Frühlingstrend im Vorhersagecheck

März macht auf Sonnensieger, bevor sich Aprilwetter in Stellung bringt

von Björn Alexander und Karim Belbachir

Der März 2022 zeigt sich zwar weiterhin ziemlich unterkühlt, aber dafür super sonnig und er ist damit auf dem besten Weg, ein richtiger Sonnengigant auf der Jahresuhr zu werden. Zumal ein nachhaltiger Wetterumschwung zu wechselhafteren Aussichten noch länger dauern könnte - viel passender könnte das Timing aus heutiger Sicht aber eigentlich auch gar nicht sein.

Oben im Video: Sonne und Frost – diese Kombination begleitet uns auch übers Wochenende hinaus

Sonne und wenig Regen - dieser Märztrend scheint sich zu festigen

„Die experimentellen Langfristvorhersagen des Amerikanischen Wetterdienstes (NOAA) zeigen es schon seit geraumer Zeit in ihren Prognosen”, weiß RTL-Meteorologe Björn Alexander. Und er fährt fort: „Mit den aktuellen Vorhersagen für die kommenden 8 bis 10 Tage in Kombination mit der NOAA manifestiert sich inzwischen nämlich, dass sich eine Hochdrucklage an die nächste anschließen dürfte und dass damit der März 2022 am Ende wahrscheinlich viel zu trocken und auch sehr sonnig in die Wetterstatistik eingehen dürfte.”
Normal sind im März um die 115 Sonnenstunden. Ein Wert, der somit in den nächsten Wochen deutlich übertroffen werden könnte. Immerhin sind Alexander zufolge in den ersten zwei Tagen im März „im deutschlandweiten Durchschnitt bereits rund 14 sonnige Betriebsstunden zusammengekommen”. Und auch die nächsten Tage bringen wiederholt richtig viel Sonne.

Lese-Tipp: Abwärtstrend im März - sonnige Tage, die aber immer kälter werden

Frühestens zur Monatsmitte wechselhafter

Natürlich seien die Unsicherheiten der Computermodelle „für längere Zeiträume auch immer an größere Unsicherheiten gebunden”. Bei den derzeitigen Vorhersagen sieht Alexander aber frühestens zur Monatsmitte das Potenzial für einen nachhaltigeren Umschwung in Richtung wechselhafteres Wetter. Alles in allem überwiegen aber wohl die Chancen für beständigere Abschnitte mit eher nur wenig Regen. Das könnte sich tendenziell erst gegen Ende des Monats oder sogar im April ändern. „Schlussendlich würden damit auch ein paar Wetterregeln sogenannte Singularitäten bedient”, ergänzt der Meteorologe mit dem Blick auf den gegenwärtigen 42-Tage-Wettertrend. Einerseits seien nämlich kühlere Temperaturen zum Ende des März ein durchaus häufiges Phänomen. Und natürlich verweist er auf das altbekannte Aprilwetter.

Im Wetterlexikon: Was ist eine Singularität? Beispielsweise das Weihnachtstauwetter oder der Märzwinter

42-Tage-Wettertrend für Köln: Wenig Regen im März und wechselhafter im April

Die Graphik zeigt den 42-Tage-Wettertrend  für den Westen am Beispiel von Köln. Hier bleibe es demnach im März überwiegend trocken. Erst der April brächte nennenswerten Regen.
Die Trends für den Westen am Beispiel von Köln verheißen einen Aufwärtstrend bei den Temperaturen ab etwa Mitte März und einen erneuten Absturz zum Monatswechsel (Stand 03. März 2022)

Aprilwetter - eine aussterbende Art. Doch 2022 könnte es passen

„In Zeiten des Klimawandels ist der April einer der Monate, der sein Gesicht am meisten gewandelt hat. Klassisches Aprilwetter im April ist immer seltener geworden. Denken wir beispielsweise an den Lockdown-April im Jahr 2020. Das war der sonnigste Monat des ganzen Jahres”, erinnert Alexander. In diesem Jahr sei der Trend bei den Langfristberechnungen allerdings anders.

Denn aktuell sehen die Prognosen, dass der April - im Gegensatz zum März - deutlich wechselhafter werden könnte. Chancen also auf durchwachsenes Schauerwetter. Das sei laut dem Wetterexperten vielleicht nicht unbedingt schön, aber „für die Natur genau inmitten des durstigen Frühjahrs immens wichtig”.

Lese-Tipp: Wetter-Rückblick April 2020 – sonnigster April aller Zeiten

42-Tage-Wettertrend für Berlin zeigt im Osten kaum Regen im März

Die Graphik für den 42-Tage-Wettertrend für Berlin als Beispiel für den Osten Deutschlands. Mit Regen ist derzeit wohl kaum zu rechnen. Erst der April bringt mehr Regensignale in den Computerprognosen.
Die Prognosen für Berlin als Beispiel für den Osten Deutschlands sehen aktuell im März so gut wie gar keinen Regen kommen. Hier zeigt sich der wiederholte Aufbau der Hochdruckgebiete am eindrucksvollsten (Stand 03. März 2022)

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(bal, kfb)