Das große Sterben in der Arktis

Klimawandel-Winter lassen Rentiere verhungern

von Claudia Träger und Christian Häckl

Es ist ein hartes Leben für Rentiere in Lappland. Ein halbes Jahr lang müssen sie sich durch den Schnee kämpfen, um an die spärliche Nahrung zu kommen. Da klingt es doch erst einmal positiv, dass die zukünftigen Winter in Lappland mit dem Klimawandel durchschnittlich um 3 Grad wärmer werden. Weniger Kälte und weniger Schnee werden aber für die Rentiere zum großen Problem. Christian Häckl erklärt im Video das Dilemma für die Rentiere und die Samen.

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Die Arktis erwärmt sich besonders schnell

Die Arktis gilt als Frühwarnsystem für den Klimawandel. Denn dort ist die Erderwärmung besonders heftig. Luft- und Wassertemperatur steigen viel schneller als im globalen Durchschnitt. Im Klimabericht für die Arktis aus dem Mai 2021 heißt es, dass die mittlere Lufttemperatur nördlich des Polarkreises in den letzten 50 Jahren um 3,1 Grad Celsius gestiegen sei. Demzufolge erwärmt sich die Arktis dreimal so schnell wie die Welt. Und so kommen dort nicht nur die Rentiere, sondern auch andere Leidensgenossen besonders schnell in Bedrängnis.

Der Eisbär

Der Eisbär ist DAS Symbol für den Klimawandel.
Schlafend auf einer Eisscholle sieht dieser Eisbär so friedlich und gemütlich-plüschig aus. Er ist aber in großer Gefahr.

Er ist das Symbol für den Klimawandel: der Eisbär, dem das Packeis unter den Pfoten wegschmilzt. Die Eisbären machen auf den riesigen Eisflächen, die aus zusammengeschobenen Eisschollen bestehen, Jagd auf Robben. In Löchern im Packeis schnappen die Robben nach Luft – und die Eisbären zu. Bis 2050 könnte ein Drittel der weltweiten Eisbärpopulationen verschwunden sein, wenn das Packeis unter der globalen Erwärmung weiter schmilzt, schätzt der WWF. Denn die Eisbären hungern, sind für die Jagd geschwächt, haben weniger Nachwuchs, dafür mehr Konkurrenz von anderen Bärenarten auf dem Festland und sterben am Ende entkräftet.

Der Polarfuchs

Durch den Klimawandel verliert der Polarfuchs wichtige Nahrungsquellen.
So süß und so gefährdet: Der Polarfuchs gilt als eine der durch den Klimawandel am stärksten bedrohten Tierarten.

Sterben die Eisbären, verlieren auch die Polarfüchse eine wichtige Nahrungsquelle. Sie folgen nämlich oft den weißen Riesen auf der Beutejagd, um die Reste der Eisbären-Mahlzeit für sich zu ergattern. Der Polarfuchs überlebt Temperaturen bis zu -50 Grad. Wenn die Winter aber wärmer werden, bekommt er Konkurrenz durch den Rotfuchs, der immer weiter in den Norden vordrängt. Und da der Rotfuchs größer und stärker ist als der arktische Fuchs, hat letzterer oft das Nachsehen. Auch seine Tarnung – weißes Fell im Winter und graubraunes Fell im Sommer – versagt, wenn der Schnee immer früher schmilzt.

Das Walross

Vom Klimawandel bedroht ist das Walross.
Auch das Walross ist im Klimawandel arm dran. Es liebt und braucht Eisschollen, aber die schwinden dahin.

Walrosse sind wie die Eisbären auf das Packeis und seine Eisschollen angewiesen. Sie können nicht so lange schwimmen und tauchen, und brauchen daher immer wieder Rastplätze. Wenn das Eis fehlt, sammeln sich die massigen Meeressäuger an den schmalen Küstenstreifen, z.B. der russischen Arktisküste. An diesen Plätzen wird es zum Teil so eng, dass Jungtiere erdrückt werden, Massenpaniken entstehen und Tiere auf der Suche nach einem Ruheplatz stürzen von den Klippen.

Der Narwal

Die Narwale bedroht der Klimawandel gleich doppelt.
Die Narwale können sich auch mit ihrem "Dolch" nicht gegen den Klimawandel wehren.

Die Narwale, die Einhörner der Meere, trifft der Klimawandel sogar doppelt. Durch das Schmelzen des Eises werden nicht nur ihre Jagd-, Ruhe- und Nahrungsgründe verändert, auch die Belastung mit Quecksilber setzt den Tieren zu. Das durch Kohlekraftwerke in die Atmosphäre geblasene Quecksilber gelangte mit der Luftströmung und Niederschlägen ins arktische Eis. Die steigenden Temperaturen sorgen nun dafür, dass das Eis schmilzt und die giftigen Altlasten freigesetzt werden. Im Gegensatz zu anderen Tieren können die Narwale Umweltgifte nicht loswerden. Sie haben keine Haare oder Federn, die sie verlieren können.

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(ctr)