Unwettergefahr steigt

Tiefdruck-Serie mit stürmischem Höhepunkt

von Carlo Pfaff & Björn Alexander

Nach einer kurzen Beruhigung in der Vollmond-Nacht spitzt sich die Lage erneut zu. Tief Xan zieht auf und kann neben kräftigen Gewittern sogar örtliche Tornados bringen.

Die Wetterlage: Xan kommt aus Westen

Die Wetterlage für Donnerstag, 3. August 2023
Die Tiefs geben sich bei uns die Klinke in die Hand

Nach der Wetterberuhigung in der vergangenen Nacht zieht – angetrieben von der wettersteuernden Strömung – Tief Xan heran. Dabei frischt der Wind vor allem im Südwesten sowie in den Mittelgebirgen über der Mitte Deutschlands kräftig auf. Am Donnerstag liegt das Tiefzentrum bei Dänemark und damit geht es vor allem im Westen und Norden sehr unbeständig und windig weiter. Ab Freitag lässt der Wind nach, der Tiefdruckeinfluss bleibt uns aber erhalten.

Was erwartet uns?

Zunächst einmal zieht zum Teil kräftiger Regen auf, bevor die Kaltfront naht und eine Intensivierung der Wettergeschehnisse bringt. Es drohen mitunter intensive Gewitter mit der Gefahr von Starkregen, Hagel und Sturmböen. Auch Überflutungen sind örtlich nicht auszuschließen. Und selbst die Gefahr einzelner Tornados ist bei dieser Wetterlage gegeben.

Wo wird es am schlimmsten?

Nach jetzigem Stand dürfte der Unwetterschwerpunkt in puncto Gewittern im Nordwesten und Westen unseres Landes liegen. Aber auch anderen Regionen erleben einen teilweise brisanten Wettertag. Einerseits durch den möglichen Starkregen, andererseits sind die Druckunterschiede groß, was uns die Wetterlage mit einem lebhaften bis stürmischen Wind quittiert. Der kommt aus Süden und frischt besonders im Südwesten sowie in den zentralen Mittelgebirgen ordentlich auf. Selbst in tieferen Lagen muss mit starken bis stürmischen Böen bis ins Flachland gerechnet werden. Auf dem Feldberg im Schwarzwald erreichen die Spitzen bis über 100 km/h. Weiters sind im übrigen Land ebenfalls Schauer- und Gewitterböen drin.

Wetterwissen: Wie entsteht ein Tornado?

Zutaten sind einerseits Gewitterwolken, die ja auch immer für Aufwinde sorgen. Gleichzeitig braucht es aber auch noch eine weitere Größe. Die sogenannte Scherung. Das bedeutet, dass der Wind in unterschiedlichen Höhen unterschiedlich stark weht oder dass er sich mit zunehmender Höhe in der Richtung ändert. Dann kann sich eine rotierende Windwalze bilden. Diese rotierenden Windkörper drehen sich zunächst einmal in horizontaler Richtung. Bildet sich nun in diesem Umfeld eine Gewitterzelle, dann kann sich der Rotationskörper aufrichten.

Vorsicht bei der Langfrist

Langfristberechnungen sind mit entsprechender Vorsicht zu genießen. Denn mit den Computertrends über fünf bis bis zehn Tage im Voraus oder gar mit Blick auf ganze Monate oder Jahreszeiten hinaus, verlassen wir die klassischen Wetterprognosen und wechseln in den experimentellen Bereich. Das sind eigentlich eher Hilfsmittel, die zum Beispiel der Energiewirtschaft dienen können.

Unsere Wettertrends und Themenseiten

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(bal, apf)