Sibirien schwingt die Kältekeule

Februar 2021: Polarwirbel-Split macht Eiszeit wahrscheinlich

Kaltluft in Lauerstellung: Der Winter in Deutschland könnte noch lange dauern

In Sibirien ist es kalt. In diesem Winter sogar richtig kalt. Und immer wieder dehnte sich diese Eisluft bis nach Europa, Nordafrika und vor allem nach Skandinavien aus. Das wird auch in nächster Zeit so bleiben. Also: Ein mächtiges Kaltluft-Polster, das sich in Skandinavien einnistet. Und von hier aus ist der Weg nach Deutschland nicht mehr weit. Weil sich zudem der Polarwirbel teilt und es einen lupenreinen Polarwirbel-Split gibt, sind solche Kaltluft-Vorstöße nicht nur möglich, sondern auch wahrscheinlich. Und das bis in den März hinein.

Der Winter über Europa: Das ist die Ausgangslage

Eingeschneite Fahrräder stehen am Dienstag (06.01.2009) in Leipzig. In Ostdeutschland ist es am Dienstagmorgen so kalt wie seit 22 Jahren nicht mehr gewesen. Das Thermometer zeigte nach Messungen des Wetterdienstes meteomedia verbreitet um die minus
Kaltluft-Vorstöße durch den Polarwirbel-Split sind nicht nur möglich, sondern auch wahrscheinlich. © dpa, Z1031 Jan Woitas

RTL-Meteorologe Björn Alexander fast die Lage zusammen: „Über Skandinavien hält sich nahezu durchweg richtig kalte Winterluft, die zum Teil auch sibirischen Ursprungs ist. Da hat es die richtige Kälte schon mal nicht allzu weit. Auf der anderen Seite beobachten wir in diesem Winter einen extrem instabilen Polarwirbel, der sich in den kommenden Wochen teilen dürfte. Ein lupenreiner Polarwirbel-Split von der höheren Atmosphäre bis runter an den Boden.”

Was bedeutet ein Polarwirbel-Split für unser Wetter?

RTL-Meteorologe Björn Alexander: „Grundsätzlich kommt es darauf an, wie sich das Strömungsmuster entwickelt. Hierbei gibt es bei den Vorhersagen der verschiedenen Wettercomputer durchaus milde Varianten, die von Winter bis hinein in den März nicht viel wissen wollen. Aber es gibt auch kalte bis sehr kalte Ansätze.”

Wettercomputer sehen weitere Kaltluft-Vorstöße

23.01.2021, Sachsen, Annaberg-Buchholz: Neuschnee in Sachsen. Starker Schneefall in Annaberg-Buchholz. Foto: Bernd März/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Auch ein ausgeprägter Märzwinter ist nicht ganz auszuschließen. © dpa, Bernd März, bernd märz kno

Alexander fährt fort: „So sehen beispielsweise das Amerikanische und das Europäische Wettermodell wiederholt ausgeprägte Kaltluftvorstöße und Grenzwetterlagen bereits in der ersten Februarhälfte nahen. Und auch einen ausgeprägten Märzwinter hat uns ein Polarwirbel-Split zum Beispiel im Jahr 2013 gebracht.”

Wie sah der Märzwinter 2013 aus?

„Am Ende es recht durchschnittlichen Winters folgte im Februar 2013 ein Polarwirbel-Split, der Folgen bis weit in den März hatte. Kein Frühlingserwachen mit Sonne und bis zu 20 Grad, sondern ein nachhaltiger Wintereinbruch. Es folgte nämlich ein März, der über drei Grad zu kalt ausfiel und Schnee und Eis bis ins Frühjahr brachte.”

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