Das Meer ist mehr als nur schön

Tag der Ozeane 2021: Warum wir das Meer zum Atmen brauchen

Wir brauchen das Meer - und das Meer uns

Am Tag des Meeres geht es diesmal um das Leben im Meer und wie abhängig wir davon sind. Denn es ist nicht nur ein wunderbarer Ort zum Baden oder Segeln - wir brauchen die Ozeane schlicht zum Atmen.

Was ie steigenden Temperaturen unserer Ozeane zur Folge hat, sehen Sie im Video

UN-Welttag der Meere bedeutet so viel mehr

Meer ist für viele ein Sehnsuchtsort: Taucher sind von der faszinierenden Unterwasserwelt begeistert, Segler von der unendlichen Weite und viele andere genießen einfach den Tag am Meer, springen hinein oder lauschen dem Meeresrauschen. Der UN World Ocean Day am 8. Juni soll auf die Bedeutung und die Bedrohung der Ozeane aufmerksam machen. Denn sie sind noch mehr: Sie sind lebenswichtige Kohlenstoffspeicher, riesige Wärmetanks und gigantische Sauerstoffproduzenten in einem.

Hitzewellen gibt es auch in den Ozeanen

Der blaue Planet

Die Erde hat große Flächen mit Wasser bedeckt.
Unser blauer Planet. ist zum großen Teil mit Wasser bedeckt.

Die gigantische Bedeutung ist uns oft nicht bewusst. Aber schaut man auf den Globus, sieht man, es sind mehr als zwei Drittel des Planeten, die mit Ozeanen bedeckt sind. Da kommt man sich dann doch schnell ganz klein vor.

Das Meer produziert unseren Sauerstoff

Etwas, das man nicht sehen kann, ist der Sauerstoff, den die Meere produzieren: es sind Mikroalgen, das sogenannte Phytoplankton, das über Fotosynthese mindestens die Hälfte des in unserer Atmosphäre befindlichen Sauerstoffs freisetzt. Wir atmen sozusagen das Meer.

Der Tag der Ozeane 2020

Die Feinde: Versauerung, Überfischung, enorme Plastikmengen und steigende Meeresspiegel

Warme Sonne am Strand, Deutschland, Mecklenburg-Vorpommern, Ostseebad Wustrow | sunny beach, Germany, Mecklenburg-Western Pomerania, Ostseebad Wustrow | Verwendung weltweit
Es gibt genug Gründe, die Ozeane zu schützen.

Neben der biologischen und der "persönlichen" Bedeutung ist auch die wirtschaftliche nicht zu vernachlässigen, denn bis 2030 werden nach Angaben der UN schätzungsweise rund 40 Millionen Menschen in "meeresbasierten Industrien" beschäftigt sein.

Es gibt also genug Gründe, die Ozeane zu schützen. Dagegen steht die Bedrohung von Versauerung, Überfischung, enorme Plastikmengen und steigende Meeresspiegel, die alle teils massive Bedrohungen darstellen.

Ozeane sind wie ein gigantischer CO2-Schwamm

Ein Grund, warum das Leben unter Wasser bedroht ist, liegt in der oben genannten Versauerung, die mit unserer Atmosphäre zusammenhängt. Denn Meer und Klima beeinflussen sich unter anderem durch die Aufnahme von Gasen. Wie ein riesiger Schwamm kann ein Ozean Stoffe wie Kohlendioxid (CO2) aus der Luft "aufsaugen" und speichern.

Leben und Lebensgrundlagen

Die große türkisblaue Welle steht für den World Ocean Day.
Der diesjährige World Ocean Day steht unter dem Thema "Life and Livelihoods", was auf Deutsch "Leben und Lebensgrundlagen" bedeutet.

Meere werden durch CO2 immer saurer

Forscher der Columbia University berechneten, dass seit Beginn der Industrialisierung die Weltmeere die gigantische Menge von rund 140 Milliarden Tonnen Kohlendioxid aufgenommen haben. Durch die Aufnahme von CO2 aus der Luft sinkt der pH-Wert des Meerwassers und die Ozeane werden immer saurer. Und was Säure bewirkt, zeigt sich beim Hausputz: Säuren sind Kalklöser und so lassen sich zum Beispiel Wasserkocher hervorragend mit Essigsäure entkalken. Die bei uns im Haushalt unliebsamen Kalkablagerungen sind für die Weltmeere und deren "Bewohner" jedoch lebensnotwendig. Unter der Meeresoberfläche ist Kalk ein unverzichtbares Baumaterial für Muscheln, Schnecken, Korallen oder Plankton. Und das wiederum brauchen wir für den Sauerstoff in unserer Atemluft.

Die sterbenden Korallen sind ein warnendes Beispiel

Wenn die weltweite Durchschnittstemperatur um 1,5 Grad Celsius im Vergleich zur vorindustriellen Zeit steigt, werden nach dem jüngsten Bericht des Weltbiodiversitätsrates 70 bis 90 Prozent aller Korallen auf der Erde absterben. Im Augenblick sind bereits 50 Prozent der Korallenriffe zerstört. Bei zwei Grad Celsius Erwärmung sind es 99 Prozent.

Wir haben nur diese eine Chance

Es sind also nicht nur die Taucher, die sich um eine schwindende Unterwasserwelt sorgen. Irgendwie sind wir alle direkt oder indirekt vom Zustand der Meere betroffen. Denn im Gegensatz zum Wasserkocher, den man im schlimmsten Fall neu kaufen kann, haben wir diese Möglichkeit bei den Weltmeeren nicht.

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(avo)