Es ist wieder Zeckenzeit: So schützen Sie sich beim Waldspaziergang

Nach der heftigen Kälte: Haben die Zecken das überlebt?

Schlechte Nachrichten: Die Kälteperiode hat den Spinnentieren nicht geschadet

In den vergangenen Jahren haben sich die Zecken immer weiter Richtung Norden ausgebreitet. Dank der höheren Temperaturen und der laschen Winter finden die gefährlichen Krabbler bei uns beste Lebensvoraussetzungen. Und tatsächlich war ja auch dieser Winter wärmer als der langjährige Schnitt. Für Zecken zumindest kein Problem. Unter dem Schnee ist es ohnehin nicht sonderlich kalt und in den schützenden Laubhaufen konnten die Spinnentiere die Kältephase gut überdauern. Wenn Sie also nun zum Frühjahrsspaziergang in die Wälder gehen, seien Sie bitte nicht sorglos. Es gibt einiges zu beachten, denn Zecken übertragen gefährliche Krankheiten.

Verdopplung der FSME-Fälle - aber man kann dagegen impfen

Der Winter war früher immer eine zeckenfreie Zeit. Ab März oder April erst stieg die Gefahr, von den kleinen Übeltätern in Wiesen und Wäldern gestochen zu werden. Das ändert sich zunehmend. Schuld ist der Klimawandel und die damit einhergehenden höheren Temperaturen. Die Zecke wird zum Stammgast. Überall.

Und weil Corona im Jahr 2020 die Menschen vermehrt auf die heimischen Wiesen und in die Wälder brachte, hat die Zahl der FSME-Fälle zugenommen.

Auwaldzecke auch für den Menschen gefährlich

ARCHIV - Eine Auwaldzecke auf einem Blatt, am 28.04.2014 in einem Garten in Sieversdorf (Brandenburg). (zu dpa «Weitere Zeckenart als Überträger von FSME identifiziert» vom 04.04.2017) Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
Die Auwaldzecke ist vor allem für Hunde und Pferde, ein wenig aber auch für den Menschen gefährlich. © dpa, Patrick Pleul, ppl fux jhe vfd

Allein in Baden-Württemberg sind im vergangenen Jahr laut Landesgesundheitsamt 351 Menschen an FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) erkrankt. „Das sind mehr als doppelt so viele wie im Jahr zuvor und die höchste Anzahl der registrierten Infektionen seit dem Jahr 2001“ , sagte eine Sprecherin des LGA in Stuttgart der Deutschen Presse-Agentur. Aber gegen FSME kann man impfen – ein wirkungsvoller Schutz. Für die Behandlung der FSME gibt es nämlich keine Medikamente.

Es ist die sogenannte Auwaldzecke, ein kleines und dennoch nicht waffenloses braunes Krabbeltier, das vor allem für Hunde und Pferde, aber auch für den Menschen zum gefährlichen Begleiter wird. Und das nicht nur in der bislang als Zeckenzeit bekannten Phase ab März oder April, sondern rund ums Jahr und im ganzen Land.

Meningoenzephalitis kann zu Gehirnentzündung führen

ARCHIV - 31.05.2004, Bayern, München: Eine Zecke auf der Haut eines Menschen. Zecken bohren sich mit Bewegungen ähnlich wie Brustschwimmer in die Haut von Menschen, um sich dort festzusaugen. Dabei können sie FSME und Lyme-Borreliose übertragen. Foto
Das Risiko für Menschen, früher im Jahr an von Zecken übertragenen Erregern zu erkranken, steigt Jahr für Jahr. © dpa, Stephan Jansen, rh sja kde kre

Denn der größte Freund der Auwaldzecke – auch Winterzecke genannt – ist der Klimawandel. Es wird wärmer. Das kommt der Buntzeckenart schon seit längerem sehr entgegen. Sie sucht im Gegensatz zu ihren seit Jahren etablierten Verwandten schon bei Temperaturen um die vier Grad aktiv nach Wirten, die sie stechen könnte. Und damit steigt das Risiko für Menschen, früher im Jahr an Erregern zu erkranken, die durch Zecken übertragen werden – etwa an Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), auch wenn die Gefahr insgesamt noch sehr klein ist.

Die meisten FSME-Infizierten bleiben zwar beschwerdefrei. Aber in schweren Fällen kann diese Viruserkrankung zu einer Gehirnentzündung und zu einer Schädigung des Rückenmarks führen.

So schützen Sie sich vor Zecken

Vier Wochen länger aktiv

Eine Frau geht am 24.01.2016 bei regnerischem Wetter im Deister bei Barsinghausen (Niedersachsen) im Wald spazieren. Foto: Peter Steffen/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
Covid 19 bringt die Menschen mehr nach draußen, wodurch das Infektionsrisiko steigt. © dpa, Peter Steffen

„Wir wissen, dass FSME pro Jahr etwa 0,8 Tage früher auftritt“, sagt Gerhard Dobler vom Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr (München). Die Zeckenaktivität habe sich in den vergangenen 20 Jahren um mehr als zwei Wochen nach vorne verschoben, das gelte auch nach hinten heraus.

Und auch die Corona-Pandemie hat etwas damit zu tun, dass die Gefahr durch die Zecken insgesamt steigt. „Bedingt durch die empfohlenen Maßnahmen zur Eindämmung von Covid-19 haben sich Menschen in Ihrer Freizeit häufiger im Freien aufgehalten und hatten somit ein erhöhtes Expositionsrisiko“, heißt es beim Landesgesundheitsamt (LGA) in Stuttgart.

Keine Impfung gegen Borreliose

Brieskow-Finkenheerd/Brandenburg: Im Regionalen Konsiliarzentrum für durch Zecken übertragene Krankheiten für das Land Brandenburg in Brieskow-Finkenheerd untersucht am 10.07.2003 die Mitarbeiterin Andrea Bangel am Mikroskop eine Zecke (Holzbock). An
FSME ist von wenigen Landkreisen abgesehen vor allem in Süddeutschland bis hinein nach Hessen, Thüringen und Sachsen verbreitet. © picture-alliance / ZB, Patrick Pleul

FSME ist von wenigen Landkreisen abgesehen vor allem in Süddeutschland bis hinein nach Hessen, Thüringen und Sachsen verbreitet. Gegen diese Krankheit gibt es eine Impfung, nicht jedoch gegen die in ganz Deutschland verbreitete Borreliose.

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