Februar auch in Europa viel zu warm

So wenig Meereis gab es in der Antarktis noch nie

von Oliver Scheel

In der Ukraine tobt ein brutaler Angriffskrieg, der die Nachrichten natürlich klar beherrscht. Angesichts der nun drohenden Energie- und Versorgungskrise wird viel geredet und geschrieben über die Energiewende und die Abkehr von den fossilen Brennstoffen Öl, Kohle und Gas. Dass der Klimawandel angesichts des Krieges in Europa keine Pause machen würde, war auch klar. Und nun platzt inmitten diese Diskussion die Meldung, dass es im abgelaufenen Februar ein absolutes Minimum an antarktischem Meereis gab.

Sturmserie im Februar mit ZEYNEP als Höhepunkt

27 Prozent weniger Eis als sonst im Februar

Fahrrinne im Meereis bei Abendrot, Abendstimmung, Snow Hill Island, Weddell-Meer, Antarktis, Antarktika
Eine Fahrrinne im Weddell-Meer, Antarktis. Auch dieser Teil der Antarktis ist von der krassen Eisschmelze auf der Südhalbkugel betroffen. Nie wurde in einem Februar so wenig Meereis gemessen.

Die täglichen Messungen des antarktischen Meereises haben im Jahr 1979 begonnen. Im Februar wurde nun ein absolutes Minimum auf der Südhalbkugel, wo im Februar Hochsommer ist, gemessen. Das teilte der Klimawandeldienst des EU-Programms Copernicus mit.

Über den gesamten Monat gesehen lag die Ausdehnung des Eises um 27 Prozent unter dem Durchschnitt der Jahre 1991 bis 2020 - das ist der zweitgeringste Wert der vergangenen gut vier Jahrzehnte. Besonders betroffen von der krassen Eisschmelze war das Meereis im Rossmeer, in der westlichen Amundsensee und im nördlichen Weddellmeer.

Unser Winterrückblick: Viel zu warm und ein Sturm folgte auf den anderen

Februar war in Europa schon zwei Grad zu warm

Abendstimmung im Meereis mit Eisberg und Spiegelung, Abendrot, Snow Hill Island, Weddell-Meer, Antarktis, Antarktika
Historisches Eis-Minimum in der Antarktis.

Auf der anderen Seite des Globus sah es etwas besser aus: In der Arktis lag die Meereisausdehnung im Februar nur zwei Prozent unter dem Durchschnitt des Referenzzeitraums, hieß es in der Copernicus-Mitteilung.

Die globale Durchschnittstemperatur im Februar dieses Jahres lag etwa 0,2 Grad Celsius höher als der Durchschnitt für Februar in den Jahren 1991 bis 2020, jedoch noch deutlich unter den Spitzenwerten von 2016, 2017 und 2020.

Wenn wir das Pariser Klimaabkommen einhalten und die Erderwärmung auf 1,5 bis maximal 2 Grad begrenzen wollen, müssen wir eigentlich sofort aufhören, weiteres CO2 in die Atmosphäre zu stoßen. Denn in Europa war der Februar 2022 zwei Grad über dem Durchschnitt des Referenzzeitraums. Von einem Rekord waren die Werte im Februar 2022 allerdings weit entfernt: Die Temperatur im bisher wärmsten gemessenen Februar im Jahr 1990 lag um 1,6 höher als in diesem.

Der Klimawandeldienst der EU erstellt monatlich Berichte über die Lufttemperatur, das Meereis und den Wasserkreislauf. Er stützt sich auf Daten von Satelliten, Schiffen, Flugzeugen und Wetterstationen rund um den Globus sowie auf Modellrechnungen.

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(dpa/osc)