Wetterlexikon: Märzwinter

Was ist ein Märzwinter?

Märzwinter, Wetterlexikon
Der Märzwinter zählt zu den meteorologischen Singularitäten.

Der Märzwinter zählt zu den meteorologischen Singularitäten. Das sind Witterungsregelfälle, die zu bestimmten Zeiten im Jahr überdurchschnittlich häufig auftreten. Es sind Abweichungen vom mittleren jährlichen Gang der meteorologischen Elemente. Der Jahresgang der Temperatur verläuft in einer Region nicht immer so "glatt", wie es nach den astronomischen Gegebenheiten der Fall wäre - so kann ein relativ kalter Witterungsabschnitt eintreten, obwohl in der Vergangenheit im Mittel eigentlich warme Luftmassen wetterbestimmend waren und umgekehrt.

Das Phänomen gehört zu den Spätwintereinbrüchen

Unter den bekanntesten Vertretern der Singularitäten sind dabei das Weihnachtstauwetter, das mit milder Atlantikluft zum Fest die Chancen auf Schnee zunichtemacht, die mit Kaltlufteinbrüchen einhergehenden Eisheiligen und der Altweibersommer Ende September, der nochmals mit einer Schönwetterperiode aufwartet.

Ab Mitte März ist dann der Märzwinter zu beobachten, vor allem dann, wenn die vorangegangen Monate deutlich zu mild waren. Das Phänomen gehört zu den Spätwintereinbrüchen, die durch eisige Kälte und frostige Temperaturen gekennzeichnet sind. In den meisten Fällen kann die von Nordosten eindringende polare Kaltluft für den Märzwinter verantwortlich gemacht werden, deren Ursache auf die Nordatlantische Oszillation, also auf Druckschwankungen in atlantischen Gebieten zurückzuführen ist.

Ist der Monat Februar bereits sehr frühlingshaft, kommt dies meist durch Hochdruckgebiete oder die Atlantikluft zustande. Damit einhergehend beginnen Prozesse in der Natur, um diese auf den Frühling einzustellen. Fällt die Natur dann durch Spätfröste im Märzwinter zurück, sind Entwicklungsverzögerungen von bis zu zwei Wochen die Regel. Diese sind vor allem in der Landwirtschaft gefürchtet.