Wetterlexikon: CO2-Emissionsrechtehandel

 Schornsteine an der Shell Rheinland Raffinerie in Godorf. Köln, 30.01.2019 *** Chimneys at the Shell Rheinland refinery in Godorf Cologne 30 01 2019 Foto:xC.xHardtx/xFuturexImage
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Was ist der Emissionsrechtehandel?

Der sogenannte Emissionsrechtehandel ist wie die CO2-Steuer eine Abgabe auf den vom Menschen verursachten Ausstoß von Kohlenstoffdioxid. Ebenso wie die Steuer hat der Emissionsrechtehandel die Senkung der CO2-Emissionen in die Atmosphäre zum Ziel. Die Kosten sollen dabei möglichst gering gehalten werden. Allerdings funktioniert der Handel nach einem anderen Prinzip. Eine CO2-Steuer funktioniert über den Preis. Durch eine Erhöhung des Preises für den Ausstoß einer Tonne CO2 und die Folgen für den Verbraucher hofft man, zu hohe Emissionen so unrentabel zu machen, dass sie sinken. Eine Höchstmenge CO2, die ausgestoßen werden darf, wird nicht definiert.

Etwas mehr Spielraum als bei der CO2-Steuer

Beim Emissionshandel ist das anders, im Unterschied zu der Preislösung (Steuer) ist der Handel eine Mengenlösung. Der Gesetzgeber setzt eine Höchstgrenze (in einem bestimmten Gebiet, zum Beispiel die EU, über einen festgesetzten Zeitraum), die Unternehmen sollen den Weg dorthin selbst finden. Es wird quasi ein Markt geschaffen, auf dem sich die Industrie ihre Emissionsrechte in Form von Zertifikaten erwirbt.

Emissionshandel: Die Nachfrage bestimmt den Preis

Am ehesten kann man sich einen Emissionshandel so vorstellen: Ein Land legt für den Zeitraum eines Jahres eine Emissionsmenge von 750 Millionen Tonnen CO2 fest. Dann gibt dieses Land eine dieser Menge entsprechende Anzahl an Zertifikaten aus. Jedes dieser Zertifikate berechtigt zum Ausstoß einer gewissen Menge CO2. Je mehr Zertifikate ein Unternehmen erwirbt, desto mehr Kohlenstoffdioxid darf dieses Unternehmen ausstoßen. Der Preis der Zertifikate wird durch die Nachfrage bestimmt. Produziert ein Unternehmen nun in diesem einem Jahr mehr CO2 als es ihm die Zertifikate erlauben, muss es dafür Strafe zahlen.

CO2-Ausstoß senken, wo es am kostengünstigsten ist

Das Konzept des Emissionshandels ist marktorientiert, es lässt Freiheiten zu. Nicht alle Industriezweige müssen ihre Emissionen in gleichem Ausmaß verringern. Der Handel mit Zertifikaten lässt es zu, am ehesten dort Emissionen einzusparen, wo es auch am einfachsten und kostengünstigsten ist. Industrien, die stark vom CO2-Ausstoß abhängig sind und viel Aufwand betreiben müssten, können ihre Emissionen langsamer senken. Die Last verteilt sich gleichmäßiger und gerechter. Der Weg zum vorgegebenen Reduktionsziel wird gangbarer. Und für die Politik ist es einfacher, beschlossene Reduktionsziele auch tatsächlich zu erreichen, weil sie direkten Einfluss auf die Reduktionsmenge nehmen können. Dies ist bei einer CO2-Steuer nicht möglich.