Staubpartikel auf Autos und spektakuläre Sonnenuntergänge

Saharastaub: Wüstenluft aus Afrika erreicht Deutschland in der nächsten Woche

von Henning Liss und Carlo Pfaff

Saharastaub über Deutschland
Saharastaub findet sich oft auf Autos. (Fotos aus Tübingen vom 16 März 2022)

Eine neue Ladung Saharastaub trifft uns am kommenden Montag. Warme Luft aus Afrika wärmt Deutschland dann auf und lässt das Thermometer auf Werte bis zu 25 Grad steigen. Diese Luftströmung transportiert neben der Wärme aber auch kleine Sand- und Staubpartikel. Davon hatten wir eigentlich in diesem Jahr schon eine ganze Menge. Die Folgen waren vielfältig:

  • Autos mussten gewaschen werden
  • es gab spektakuläre Bilder vom Saharastaub
  • Die Gletscherschmelze hat sich beschleunigt

Prognose: Wüstenluft mit Saharastaub erreicht Deutschland am Montag

„Am Sonntag dreht die Strömung über Mitteleuropa auf Südwest und bringt am Montag Luft aus der Sahara inklusive Saharastaub mit. Ganz so massiv wie im Sommer dürfte es diesmal nicht werden, am Montag könnte die Sonne aber doch ziemlich milchig erscheinen,“ erklärt wetter.de-Meteorologe Carlo Pfaff. Wenn Saharastaub und Regen zusammenkommen, transportieren die Tropfen den feinen Sand aus der Luft auf den Boden. Manchmal wird der Begriff „Blutregen“ dafür verwendet, weil die Staubablagerungen zu rötlichen Färbungen führen können. Am Montag ist nach aktueller Prognose die Wahrscheinlichkeit für Regen allerdings gering. Trotzdem kann es zu Ablagerungen des Saharastaubes kommen, einige der Partikel fallen einfach so zu Boden.

Sonnenuntergänge mit Saharastaub können besonders schön werden

Saharastaub färbt den Himmel rötlich
Saharastaub im Erzgebirge (Foto vom 17. März 2022)

Der Saharastaub hinterlässt oft eine feine Staubschicht auf Autodächern. Am Himmel ist er dagegen manchmal nicht so leicht zu erkennen, wenn die Konzentration nicht so hoch ist. Ein typisches Merkmal sind allerdings spektakuläre Sonnenuntergänge. Die Sandpartikel in der Luft brechen das Sonnenlicht und verursachen eine Färbung des Himmels.

Saharastaub hat im Jahr 2022 die Gletscher schmelzen lassen

Für viele sind die eindrucksvollen Sonnenuntergänge, die mit Saharastaub einhergehen, ein spektakuläres Naturschauspiel. Der ein oder andere ärgert sich vielleicht, wenn Autos oder Gartenmöbel gewaschen werden müssen. Doch im Jahr 2022 hatte der Saharastaub einen schweren und nachhaltigen Schaden an den Gletschern angerichtet: Die Eisflächen sind schneller geschmolzen als erwartet: Deutschland hat nun einen Gletscher weniger, der Südliche Schneeferner hat die hohen Temperaturen im Sommer nicht überstanden.

Pfaff erklärt den Zusammenhang: „Das massive Saharastaub-Ereignis im Sommer war mit verantwortlich für die extreme Gletscherschmelze in den Alpen. Der dunkle, braungraue Staub lag wochenlang auf der Oberfläche der Gletscher, weil kein Niederschlag mehr fiel. Aufgrund der dunklen Oberfläche, die mehr Wärme als helle Oberflächen aufnimmt, sowie der ungewöhnlich hohen Temperaturen nahm die Eisabnahme in diesem Sommer noch nie da gewesene Ausmaße an.“

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(cli, apf)