Rutsch und flutsch geht weiter

Vorsicht: Drei Glatteilagen in nur einer Woche!

von Paul Heger

Drei Wetterlagen mit Blitzeis in nur einer Woche
Gleich drei Wetterlagen mit Blitzeis in dieser Woche.

Wieder droht heftiges Glatteis, wenn nicht sogar bald ein erneutes Glätte-Unwetter in Teilen Deutschlands. Bei gleich drei Wetterlage mit gefrierendem Regen in nur einer Woche, bekommen sehr viele von uns etwas ab.

Lage 1: Gefrierender Regen und Schnee zieht jetzt von Südwest nach Nord

Die erste Glättelage ist am Dienstag bereits in vollem Gange. In der Nacht haben uns von Südwesten Regenfälle erreicht, die zunächst von Baden-Württemberg bis Nordrhein-Westfalen örtlich gefroren sind. Später in der Mitte: Regen, gefrierender Rege, Schnee.

In der Nacht zu Mittwoch geht das Ganze weiter. Gegen Mitternacht reicht die Front von Nord-NRW und Süd-Niedersachen über Nord-Hessen, Thüringen, Sachsen-Anhalt bis in die Lausitz von Sachsen und Brandenburg. Am Nordrand dieses Streifens fällt meist Schnee, am Südrand geht das Ganze aber in Regen über, der teils gefriert.

Einmal von Nordwest nach Ost: Erst Schnee (blau), dann teils gefrierender Regen (rot) in der Nacht zu Mittwoch! Das Ganze zieht im Laufe der Nacht nach Nord.
Einmal von Nordwest nach Ost: Erst Schnee (blau), dann teils gefrierender Regen (rot) in der Nacht zu Mittwoch! Das Ganze zieht im Laufe der Nacht nach Nord.

Die Front wandert dann weiter nordwärts und reicht am Vormittag von der Nordsee bis Berlin – weiterhin mit einem gefährlichen Mix aus Schnee und gefrierendem Regen. Im Laufe des Tages zieht die Front langsam nach Norden ab und wird schwächer. Im Extremfall kann es aber in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern bis weit in den Abend noch neues Glatteis geben.

Lage 2: Neues Glätteunwetter am Donnerstag im Osten

Während im Norden die letzten Reste der alten Glätte-Wetterlage abziehen, pirscht sich von Südosten ein neues Tief an. Ähnlich wie beim Glätteunwetter am 26. Januar im Osten Deutschlands, erreicht uns das Tief mit einem Hauch feuchtmilder Mittelmeerluft in der Nacht.

ECMWF: Berechnungen des europäischen Wettermodells sehen Mitternacht am Donnerstag gefrierenden Regen, der sich im Osten ausbreitet und nach Westen hin in Schnee übergeht. Andere Modelle ziehen diese Zone bis nach Nordrhein-Westfalen.
Berechnungen des europäischen Wettermodells sehen Mitternacht am Donnerstag gefrierenden Regen, der sich im Osten ausbreitet und nach Westen hin in Schnee übergeht. Andere Modelle ziehen diese Zone bis nach Nordrhein-Westfalen.

Wahrscheinlich geht es noch vor Mittenacht im Dreiländereck Bayern-Sachsen-Thüringen los mit gefrierenden Regen. Recht schnell breitet sich das Ganze bis nach Nord-Hessen, eventuell sogar Ostwestfalen, Süd-Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin aus. Teils geht der Niederschlag in Schnee über, in der Regel bleibt es aber beim gefrierenden Regen oder Eisregen – über Stunden!

Berechnungen des ECMWF vom 03.02.2026 für Donnerstagmittag, 05.02.2026
Auch am Mittag würde es im Osten wie in Berlin noch gefrierenden Regen geben können. Weiter nördlich und westlich ist es laut europäischen Wettermodells Schnee. Andere Modelle sehen auch hier teilweise gefrierenden Regen. Auch ob es ab Sachsen südwärts regnet oder schneit ist noch unklar.

Dem Ostend droht also das nächste Glatteis-Unwetter zum Berufsverkehr für weite Teile Norddeutschlands und besonders für den gesamten Osten. Der gefrierende Regen könnte sich in Berlin bis in die Mittagsstunden halten, teils aber auch in Schnee übergehen. Von Niedersachsen bis zur Ostsee bleibt es wohl erstmal beim Schneefall. Wie viel davon am Abend noch übrig bleibt, ist unklar, auch hinsichtlich Glatteisregen im Osten.

Lage 3: Glatteis zum Wochenende quer über Deutschland

Wer jetzt denkt: „Damit müsste die Eisluft im Nordosten doch mal verdrängt werden!“, der irrt leider. Ja, die ganz schlimme Kälte ist vorerst weg, aber der Frost bleibt am Morgen, vielleicht auch am Tag. Und so kommt es, wie es kommen muss: Am Samstag ziehen von Südwesten neue Regenfälle gen Nordosten und gefrieren – ja, schon wieder.

Wo und wann? Wahrscheinlich wird es in der Nacht von Freitag zu Samstag örtlich, nicht überall, von Niedersachsen bis Bayern spiegelglatt. Zum frühen Morgen könnten auch Schleswig-Holstein, Hamburg, Sachsen-Anhalt und Sachsen dran sein. Danach rutscht die Front weiter nordöstlich. Wie viel gefrierender Regen oder Schnee dann dabei ist, müssen wir noch abwarten.

ICON-Wettermodell vom 03.02.2026 für die Nacht vom 06. zum 07.02.2026
Und noch einmal: Glätte durch gefrierenden Regen (rot) ab der Nacht zu Samstag.

„Aber dann ist Schluss mit der Kälte!“ Nein, wahrscheinlich auch dann nicht. Aus Nordosten drückt wohl noch am Sonntag die Kaltluft zurück. Aus Regen wird Schnee, aus Plusgraden im Nordosten wieder Dauerfrost. Und auch in der Mittelfrist könnte die Kälte schnell wieder und wieder zurückkommen. Wir können also gespannt sein, wie viele dieser Glätterunden wir noch drehen müssen.

Verwendete Quellen: wetter.de