Weichenstellung zum Dreikönigstag

Wettertrend im Januar: Von super mild zu eiskalt?

von Björn Alexander

Zum Jahreswechsel präsentiert sich Deutschland – abseits beschneiter Skipisten – nahezu schneefrei. Dabei sind Schnee und Eis gar nicht allzu weit entfernt. Außerdem lassen einige Wettercomputer die Kaltluft-Freunde hoffen. Zumal uns der Hochwinter ja noch bevorsteht.

Kälteste Zeit des Jahres kommt erst noch

Schaut man in die Wetterstatistiken, dann finden die kältesten Phasen des Jahres im sogenannten Hochwinter statt - also im Januar und im Februar. Davon ist derzeit zwar nichts zu spüren. Immerhin steuern wir dank eines stürmischen und turbulenten Atlantiks auf Rekordniveau ins neue Jahr. Dennoch können die Freunde von Eis und Schnee noch guter Hoffnung sein. Einerseits eben durch die Statistik. Andererseits spricht auch noch mehr dafür, dass der Winter noch nicht klein beigeben muss.

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Kälte ist nicht weit weg

Zugegebenermaßen: Es ist ein Trauerspiel für die Anhänger der winterlichen Temperaturen. Erst kommt die Kaltluft voll in Fahrt und präsentiert Deutschland im zweiten Dezemberdrittel verbreitet unter -10, teils sogar unter -15 Grad. Dann donnert eine stürmische West- bis Südwestlage bis nach Mitteleuropa und lässt zuerst den Traum der Weißen Weihnacht und dann die Hoffnung auf ein bisschen Winterfeeling zum Jahreswechsel dahin schmelzen. Aber: ganz aufgeräumt hat die super milde Strömung in Europa noch nicht. Im Norden halten sich Schnee und Frost mit teils unter -25 Grad und warten nur auf ein Comeback.

Wetter im Blick: Deutschland, Europa und weltweit

Umstellung der Wetterlage

Derzeit deutet einige Wettercomputer eine erneute Weichenstellung für den Winter 2022/2023 an. Etwa ab dem Dreikönigstag bis Mitte Januar soll demnach die Strömung drehen. Auslöser bei der Umstellung könnte Mitte kommender Woche sogar ein waschechtes Sturmtief über Deutschland werden. Keine ganz seltene Kombination, die uns auf der Rückseite einen erneuten Wintereinbruch bringen könnte. Im Anschluss zeigen die Prognosen verschiedene Szenarien – mit dabei: auch eiskalte Varianten mit Dauerfrost.

Polarwirbel hält Spannung oben

Die Graphik zeigt die eiskalte Wetterlage, die uns im Februar 2021 den Vorstoß des Sibirien-Winters bis nach Deutschland brachte. Ausgehend von einem Polarwirbel-Split war der Weg für die Polarhochs und die sibirische Luft frei.
Die Wetterlage, die uns im Februar 2021 die Luft direkt aus Sibirien brachte. Der Polarwirbel-Split brachte am Rande der polaren Hochdruckgebiete richtige Eisluft nach Deutschland.

Der Winterverlauf in weiten Teilen Europas bis nach Deutschland hängt maßgeblich vom Polarwirbel ab. Gerade im Hochwinter können sogenannte Polarwirbel-Splits hierbei für extreme Wintervorstöße sorgen. Bestes Beispiel ist der Februar 2021.

Selbst bis in den März hinein können Störungen des Wirbels für nachhaltige Einwinterung nach sich ziehen - einen Märzwinter, wie im März 2013, der am Ende über 3 Grad zu kalt verlief.

Was ist der Polarwirbel?

Polarwirbel leicht erklärt: Wenn er schwächelt , kann es bis nach Mitteleuropa sehr kalte Witterungsabschnitte geben.
Das steckt hinter einem schwachen Polarwirbel: Eisige Luft kann weit nach Süden , warme Luft weit nach Norden kommen. Ein starker Polarwirbel sorgt dafür , dass die ganz kalte Luft ganz im Norden bleibt.

Im Prinzip ist der Polarwirbel ein mächtiges Kaltluftpolser. Er entsteht auf der Nordhalbkugel normalerweise im Spätherbst und in den Wintermonaten. Dann sind die Temperaturunterschiede zwischen der Polregion und den südlichen Breiten besonders groß. Ist der Wirbel stark ausgeprägt, dann ist die Witterung bei uns in Deutschland oft durch westliche bis südwestliche und dementsprechend milde Winde bestimmt. Ist er hingegen instabil oder gestört, so werden Wintervorstöße aus Norden und Osten bei uns wesentlich wahrscheinlicher.

Motor des Winters - so sind die Trends und Prognosen

In der Vorhersage wird die Temperatur in einigen Kilometern Höhe dargestellt. Je gleichförmiger die blauen, also kalten Bereiche zusammenhängen, umso stärker ist der Polarwirbel. Werden hingegen große Lücken und mildere Einschübe in Richtung Nordpol berechnet, dann ist der Wirbel instabiler. Bei einem Polarwirbel-Split teilen sich die blauen Flächen in zwei Teile auf.

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(bal)