Mehr Sonnenstunden als ein normaler Juli

Rückblick März 2022: Sonnenschein-Rekord und Saharastaub

Saharastaub über Deutschland
Saharastaub über München am 15. März 2022

Beim Wetter-Rückblick auf den März 2022 sind die folgenden Aspekte auffällig:

  • eine außergewöhnliche hohe Zahl an Sonnenstunden
  • ein besonders starkes Saharastaub-Ereignis
  • erheblich zu wenig Regen

Sonnenschein: März-Rekord mit etwa 235 Sonnenstunden

Bereits um die Monatsmitte fiel auf, dass der März mit besonders viel Sonnenschein glänzt und auf einen Rekord zusteuern könnte. Nun ist es amtlich: „Der März 2022 war mit sehr deutlichem Abstand zum bisherigen Spitzenreiter aus dem Jahre 1953, der sonnenscheinreichste seit Aufzeichnungsbeginn 1951 und übertraf damit sogar den vieljährigen Mittelwert für den Juli“, wie der Pressesprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) Andreas Friedrich erklärte.

Mehr als 235 Sonnenstunden wurde im Deutschlandschnitt gemessen. Zum Vergleich:

  • Bisher lag der Rekord bei 195 Stunden im März 1953 (seit Beginn der Messungen im Jahr 1951).
  • Der Durchschnitt der Märzmonate von 1961 bis 1990 liegt bei 111 Sonnenstunden.
  • Der Durchschnitt der Märzmonate von 1991 bis 2020 liegt etwa bei 130 Sonnenstunden.
  • Der Durchschnitt der Julimonate von 1991 bis 2020 liegt etwa bei 228 Sonnenstunden.

Saharastaub über Deutschland

Saharastaub „im deutschen Luftraum“ ist nicht extrem selten, aber um die Mitte des Monats erreichten uns so große Mengen des feinen Sandes aus Afrika, dass der DWD „ein außergewöhnlich starkes Saharastaubereignis“ meldete. Zahlreiche Fotos aus Deutschland und anderen Teilen Europas haben das Naturphänomen eindrucksvoll dokumentiert.

Trockenheit und Waldbrandgefahr

Der März 2022 fiel mit aufgerundet 20 Litern pro Quadratmeter deutlich zu trocken aus und erreichte nur 35 Prozent des Solls der Referenzperiode 1961 bis 1990. Verglichen mit der Periode 1991 bis 2020 waren dies ebenfalls nur 35 Prozent. Damit zählte der März zu den trockensten seit Beginn kontinuierlicher Wetteraufzeichnung 1881.

Schuld an den oftmals niederschlagsarmen Witterungsabschnitten waren ausgedehnte Hochdruckgebiete, die in manchen Regionen – besonders im Nordosten – die Regenmesser regelrecht einstauben ließen. Gebietsweise kam dort kein messbarer Niederschlag zustande. Hier war die Waldbrandgefahr bereits sehr hoch, es kam zu ersten kleinräumigen Bränden.

März 2022: Insgesamt zu warm

Insgesamt war der März zu warm. Trotzdem erreichte er 18 Frosttage:

  • Der Temperaturdurchschnitt lag im März 2022 mit 5,1 Grad Celsius um 1,6 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990.
  • Im Vergleich zur aktuellen und wärmeren Vergleichsperiode 1991 bis 2020 betrug die Abweichung +0,5 Grad.
  • In der ersten Dekade blieb es trotz viel Sonnenschein noch relativ kalt und die Nächte fast landesweit frostig. Reit im Winkl verzeichnete am 1. mit -11,2 °C den tiefsten Monatswert. Der März verbuchte im Mittel 18 Frosttage und war damit der frostreichste Monat im Winterhalbjahr.

In der dritten Monatswoche erreichten die Temperaturen im Einflussbereich des stabilen Hochs PETER ein frühlingshaftes Niveau. Hierbei stieg das Thermometer in Regensburg am 28.3. mit 23 Grad bundesweit am höchsten.

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(cli)