World Clean Up Day: Müll ist für das Klima ein Problem

Wie wir von der Wegwerfgesellschaft zur Kreislaufwirtschaft kommen

von Oliver Scheel

Die Europäische Union produziert jährlich mehr als 2,5 Milliarden Tonnen Abfall – eine gigantische Summe. Jeder Deutsche hat im Jahr 2019 allein 227,5 Kilogramm Verpackungsmüll erzeugt, das waren sogar noch einmal 50 Kg mehr als der europäische Durchschnitt. Und in der Coronakrise dürfte diese Zahl noch einmal in die Höhe geschnellt sein. Zum World Clean Up Day am 17. September holen wir das Thema auf die Agenda und schauen darauf, wie wichtig es ist, von einer Wegwerfgesellschaft zu einer Kreislaufwirtschaft zu kommen.

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14 Tonnen Rohstoffe verbraucht jeder Europäer im Jahr

Vielseitig, leicht und preiswert - diese Eigenschaften machen Kunststoff zu einem immer stärker nachgefragten und nützlichen Material. Plastik hilft unter anderem dabei, Lebensmittel haltbarer zu machen, Gebäude zu isolieren und elektronische Geräte
So viel Plastik verbraucht die Welt (18.03.2022)

Die Europäische Union hat das Müllproblem erkannt und einen EU-Aktionsplan ausgerufen. Damit sollen wir in Europa bis 2050 zu einer Kreislaufwirtschaft kommen. Das ist aber nicht so einfach, denn momentan sind wir ziemliche Weltmeister im Wegschmeißen.

Derzeit werden die meisten Rohstoffe in die EU importiert, hier verarbeitet und schließlich weggeworfen. So verbraucht jeder Europäer im Schnitt 14 Tonnen Rohstoffe pro Jahr und davon landen fünf Tonnen im Müll. Das ist viel zu viel und das können wir uns auf Dauer nicht leisen, denn die Rohstoffe dieser Welt sind nicht unendlich.

Bei der Herstellung der Verpackungen landet unglaublich viel CO2 in der Atmosphäre. Müll sparen heißt also auch CO2 sparen. Gegenwärtig ist die Produktion von Materialien, die Tag für Tag genutzt werden, für 45 Prozent der CO₂-Emissionen verantwortlich.

Zehn einfache Tipps, wie Sie Abfall vermeiden

Das Prinzip heißt Cradle-to-Cradle

ARCHIV - 04.04.2022, Bangladesch, Noakhali: Ein Mitarbeiter sitzt in einer Recyclingfabrik auf einem Haufen Plastikflaschen und sortiert diese in einen Korb. (zu dpa «Internationale Koalition arbeitet an Abkommen für weniger Plastikmüll») Foto: Joy S
Recycling von Plastik in Bangladesch

Was können wir tun? Kreislaufwirtschaft heißt, Produkte so lange wie möglich in der Wirtschaft zirkulieren zu lassen. Die Produkte müssen geteilt, geleast, wiederverwendet, repariert, aufgearbeitet und recycelt werden. So verlängert sich der Lebenszyklus der Materialien und der Müll wird weniger.

Hier greift das sogenannte Cradle-to-Cradle-Prinzip: Das bedeutet von der „Wiege zur Wiege“. Dieses Prinzip nimmt sich die Natur zum Vorbild, denn da gibt es keine Abfälle. Abfälle sind wertvolle Rohstoffe und die müssen wiederverwendet werden. Sie können entweder biologisch abgebaut werden oder dienen gar als Dünger.

Gegenstände, die nicht biologisch abbaubar sind, werden in ihre Einzelteile zerlegt und dienen so wieder als Grundstoff für neue Produkte.

Es ergeben sich viele Vorteile

Das können wir Bürger tun:

  • Tauschen statt kaufen
  • Repair-Cafes aufsuchen: Reparieren statt wegwerfen
  • Konsum einschränken
  • Abbaubare Verpackungen kaufen oder möglichst Produkte ohne Verpackung

Und das sind die Vorteile:

  • weniger Druck auf die Umwelt
  • erhöhte Rohstoffversorgungssicherheit
  • Förderung von Innovation, Wachstum und Jobs

Übrigens: Am World Clean Up Day 2021 beteiligten sich 14 Millionen Menschen weltweit in 191 Ländern sammelten 53.000 Tonnen Müll aus der Natur.

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(ocs)