Abgebaut ist Torf ein echter Klimakiller

Warum Hobbygärtner unbedingt torffreie Erde kaufen sollten

von Oliver Scheel

Deutschland und die Niederlande sind die größten Hersteller und Verbraucher von torfbasierten Pflanzensubstraten für den Gartenbau, in erster Linie ist das Blumenerde. Das mag zwar unsere Pflanzen freuen, hat aber unschöne Nebenwirkungen. Denn einmal dem Boden entnommen, sorgt Torf für eklatante Emissionen von Treibhausgasen. Torf muss schlichtweg im Boden bleiben, denn da bindet es Kohlenstoff ohne Ende. Wenn wir den Torf aus der Erde holen, erreichen wir die Klimaziele nicht.

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Keine Sorge, liebe Gärtner: Es gibt Alternativen für Torf

Moorlandschaft in Polen
So sieht ein gesundes Moor aus. Und gesunde Moore helfen uns in der Klimakrise.

Die Zahlen lassen einen schon schlucken: Rund zehn Millionen Kubikmeter Torf werden allein in Deutschland jedes Jahr verbraucht – ein Drittel davon landet in privaten Gärten. In der EU verursacht der Torfabbau Emissionen von 21 Millionen Tonnen CO2. Der BUND hat ausgerechnet, dass in diesem Tempo in 50 Jahren keine Moore in Deutschland mehr existieren. Wir müssen aber genau entgegengesetzt handeln. Moore müsse wieder vernässt werden. Denn nur dann sind sie ein Pfund beim Kampf gegen die Erderwärmung.

„Kein Torf in den Garten, der Torf gehört in die Moore und sonst nirgendwo anders hin“, sagt der BUND-Vorsitzende Olaf Bandt. Für Hobbygärtner ist das auch keine Schreckensmeldung. Denn es gibt viele Alternativen, die auch nicht teurer sind als Torf. Wichtig zu wissen: Auch keine „torfreduzierte“ Erde kaufen, denn die besteht oft immer noch zu 80 Prozent aus Torf.

Das sind die Alternativen für Torf: Maisstroh, Rindenhumus, Kompost und Fasern von Nadelhölzern oder sogar Kokosnüssen

2026 ist mit Torf in den Gärtnereien ohnehin Schluss

Dass wir in der Klimakrise auf vielen Feldern handeln müssen, hat auch die Politik mittlerweile erkannt. So will Deutschland bis 2026 auf Torf im Hobbygartenbau komplett verzichten und den industriellen Gebrauch von Torferde bis 2030 ersetzen.

Das Gute ist: Die Alternativen sind vielfältig. Und der beste Dünger ist immer noch der Gartenkompost. Denn der ist erheblich reicher an Nährstoffen als Torf.

Und auch die übrigen Ersatzstoffe haben es in sich: Rindenhumus verbessert die Bodenqualität über einen viel längeren Zeitraum als Torf. Rindenhumus ist kein Rindenmulch, sondern besteht aus kompostierten Rinden. Kokosfasern eignen sich hervorragend zur Pflanzenaufzucht. Kokosfasern können Wasser gut speichern, das ist in den immer trockener werdenden Sommern eine tolle Eigenschaft. Holzfasern werden aus Sägeholzresten gewonnen und verbessern die Bodenqualität, wenn auch nur für relativ kurze Zeit.

Die Alternativen sind also auf dem Markt, sie sind gut und günstig. Es gibt keinen Grund, torfhaltige Erde zu verwenden.

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(osc)