Teil 3 der Serie zu Erneuerbaren: Smart Grid

Ohne sie keine Energiewende: Wie intelligente Netze uns beim Strom sparen helfen

von Oliver Scheel

Ohne Energie gehen bei uns die Lichter aus – im wahrsten Sinne des Wortes. Aber so wie wir unsere Energie weitestgehend erzeugen und nutzen, ist das alles andere als nachhaltig. In nur gut 200 Jahren haben wir Menschen das Klima so verändert, dass es uns mehr und mehr zu schaden droht. Die fortschreitende Erderwärmung ist die größte Gefahr für das Überleben der Menschheit und Millionen weiterer Arten. Also müssen wir sie stoppen. Das geht, indem wir auf das Verfeuern fossiler Brennstoffe verzichten. Wir müssen raus aus Öl, Kohle und Gas. Das kann uns mit der Energiewende gelingen. Was aber sind die Kernpunkte dieser Energiewende, welche tragenden Säulen spielen dabei eine Rolle? Dies wollen wir hier in einer Serie beleuchten. Heute geht es um Smart Grid – die intelligenten Stromnetze.

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Sonne und Wind interessiert es nicht, wann wir die meiste Energie brauchen

Picture of an electrical tower or pylon, blue sky in the background. Power grid or smart grid.
In Zukunft wird Strom anders ins Netz fließen und vor allem auch anders genutzt werden. Damit es nicht zu Engpässen und Überlastungen kommt, brauchen wir Smart Grid.

Wir stellen unsere Energieversorgung auf Erneuerbare Technologien um. Aber Sonne und Wind interessiert es halt nicht so besonders, wann wir den meisten Strom brauchen. Da kommt eine intelligente Energieversorgung für eine nachhaltige Zukunft ins Spiel – das ist Smart Grid. Und Smart Grid ist eine wichtige Säule bei der Energiewende. Denn wenn wir auf Energie von Wind und Sonne umstellen, haben wir nicht immer gleich viel Energie zur Verfügung. Wir müssen unsere Energie intelligent nutzen. Ohne Smart Grid werden wir die Energiewende nicht schaffen.

So funktioniert Smart Grid in aller Kürze: Durch den Einsatz von moderner Informations- und Kommunikationstechnologien werden Erzeugung, Speicherung und Nutzung der Energie aufeinander abgestimmt. Durch diese wechselseitige, intelligente Vernetzung, ein funktionierendes Lastmanagement und eine flexible Nutzung kann eine optimale Netzauslastung erreicht werden.

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Smart Grid ist das Internet der Energie

ARCHIV - Ein Frau steckt ein Ladekabel in einen neuen Elektro-PKW der DREWAG-Stadtwerke GmbH, aufgenommen am 26.05.2011 in Dresden(Sachsen. Foto: Arno Burgi/dpa (zu dpa "Kostensenkungen bei E-Autos: Konzerne wollen Bauteile angleichen" vom 24.06.2015
Unser Strombedarf verändert sich - auch die Zeiten, in denen wir mehr Strom benötigen. Das muss gesteuert werden.

Bisher waren unsere Energienetze auf einen gleichmäßigen Energiefluss ausgelegt. Das war der Situation geschuldet, dass Kohle- und Atomstrom gut planbar und sehr beständig ins Netz gelangten.

Nun haben wir aber viele dezentrale Stromerzeuger, die noch dazu von Wind und Wetter abhängig sind. Das Netz kann ins Chaos geraten – eine große Herausforderung für die Netze und deren Betreiber. Die Menge des Stroms ist endlich, wenn die Nachfrage das Angebot übersteigt, kommt es zu Energieengpässen. In intelligenten Netzen werden neben Energie auch Daten transportiert, so können die Netzbetreiber reagieren. Die intelligenten Stromnetze „parken“ dann den überschüssigen Strom in Speichern, bis er gebraucht wird.

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Informationen über Stromnutzung gehen zum Betreiber

Es fließt nicht mehr Strom vom Betreiber zum Kunden, sondern es fließen auch Informationen über die Stromnutzung vom Kunden zum Betreiber zurück. Der Energiefluss ist somit keine Einbahnstraße mehr. Der Netzbetreiber kann das Netz besser steuern und Überlastungen entgegenwirken. Herzstück des Grid sind intelligente Messsysteme, die sogenannten Smart Meter. Sie stellen unter Berücksichtigung des Datenschutzes eine besonders gesicherte Verbindung zwischen den einzelnen Verbrauchern und dem Stromnetz sowie den Energieversorgungsunternehmen her.

Smart Grid wird in Zukunft eine tragende Rolle spielen. Wenn erst die Mehrheit der Deutschen ein Elektroauto fährt und alle das nach Feierabend laden, kommt es ohne intelligente Netze womöglich zum Zusammenbruch.

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(osc)