Prognosen im Wettercheck

Schnee, Eis und Frost - das sagen die Wettercomputer über den Winter

von Björn Alexander und Oliver Hantke

Die Langfristprognosen zeigen sich zwiegespalten. Denn sowohl sehr warme, als auch ziemlich kalte Aussichten sind im Rennen. Hier der aktuelle Winterwetter-Trend für Deutschland.

Oben im Video: Ein Vorgeschmack auf den Winter gefällig? In Österreich ist die Skisaison eröffnet

Wie sind die Vorhersagen für unseren Winter 2022/2023?

Wetter.de-Meteorologe Björn Alexander: „Die experimentellen Berechnung des Amerikanischen Wetterdienstes NOAA bewerten die kommenden Monate durchweg zu warm. Das gilt insbesondere für die Monate von November bis einschließlich Februar. Eine Prognose, die in Zeiten des Klimawandels wenig überraschend ist. Denn eine Vorhersage in Richtung zu warm ist per se meistens zutreffend. Zu kalte oder deutlich zu kalte Monate finden nämlich so gut wie gar nicht mehr statt.” Allerdings gibt es bei den aktuellen Vorhersagen wohl durchaus andere Ansichten.

Die Vorhersage für die kommenden sechs Monate und den Winter 2022/2023 in Berlin
Eiszeit in Berlin - der Winter 2022/2023 könnte sehr kalte Abschnitte bringen

Zu kalte Varianten mit im Rennen

Die Vorhersage für die kommenden sechs Monate in Köln zeigt ebenfalls eiskalte Absürze
Auf Frost und Schnee könnten wir in diesem Jahr wohl besser verzichten

Basierend auf dem Europäischen Wettermodell gibt es ebenfalls Computerberechnungen, die sechs Monate in die Zukunft reichen. Und diese zeigen ein anderes Bild. Demnach würde es nämlich besonders im Januar und Februar sehr kalte Abschnitte mit teilweise strengem Frost geben. Für unseren Meteorologen schließen sich aber solche gefühlten Eiszeiten auch in milden Wintermonaten nicht aus: „Der Februar 2021 startet mit Eis, Schnee und strengem Frost und endete auf Frühlingsrekordniveau, so dass der Gesamtmonat am Ende zu warm ausfiel.”

Lese-Tipp: Temperaturen steigen um 41,9 Grad – Historischer Temperatursprung im Februar 2021

Fazit: Winter wahrscheinlich zu mild mit kalten Phasen

Zieht man ein Resümee der Trends und kombiniert diese mit den Messwerten der letzten Jahre, dann dürfte es kaum überraschen: Ein zu kalter Winter ist ziemlich unwahrscheinlich. Eisige Abschnitte sind aber auf jeden Fall drin. Gleichzeitig verweist Alexander noch auf weitere Faktoren, die unser Wetter beeinflussen können: „Beispielsweise das Wetter- und Klimaphänomen La Nina. Das spielt zwar bei unserm Wetter in Europa nicht direkt mit, kann aber in Kombination mit anderen Faktoren durchaus Einfluss auf unseren Winter nehmen.”

Lese-Tipp: Weichenstellung für den Winter – Polarwirbel kommt in Fahrt

Langfristvorhersagen sind experimenteller Natur

Wie Alexander erläutert, sind Langfristberechnungen natürlich mit entsprechender Vorsicht zu genießen: „Mit den Computertrends über fünf bis bis zehn Tage im Voraus hinaus verlassen wir die klassischen Wetterprognosen und wechseln in den experimentellen Bereich. Das sind eigentlich eher Hilfsmittel, die zum Beispiel der Energiewirtschaft dienen können.” Aber auch dieses Thema hat uns in den letzten Monaten und Wochen leider ja nur allzu häufig beschäftigt. Und so können wir nur hoffen, dass sich die zu warmen Prognosen für den Winter 2022/2023 behaupten können. Wir halten Sie auf jeden Fall über die Entwicklung auf dem Laufenden.

Polarwirbel in der Vorhersage - so entwickelt sich der Wintergigant

In der Vorhersage wird die Temperatur in einigen Kilometern Höhe dargestellt. Je gleichförmiger die blauen, also kalten Bereiche zusammenhängen, umso stärker ist der Polarwirbel. Werden hingegen große Lücken und mildere Einschübe in Richtung Nordpol berechnet, dann ist der Wirbel instabiler. Bei einem Polarwirbelsplit teilen sich die blauen Flächen in zwei Teile auf und könnten dadurch eisige Winterluft bis zu uns nach Deutschland kommen lassen.

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(bal, oha)