150 Millionen am Tag für Öl und Gas

Deutschland mit 9,1 Mrd. Euro größter Käufer von fossilen Brennstoffen aus Russland

von Oliver Scheel

Wenn wir das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens einhalten wollen, müssen wir die Erneuerbaren Energien schnell ausbauen und das Verfeuern fossiler Brennstoffe beenden. Das würde auch die Abhängigkeit von russischem Öl und Gas minimieren. Denn seit Kriegsbeginn am 24. Februar hat allein Deutschland 9,1 Milliarden Euro für fossile Brennstoffe nach Russland gezahlt. Das macht 150 Millionen Euro am Tag. Jeder Deutsche hat damit mehr als 100 Euro gezahlt. Aus der gesamten EU flossen 44 Milliarden Euro nach Russland, das sind 71 Prozent der gesamten Einnahmen in den vergangenen zwei Monaten.

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Deutschland vor Italien und China

Die Erdgasverdichterstation Mallnow
Deutschland bleibt Hauptabnehmer von russischem Gas. 9,1 Milliarden Euro flossen seit Kriegsbeginn nach Russland.

Russlands Einnahmen für fossile Energieexporte in den vergangenen zwei Monaten belaufen sich insgesamt auf 63 Milliarden (Mrd). Euro. Das zeigt ein neuer Bericht der unabhängigen Forschungsorganisation Centre for Research on Energy and Clean Air (CREA) aus Finnland. Der Bericht erfasst erstmals auf Detailebene die russischen fossilen Energieexporte im Zeitraum vom 24. Februar bis 24. April 2022.

Deutschland ist demnach der mit Abstand größte Geldgeber vor Italien (6,9 Mrd. Euro) und China (6,7 Mrd. EUR). Von den 9,1 Milliarden entfielen 6,4 Mrd. Euro auf Pipeline-Gas. Als Abnehmer russischer Kohle wurde von den Forschern auch RWE identifiziert.

Das Osterpaket: So will Deutschland raus aus den fossilen Brennstoffen

"So schnell wie möglich von russischer Energie verabschieden"

Prof. Dr. Claudia Kemfert
Claudia Kemfert sieht Deutschlands Energiesicherheit eng verwoben mit dem Umstieg auf Erneuerbare Energien.

„Zwei Monate nach Putins Einmarsch in die Ukraine finanziert Deutschland die russische Kriegskasse immer noch mit rund 4,5 Milliarden Euro pro Monat. Berlin ist der größte Abnehmer von russischen fossilen Brennstoffen. Deutschland preist sich gern selbst für seine globale Führungsstärke, aber in dieser Situation würde das erfordern, sich so schnell wie möglich von russischer Energie zu verabschieden, die Pläne für erneuerbare Energien zu konkretisieren und dafür zu sorgen, dass die G7-Staaten die Finanzierung sauberer Energie weltweit ausweiten“, kommentierte Bernice Lee von der britischen Denkfabrik Chatham House.

Und Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung sagte: „Die Ankündigung bis 2035 zu 100 % auf erneuerbaren Strom umzusteigen, ist zwar zu begrüßen. Doch solange Deutschland weiterhin fossile Brennstoffe kauft, sowohl von Russland als auch von anderen Autokraten, untergräbt es sowohl seine Glaubwürdigkeit als auch seine Energiesicherheit.“

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(osc)