Soviel Regen wie seit 10 Jahren nicht mehr

Wetter im Sommer 2021: Schwere Gewitter, Unwetter und die Hitzegewinner im Osten

Wetterbilanz für den Sommer 2021
Dunkle Wolken haben im Sommer 2021 viele Unwetter gebracht. © imago images/Jan Eifert, Jan Eifert via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Sommer 2021: Ein Unwetter nach dem anderen

Der Sommer 2021 endet am 31. August. Zumindest aus Sicht der Meteorologen, denn für die Wetter-Statistiken zählen die Monate Juni, Juli und August als Sommer. Genau diese Statistiken belegen, was kaum zu übersehen war: Es hat richtig viel geregnet!

Regen im Sommer 2021: Rund 30 Prozent zu viel

In ganz Deutschland sind im Schnitt 310 Liter pro Quadratmeter gefallen. Im Vergleich mit den Sommern der Jahre 1991 bis 2020 sind das 29 Prozent mehr als der Durchschnitt.

Wenn man den Niederschlag in einzelnen Regionen betrachtet, sind die Werte noch eindrucksvoller:

Temperaturen im Sommer 2021: Wenig Hitze in Deutschland

Hitzetage im Sommer 2021
Die Statistik zeigt, dass der Sommer 2021 im Vergleich mit den vorangegangenen Sommern wenig Hitzetage hatte.

Juni zu heiß, Juli ausgeglichen, August zu kalt

Bei den Temperaturen lohnt es sich zunächst, die drei Sommermonate einzeln zu betrachten:

Mit einer größeren Hitzewelle und den meisten Sonnenanteilen konnte der Juni für alle Sommerfreunde punkten. Insbesondere im Osten und Süden wurde es heiß. Die Mitteltemperatur lag bei fast 19 Grad.

  • Rekord im Sommer 2021 waren 36.9 Grad. Gemessen am 19. Juni in Berlin-Adlershof und Berlin-Müggelsee und Guteborn in der Lausitz bei 36,7 Grad (auch am 19. Juni).

Der Juli war mit einer Mitteltemperatur von etwa 18,4 Grad recht ausgeglichen aber kühler als der Juni. Besonders im Osten gab es noch einige Hitzetage. Mit dem August ging es dann temperaturmäßig bergab. Mit etwa 16,5 Grad im Schnitt war es der kälteste August seit dem Jahr 2014!

Hitze hauptsächlich im Osten

Unter dem Strich war der Sommer 2021 immer noch 0,3 Grad zu warm (im Vergleich mit den Sommern der Jahre 1991 bis 2020). Auffällig ist die geringe Anzahl der Hitzetage. Zwar wurden in Brandenburg bis zu 14 Hitzetage registriert, aber dafür gab es viele Orte mit einer Anzahl von Hitzetagen im unteren einstelligen Bereich. Im Mittel kommen für Deutschland dann nur etwa 4,4 Hitzetage raus. Das ist deutlich weniger als in den letzten Sommern.

Meiste Hitzetage im Sommer 2021 (Tage mit 30°C und mehr):

  • Lübben-Blumenfelde (Brandenburg) 14
  • Berlin-Tempelhof 13
  • Cottbus (Brandenburg) 13
  • Coschen (Brandenburg) 12
  • Bad Kreuznach (Rheinland-Pfalz) 12
Auch bei den Sommertagen, also den Tagen mit 25 Grad und mehr, führt Lübben-Blumenfelde die Liste mit 56 Tagen an. Auf den Plätzen dahinter folgen Regensburg mit 55 und Cottbus mit 54 Tagen.

Tropennächte mit mehr als 20 Grad

Mann liegt im Bett und schläft
Tropische Nächte machen das Schlafen schwieriger. © PhotoAlto

Obwohl der Sommer gefühlt nicht so warm war, wie noch die Jahre zuvor, kamen trotzdem einige Tropennächte dazu. Wie auch schon tagsüber führen auch hier Städte im Osten die Liste an:

  • Berlin-Marzahn 6
  • Berlin-Tempelhof 6
  • Lindenberg (Brandenburg) 6
  • Leuchtturm Kiel 4
  • Rostock-Warnemünde 4
Die wärmsten Nächte wurden jedoch woanders gemessen. In Kahl am Main (Hessen) wurden am 24. Juni 24,1 Grad gemessen. Auf Platz 2 und 3 landeten Bad Harzburg-Burgberg mit 23,8 Grad (am 19. Juni) und Mannheim mit 23,7 Grad (am 19. Juni).

Sonnenschein im Sommer 2021

Deutschlandweit gab es 615 Stunden Sonnenschein. Das sind 6 Prozent weniger als in den letzten 30 Sommern.

  • Auf Rügen gab es den meisten Sonnenschein: 774 Sonnenstunden.

Wenig Sonnenschein gab es in den Mittelgebirgen und der Lüneburger Heide: Dort gab es mehrfach Werte unterhalb von 500 Sonnenstunden.

  • Auf dem Kahlen Asten wurden nur etwa 446 Sonnenstunden gemessen.

Fazit: Rekord-Regen nach drei Jahren Dürre

Die letzten drei Sommer waren zu trocken und zu heiß. Der Sommer 2021 hat nun gewaltige Regenmengen gebracht, die teils katastrophale Auswirkungen hatten. Andererseits wurde in großen Teilen Deutschlands die Dürre beendet. Aber nicht überall: In manchen Landesteilen dauert die Trockenheit dennoch an.

Der Sommer 2021 war außerdem bewölkter und weniger heiß. Die Statistik zeigt allerdings, dass der Sonnenschein nur leicht unterdurchschnittlich war und dass die Temperaturen sogar noch zu warm waren.

Auch wenn die Wetter-Sommer-Statistik nun weitgehend abgeschlossen ist, brauchen Sie sich noch nicht ganz vom Sommer zu verabschieden. Der kalendarische Herbstbeginn ist erst am 22. September.

Mit Informationen vom Deutschen Wetterdienst (DWD)

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(cli)