage, die derzeit über Mitteleuropa herrscht, unterstützt diesen Effekt und lässt Nebel oft bis weit in den Tag hinein stehen.

Novembermond als Zeit der Vorbereitung und Reflexion

Während der November-Vollmond in vielen Teilen der Welt als eine Zeit der inneren Einkehr und Vorbereitung auf den Winter gesehen wird, ist er für Landwirte auch eine Phase des Abschlusses: Die Erntearbeiten sind meist beendet, und die letzten Vorbereitungen für die kalte Jahreszeit werden getroffen. Der November-Vollmond lädt daher traditionell zur Reflexion ein – ein Moment, um innezuhalten und sich auf die kommenden Monate einzustellen.

Besondere Nähe und optische Effekte des November-Vollmonds

Zum Zeitpunkt des Vollmonds wird der Erdtrabant etwa 362.000 Kilometer von der Erde entfernt sein, ein für ihn relativ naher Punkt. In den darauffolgenden Stunden entfernt er sich allmählich wieder von uns. Aufgrund dieser Nähe ist der Mond am Freitag besonders hell und deutlich sichtbar. Bei hoher Luftfeuchtigkeit kann man sogar den sogenannten Halo-Effekt beobachten, einen leuchtenden Ring um den Mond, der durch die Lichtbrechung an Eiskristallen in der Atmosphäre entsteht. Wer den Vollmond gut beobachten möchte, sollte eine freie Sicht auf den Ost- oder Westhorizont suchen und auf klare Sichtbedingungen hoffen – dann lässt sich das geheimnisvolle Leuchten des November-Mondes in voller Pracht genießen.

Wolfsmond, Blue Moon & Co.: Jeder Vollmond hat einen Namen

Hier die geläufigsten Namen für die Vollmonde im Überblick:

  • Januar: Hartmond, Wolfsmond, Eismond
  • Februar: Hornung, Schneemond
  • März: Zuckermond, Lenzmond, Wurmmond, Sirupmond
  • April: Ostermond, Grasmond, Rosa Mond, Pink Moon
  • Mai: Blumenmond, Wonnemond, Milchmond
  • Juni: Erdbeermond, Honigmond, Rosenmond, Brachmond
  • Juli: Heumond, Donnermond, Bockmond, Sonnenmond
  • August: Erntemond, Fruchtmond, Roter Mond
  • September: Herbstmond, Engelmond, Maismond, Jagdmond
  • Oktober: Jägermond, Weinmond, Blutmond, Reisemond, Sterbender Mond
  • November: Nebelmond, Bibermond, Frostmond, Trauermond
  • Dezember: Kalter Mond, Julmond, Heilmond
  • Möglicher zweiter Vollmond innerhalb eines Monats: Blue Moon (Blauer Mond)

(kfb)